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Mit der S-Bahn vom Rathaus Steglitz bis zum Wannsee

Entdecken Sie mit uns Sehenswürdigkeiten entlang der traditionellen S-Bahnlinie 1, vom Bahnhof Steglitz über Zehlendorf, dem ältesten Haltepunkt Berlins, bis hinaus nach Wannsee. Begleiten Sie uns einen Tag. Wir zeigen Ihnen einige der interessantesten Ausflugsziele, die Sie bequem zu Fuß von den S-Bahnhöfen erreichen können. Damit der Tag für Sie erholsam, abenteuerlich, unvergessen und natürlich auch spaßig wird, sind hier unsere Tipps:

Gutshaus Steglitz
Gutshaus Steglitz
Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

Wir starten unsere Tour am S-Bahnhof Steglitz, wo die beliebte Einkaufsstraße Schlossstraße beginnt. Sie erhielt ihren Namen nach dem Schloss, das sich am Ende der Straße, Hausnummer 48, befindet und heute heißt. Es wurde 1804 für Carl Friedrich von Beyme erbaut. Später wurde es vom preußischen Generalfeldmarschall von Wrangel genutzt und wird deshalb heute auch „Wrangelschlösschen“ genannt. Das Gutshaus Steglitz steht unter Denkmalschutz, da es eines der letzten erhaltenen Gebäude des preußischen Frühklassizismus ist. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es zum Hotel umgebaut und auch als Restaurant genutzt. Viele bedeutende Persönlichkeiten, wie zum Beispiel General Clay, Ernst Reuter und Helmut Schmidt waren dort zu Gast. Seit 1958 ist es im Besitz des Berliner Senats. Es wird heute vom Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf verwaltet und für Ausstellungen, Lesungen und Kammerkonzerte genutzt. Sie haben die Möglichkeit, verschiedene Räume in dem Gebäude zu mieten, um dort beispielsweise private Feiern zu veranstalten. Besonders beliebt sind die Trauungen im wunderschönen Rokokosaal.

Blick vom Hermann-Ehlers-Platz zum Rathaus Steglitz
Blick vom Hermann-Ehlers-Platz zum Rathaus Steglitz
Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

Nun zurück zur Schlossstraße. Sie ist ca. 1,7 km lang und bietet mit mehreren Einkaufszentren, Restaurants, Cafés und Hotels alles, was das Herz begehrt. Wenn Sie also einen Einkaufsbummel planen, können Sie diesen hier wunderbar verwirklichen.
Wir lassen heute jedoch den Shoppingspaß beiseite und laufen zurück zum Rathaus Steglitz, welches sich an der Ecke zur Grunewaldstraße befindet. Es wurde 1898 in Backsteingotik für die Gemeinde Steglitz gebaut. Heute arbeiten dort Teile der Bezirksverwaltung Steglitz-Zehlendorf, unter anderem das Bürgeramt. 2005 wurden das Rathaus und die sich ebenfalls dort befindende Ingeborg-Drewitz-Bibliothek in das neu entstandene Einkaufszentrum, das Schloss, integriert.

Schwartzsche Villa
Schwartzsche Villa
Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

Hinter dem Rathaus, in der Grunewaldstraße 55, befindet sich die Schwartzsche Villa, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. Sie wurde 1895 für den Bankier Carl Schwartz gebaut und steht heute unter Denkmalschutz. Seit 1995 wird die Villa als Kulturhaus genutzt. Es finden dort unter anderem Kunstkurse für Kinder und Jugendliche, Lesungen und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Im Parkgarten der wunderschönen Villa, lädt ein Café zum Relaxen ein.

Botanischer Garten Berlin Dahlem
Botanischer Garten Berlin Dahlem
Bild: *Das "Strandbad-Wannsee".*

Nach diesem kulturellen Ausflug steigen wir am S-Bahnhof Rathaus Steglitz in die S1 in Richtung Potsdam Hauptbahnhof ein. Der nächste Halt ist der, nach dem Botanischen Garten Berlin Dahlem, benannte S-Bahnhof. Der Botanische Garten befindet sich in der Königin-Luise-Straße 6-8. Vom S-Bahnhof sind es ca. 10 min Fußweg bis dorthin.

Bereits im Jahr 1679 begann der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg mit der Gestaltung seines Obst- und Küchengartens in der Schöneberger Allee. Im Laufe der Jahre wurde das Domizil jedoch zu klein, deshalb zog der Botanische Garten 1910 an seinen jetzigen Standort. Wir empfehlen Ihnen, einen separaten Ausflug dort hin zu machen, da der Garten mit 43 ha Fläche zu einem der größten angelegten Gärten der Welt gehört. Außerdem können Sie ihn mit mehr Zeit natürlich auch besser genießen.
Wandern Sie durch den Botanischen Garten, entdecken Sie Ideen für Ihren eigenen Garten oder gehen Sie einfach nur spazieren. Hier gedeihen ca. 23000 verschiedene Pflanzenarten. Es gibt vielfältig angelegte Gärten wie z.B. einen Japanischen Garten, einen Tastgarten, Arzneigarten und vieles mehr. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Lassen Sie sich von der Vielfalt der Pflanzen verzaubern. In den über 6000 qm umfassenden 16 Gewächshäusern können Sie sich auf eine botanische Reise durch feuchttropische Gebiete, heiße Wüsten und Wassergärten begeben.
Heute gehört der Botanische Garten zur Freien Universität Berlin und dient ihr zu Bildungs- und Forschungszwecken, mit dem Ziel, die Pflanzenwelt zu erklären und zu erhalten. Dem Botanischen Garten angeschlossen sind die Bibliothek und das Botanische Museum. Die Bibliothek der Freien Universität Berlin ist die größte deutsche Forschungseinrichtung für Botanik und Pflanzen. Sie ist öffentlich zugänglich und gehört zu den bedeutendsten ihrer Art in Europa. Im Botanischen Museum befinden sich unter anderem Pflanzensammlungen und stark vergrößerte Modelle. Sie haben die Möglichkeit, sich verschiedene Filme zum Thema Pflanzen anzusehen oder an Führungen teilzunehmen.

Bahnhofsgebäude Lichterfelde West
Bahnhofsgebäude Lichterfelde West
Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

Wir jedoch fahren zur nächsten Station Lichterfelde West. Der dortige Bahnhof wurde von 1870-1872 im Stil einer toskanischen Villa von dem Hamburger Unternehmer Wilhelm von Carstenn erbaut. Dieser gründete und finanzierte auch den Bereich der heutigen Villenkolonie, die zu den ältesten und schönsten von Berlin zählt. Bei einem kleinen Spaziergang können Sie ein Teil dieses herrlichen Viertels sehen. Mit seinem Kopfsteinpflaster und den schönen alten Villen fühlen wir uns direkt in die Vergangenheit zurück versetzt. Dazu nehmen wir den Ausgang rechts zur Hans-Sachs-Straße und laufen dann gerade aus durch die Baseler Straße bis zur Potsdamer Straße.

Pauluskirche
Pauluskirche
Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

Wir wandern zurück zum S-Bahnhof. Dort steigen wir wieder in die S1 und fahren vorbei am Haltepunkt Sundgauer Straße nach Zehlendorf. Am Ausgang halten wir uns links, gehen den Teltower Damm entlang und überqueren diesen an der ersten Ampel. Bereits nach ca. 200 m sind wir am Rathaus Zehlendorf, indem sich das Büro der Bezirksbürgermeisterin, Cers Richter-Kotowski, das Büro der Bezirksverordnetenversammlung sowie viele andere bezirkliche Ämter befinden. Weitere Informationen zur Bezirksverwaltung erhalten Sie im im Internet.

Hinter dem Rathaus befindet sich an der Ecke Kirchstraße/Martin-Buber-Straße die Pauluskirche. Sie wurde von 1903-1905 in märkischer Backsteingotik gebaut. Während des 2. Weltkrieges wurde sie zwar beschädigt aber ihre eigentliche Bausubstanz blieb erhalten. Heute finden hier zahlreiche Gottesdienste und Konzerte statt. Die Nebenräume werden aber auch zu anderen Zwecken genutzt, wie zum Beispiel zum Austeilen von warmem Essen für Obdachlose im Winter. Besonders stolz ist die Gemeinde auf die neuen Orgeln, die im Oktober 2013 eingeweiht wurden. Sie bringen die wunderbare Akustik der Kirche wesentlich besser zur Geltung. Mit ein wenig Glück, können Sie eines, der oft hier stattfindenden Orgelkonzerte miterleben.

Bahnhofsvorplatz des Bahnhofes Mexikoplatz
Bahnhofsvorplatz des Bahnhofes Mexikoplatz
Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

An vielen Geschäften vorbei, geht es zur S-Bahnstation zurück, wo wir unsere Fahrt in Richtung Wannsee fortsetzten. Unser nächster Halt ist die Station Mexikoplatz. Hier ist schon der unter Denkmalschutz stehende Bahnhof ein Ausflug wert. Er wurde 1904 im Jugendstil erbaut und 1905 eröffnet. Besonders hübsch ist auch der Bahnhofsvorplatz gestaltet. Wir möchten diesen näher erkunden und halten uns nach dem S-Bahnausgang rechts. Es befinden sich Blumenrabatten und Springbrunnen, symmetrisch angeordnet, rechts und links der Argentinischen Allee. Cafés und Gaststätten laden dort zum verweilen ein.

Haus am Waldsee
Haus am Waldsee
Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

Wir laufen die Argentinische Allee in Richtung U-Bahnhof „Krumme Lanke“ weiter. Nach ca. 1000 m befindet sich auf der linken Seite, Nummer 30, direkt am Zehlendorfer Waldsee gelegen: Das Haus am Waldsee. Ein Muss für jeden Kunstliebhaber. Die Villa wurde 1922/23 im englischen Landhausstil für eine jüdische Farbikantenfamilie gebaut. Nach wechselnden Eigentümern übernahm, nach Beendigung des 2. Weltkrieges, das Bezirksamt Zehlendorf das nicht zerstörte Gebäude. Bereits 1946 fanden hier erste Kunstausstellungen statt. Bis in die 60er Jahre stellten international bekannte Künstler von Picasso bis Hanson ihre Werke aus. Heute sind im Haus am Waldsee regelmäßig wechselnde Ausstellungen von in Berlin lebenden internationalen Künstlern zu sehen. Seit 2010 ist auch der zum Haus gehörende Park zugänglich. Dort kann man auf 10000 qm Fläche eine Skulpturenausstellung bewundern. Nach unserem Ausflug in die Welt der Künste und einem Abstecher ins hauseigene Künstlercafé, setzen wir unseren Spaziergang fort. Wir wandern zurück zum Mexikoplatz und fahren eine Station weiter nach Schlachtensee.

Schlachtensee
Schlachtensee
Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

Direkt vor dem S-Bahnhofgebäude befindet sich, der nach dem Schriftsteller Paul Ernst benannte Park. Wir nehmen den Weg der direkt hinunter zum Seeufer führt. Bei schönem Wetter empfehlen wir Ihnen, den Rundweg entlang des Sees zu laufen. Er ist ca. 7 km lang und man braucht knapp 2 h bis man wieder an seinem Ausgangspunkt ist. Unterwegs kommt man an idyllischen Badebuchten vorbei. Aber wir wollen heute noch unbedingt bis zum Wannsee.

Spinner-Brücke
Spinner-Brücke
Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

Daher machen wir auch an der nächsten Station Nikolassee keinen Halt. Möchten aber für die Motorradfans unter Ihnen auf den nur 250 m vom S-Bahnhof entfernten Bikertreff „Spinner-Brücke“ hinweisen. Man erreicht ihn vom S-Bahnhof über die Avusbrücke Rosenmeyerweg. Es treffen sich dort täglich Motorradfans aus ganz Deutschland. Auf einer großen Fläche sind alle namenhaften Motorradhersteller vertreten und es gibt alles was zu einem echten Biker dazugehört.

Blick zum Wannsee
Blick zum Wannsee
Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

Unsere letzte Station ist der Bahnhof Wannsee. Der Wannsee selbst ist eigentlich eine Ausbuchtung der Havel, ca. 2,5 km lang und 1 km breit. Er ist ein beliebtes Ziel für Wassersportler jeglicher Art.
Bereits mit dem Bau der königlich-preußischen Eisenbahnlinie von Berlin nach Potsdam, wurde 1874 mit dem Bau der ersten Villen in Wannsee begonnen und somit folgte der Bauboom um den See. Schon damals wollte jeder, der es sich finanziell leisten konnte und den entsprechenden Namen hatte, eine Villa am Wannsee besitzen. Die Häuser, von viel Grün und Wasser umgeben, sind heute noch genauso beliebt wie damals. Zwei dieser wunderschönen Gebäude möchten wir Ihnen zeigen.

"Liebermann-Villa"
"Liebermann-Villa"
Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

Wir nehmen den Ausgang in Richtung Kronprinzessinnenweg und überqueren die Straße. Dort befinden sich die Bushaltestellen. Wir steigen in den Bus 114 in Richtung „Heckeshorn“ ein und fahren ca. 5 min bis zur Haltestelle Liebermann-Villa.
Sie befindet sich in der Colomierstr. 3.
Max Liebermann war ein impressionistischer Berliner Maler. Er ließ sich sein Haus 1909 erbauen und im Jahr darauf den 7000 qm großen Garten anlegen, in dem später über 200 seiner Gemälde entstanden. Er nutzte die Villa als Sommerresidenz. 1935 starb Max Liebermann und seine Frau wurde 1940 gezwungen, das Haus weit unter Wert zu verkaufen. Seine Tochter erhielt es 1951 wieder zurück und verkaufte es einige Jahre später an die Stadt Berlin. In den folgenden Jahren wurde es zu unterschiedlichen Zwecken genutzt.
Wir können uns heute in einer Ausstellung über die Geschichte des Hauses und über die Familie informieren. Von der Terrasse des Hauses können wir unsere Blicke zum Wannsee schweifen lassen und die Aussicht genießen.

Haus der Wannseekonferenz
Haus der Wannseekonferenz
Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

Die zweite Villa, die wir besuchen, ist das Haus der Wannseekonferenz. Sie befindet sich ca. 500 m von der Liebermann-Villa entfernt. Um dorthin zu gelangen halten wir uns an der Ecke zur Straße Am Großen Wannsee rechts und laufen ca.10 min bis zur Hausnummer 56/58.
Das Haus der Wannseekonferenz wurde 1914/15 von einem Fabrikanten gebaut und später weiter verkauft. 1940 erwarb es die SS als Gästehaus für Polizei und SS-Offiziere. Die Villa erlangte mit dem Datum des 20.01.1942 seine traurige Berühmtheit. An diesem Tag fand hier die Wannseekonferenz statt. Von den Nationalsozialisten wurde beschlossen, wie die Deportation nach Osten und die anschließende Vernichtung der Juden ablaufen sollten. Damit wurde hier über das Schicksal von Millionen Juden entschieden.

Dampferfahrt auf dem Wannsee
Dampferfahrt auf dem Wannsee
Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

Nach der Besichtigung der Gedenkstätte fahren wir mit dem Bus 114 zurück zum Bahnhof Wannsee. Wir überqueren den Kronprinzessinnenweg und laufen hinunter zum Wannsee, wo sich die Anlegestellen der Wannseedampfer befinden.
Als Abschluss des Tages laden wir Sie ein, eine Schifffahrt mit uns zu unternehmen.
Sie können zwischen verschieden langen Touren wählen. Vom Wasser aus, sehen sie auch das denkmalgeschützte Strandbad Wannsee. Das Bad wurde 1907 eröffnet und hat einen 1,4 km langen Strand. Es ist die beliebteste „Badewanne“ der Berliner und eines der größten Binnenseestrandbäder Europas.
Sehen Sie hinüber zur Pfaueninsel mit ihrem weißen Schloss und schauen Sie sich die Glienicker Brücke an. Genießen Sie die idyllischen Havelseen.

Natürlich gibt es noch zahlreiche andere Sehenswürdigkeiten rund um den Wannsee und im Bezirk Steglitz-Zehlendorf zu sehen. Wir jedoch beenden mit dem Anlegen unseres Schiffs auch unsere heutige Ausflugstour. Bis zum S-Bahnhof sind es nur wenige Meter, um den Heimweg anzutreten.
Wir hoffen, dass Sie Lust bekommen haben, einige oder mehrere unserer Tipps zu erkunden.

Weitere Hinweise zu unseren Ausflugstipps finden Sie hier: