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Bus fahren mal anders - Mit dem 284er durch Steglitz-Zehlendorf

Viele Menschen fahren täglich mit dem Bus 284 durch den Bezirk, sei es zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen in die Schloßstraße; sie haben ihre immer gleichen Routen. Dabei gibt es an der Strecke des 284er vieles zu entdecken, einiges, das auf den ersten Blick möglicherweise gar nicht auffällt, aber dennoch erwähnenswert ist. Ich möchte Ihnen diese Orte am Rande der Buslinie 284 näher bringen. Beginnen wir an der ersten Station. Sie heißt “S+U Rathaus Steglitz”.

Rathaus Steglitz - der Startpunkt der Tour.
Rathaus Steglitz - der Startpunkt der Tour.

Die Fahrtstrecke beginnt am südlichen Ende der Schloßstraße, direkt am Rathaus Steglitz. Das Rathaus wurde von Heinrich Reinhard und Georg Süßenguth im Stil der märkischen Backsteingotik entworfen und 1898 seiner Bestimmung übergeben.

Nach wenigen Minuten erreichen wir die Station “Heesestraße”. In der Heesestraße 15 befindet sich das Gymnasium Steglitz. Es handelt sich um ein altsprachliches, humanistisches Gymnasium, das im nächsten Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert.

Es geht weiter, wir fahren vorbei an den Haltestellen “Breite Straße” und “Neue Filandastraße”. In der Nähe der Station “Steglitzer Damm/Bismarckstraße” stand in der Albrechtstraße 40 das Wohnhaus einer Schauspielerin, die die Geschichte des deutschen Stummfilmes mit geprägt hat. Sie ist 1890 in Magdeburg geboren, ihr Debütfilm hieß “Meißner Porzellan”, 1920 spielte sie in der Filmkomödie “Kohlhiesels Töchter” mit. Wissen Sie, wer gemeint ist? Es handelt sich um Henny Porten, die hier in Steglitz aufwuchs.

Der Stadtpark Steglitz
Der Stadtpark Steglitz
Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

An dieser Station müssen Sie auch aussteigen, wenn Sie sich im Stadtpark Steglitz erholen möchten. Er wurde in den Jahren 1906 bis 1914 von den Gartenarchitekten Zahn und Korte angelegt und ist mit seiner Fläche von 12,4 Hektar eine grüne Oase im Ortsteil Steglitz. In dem Park befindet sich zum einen die Verkehrsschule Steglitz und zum anderen der Musikpavillon, in dem im Sommer zahlreiche Veranstaltungen der Leo-Borchard-Musikschule statt-finden.

Weiter geht’s vorbei an der Stindestraße, die nach dem 1841 bei Eutin geborenen Journalisten und Schriftsteller Julius Stinde benannt ist. Nach drei weiteren Haltestellen erreichen wir das Stadtbad Lankwitz, das zum Baden und Relaxen einlädt.

Der nächste Halt erfolgt am S-Bahnhof Lankwitz. Hier finden Sie das Rathaus Lankwitz, das 1911 fertiggestellt wurde. Initiator zum Bau des Rathauses war der erste besoldetete Gemeindevorsteher und Bürgermeister von Lankwitz. Es handelt sich um Dr. Rudolf Beyendorff, dem “Vater von Lankwitz”. Heute hat hier das Sozialamt Steglitz-Zehlendorf seinen Sitz.

An der nächsten Station (“Lankwitz Kirche”) sehen Sie die 60 Meter hohe Dreifaltigkeitskirche, die nach Plänen des Geheimen Regierungsbaurates Ludwig von Tiedemann in den Jahren 1904 bis 1906 erbaut wurde. Schon eine Minute später treffen wir an der Haltestelle “Dillgesstraße” ein. Diese Straße wurde nach Friedrich Dillges benannt, der Anfang des 20. Jahrhunderts das Amt des ehrenamtlichen Gemeindevorstehers in Lankwitz inne hatte.

Wir fahren weiter mit dem Bus in Richtung Lichterfelde Süd und erreichen nach kurzer Zeit die Station “Amalienstraße”. Hier befindet sich die Ratswaage an der Charlottenstraße. Der Frauentreffpunkt bietet eine Vielzahl von Veranstaltungen für Frauen an. Es werden Lesungen und Ausstellungen dargeboten, vielfältige Kurse und Workshops erfreuen sich größter Beliebtheit. Weitere Informationen erhalten Sie im Büro der Frauenbeauftragten unter der Telefonnummer (030) 90299-5354.

Der Bahnhof Lichterfelde Ost
Der Bahnhof Lichterfelde Ost

Nächster Halt ist am S-Bahnhof Lichterfelde Ost. Von hier aus hat man eine perfekte Bahnanbindung ins Umland von Berlin, denn hier halten drei Regionalzüge, mit denen Sie beispielsweise nach Cottbus oder Luckenwalde fahren können. Auf dem Kranoldplatz findet immer mittwochs und samstags in der Zeit von 07.00 bis 14.00 Uhr ein beliebter Wochenmarkt statt.

Die Petrus-Kirche am Oberhofer Platz
Die Petrus-Kirche am Oberhofer Platz

An der nächsten Haltestellte (“Oberhofer Platz”) steht die 1898 nach Plänen des Regierungsbaumeisters Goldbach erbaute Petruskirche. In der neugotischen Hallenkirche wird neben den Gottesdiensten auch ein reichhaltiges Kulturprogramm angeboten – zu Kunstausstellungen und Konzerten in den unterschiedlichsten Musikrichtungen (etwa Blues & Soul oder Country Folk) wird eingeladen.

Das Lilienthal-Denkmal
Das Lilienthal-Denkmal

Die nächste Haltestelle ist die “Grabenstraße”. Der Name dieser Straße bezieht sich auf den früher dort entlang fließenden Königsgraben. Weiter geht es in Richtung Lichterfelde Süd, vorbei am Saaleckplatz (benannt nach der Burg Saaleck an der Saale bei Bad Kösen) bis zum Lilienthalpark. Der deutsche Luftfahrtpionier Otto Lilienthal ließ sich hier im Jahre 1894 für rund 9.000 Mark vom Abraum der benachbarten Ziegelei einen Hügel aufschütten, von dem aus er seine Gleitflüge startete. Sein “Fliegeberg” wurde 1932 zur Lilienthal-Gedenkstätte nach einem Entwurf des Steglitzers Stadtbaurates Fritz Freymüller umgestaltet. Am Eingang des Lilienthalparks an der Schütte-Lanz-Straße befindet sich seit 2010 eine Informationsstele, die über das Wirken des Flugpioniers Lilienthal informiert.

Knapp vier Minuten später – vorbei am Mercatorweg und an der Celsiusstraße – erreichen wir die Endhaltestelle der Buslinie 284: S-Bahnhof Lichterfelde Süd. Der Bahnhof wurde 1998 wiedereröffnet und verbindet den Süden mit dem Norden Berlins. Dank einer sehr guten Anbindung haben Sie die Möglichkeit, in nicht einmal 20 Minuten den Potsdamer Platz zu erreichen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Erkunden der genannten Orte und Sehenswürdigkeiten.

Sebastian Wandersee
Pressestelle