Da der 1908 unmittelbar an den Dorfkirchhof Dahlem angefügte kommunale Friedhof Dahlem Dorf über keine Erweiterungsmöglichkeit meht verfügte, legte man 1931-33 am Hüttenweg 47 den Waldfriedhof Dahlem an.
Der Entwurf war schon 1929 von dem früheren Stadtgartendirektor Albert Brodersen gefertigt worden, der aber seine Ausführung nicht mehr erlebte. Die Bezeichnung Waldfriedhof besteht nicht zu Recht (sollte hier wohl nur Friedhof am Walde bedeuten). Bei der Planung stand von Beginn an die gärtnerische Gestaltung im Vordergrund
Gewiß hat man die Begräbnisstätte in einen Kiefernforst hineingebaut; überall inmitten der Grabfelder und zwischen ihnen stehen dessen Bäume. Das Bild wird aber eindeutig von neu gepflanzten Fichten bestimmt. Eine Doppelreihe, teilweise auch eine Dreierreihe umzieht den Friedhof. Er wird in seiner ganzen Länge von einer breiten, von Fichten gesäumten Allee durchzogen. Von der seitwärts stehenden Feierhalle führt ebenfalls eine sich kreuzende Fichtenallee zu einem nur mit einer Drahtgittertür geschlossenen Nebeneingang.
Das alles lässt sofort an einen geometrisch eingerichteten Friedhof denken. Und tatsächlich hätte ein solcher dem geringen Umfang der Anlage entsprochen. Aber die geometrische Anordnung war in dieser Zeit verpönt, und darum wurden die übrigen Wege erstens nicht als Alleen und zweitens nicht durch die ganze Länge geführt, sondern durch Vorsprünge optisch kurz gehalten.
Dieser Dahlemer Friedhof gilt als der am stärksten durchgrünte in ganz Berlin, was seine Ursache in der geringen Größe hat, welche eine sehr enge Gräberreihung und die ungern gesehene Belegung Kopf an Kopf zur Folge hatte. Die reichlich gepflanzten Hecken sollen diesen Übelstand einigermaßen verbergen.
Das wenig umfangreiche Gelände hat die Form eines unregelmäßigen Fünfecks. Die Gartenarchitektur hält sich aber ans Rechteck, muss dafür allerdings an einigen Stellen Dreieckfelder, Viertel- und Halbkreiswege und dergleichen in Kauf nehmen.
Erhebliche, durch Treppen ausgeglichene Geländeunterschiede, vor allem im Südosten, hätten eine architektonische Anlage nahe gelegt; sie ist aber nur in unbedeutenden Ansätzen zu merken. Eindrucksvoll und gestalterisch überzeugend sind nur die beiden sich kreuzenden, schnurgeraden Fichtenalleen; für die Hauptachse ist noch anzumerken, dass vor den Fichtenreihen, auf den begleitenden Rasen, einige größere Fichten stehen, die schon als Sämlinge gesetzt worden sein müssen; damit kommt ein ganz neues, durchaus wirkungsvolles Gestaltungsmittel ins Spiel.






Stadtplan
Bus-Haltestellen: