Gedenkort für Hilde Radusch

Pressemitteilung vom 13.06.2012

In Schöneberg entsteht der erste Berliner Gedenkort für eine im Nationalsozialismus verfolgte lesbische Frau.

Zusammen mit den Initiatorinnen, Miss Marples Schwestern – Netzwerk zur Frauengeschichte vor Ort, weiht Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler die drei Emaille-Tafeln ein, die an das Leben und Wirken von Hilde Radusch erinnern.

Freitag, 22.06.2012, 17 Uhr
an der Ecke Eisenacher Straße/Winterfeldtstraße, 10777 Berlin

Mit großem Engagement und der Unterstützung der Bezirksverordnetenversammlung und des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg realisierten Miss Marples Schwestern die Schaffung eines Gedenk- und Begegnungsortes auf dem Gelände vor dem ehemaligen Wohnhaus der von den Nationalsozialisten verfolgten lesbischen Frau.

Hilde Radusch wurde 1903 in Altdamm bei Stettin geboren. Nach einer Ausbildung zur Kinderhortnerin und der Initiierung des Roten Frauen- und Mädchenbundes gehörte sie von 1929 bis 1932 als Mitglied der KPD der Berliner Stadtverordnetenversammlung an. 1933 wurde die emanzipierte und kämpferische Hilde Radusch von den Nationalsozialisten für fünf Monate in Schutzhaft genommen und anschließend unter Überwachung gestellt. Untergetaucht überlebte sie die NZ-Zeit und widmete sich bis zu ihrem Tod im Jahr 1994 der Frauen- und Lesbenbewegung.

Kontakt und weitere Informationen:
Miss Marples Schwestern – Netzwerk zur Frauengeschichte vor Ort
www.miss-marples.net – Iris Wachsmuth: iwachsmuth@web.de