Steglitz-Zehlendorf heute

Der seit dem 01.01.2001 fusionierte Bezirk Steglitz-Zehlendorf liegt im Südwesten Berlins, grenzt im Norden an Charlottenburg-Wilmersdorf, im Osten an Tempelhof-Schöneberg, im Süden an Brandenburg und im Westen ebenfalls an Brandenburg und an den Bezirk Spandau. Der Bezirk gliedert sich heute in sieben Ortsteile (Wannsee, Dahlem, Nikolassee, Zehlendorf, Lankwitz, Lichterfelde, Steglitz), ist 10.256 Hektar groß – es ist der drittgrößte Bezirk Berlins – und von der Einwohnerzahl (gut 296.400) etwas größer als die Stadt Karlsruhe. Dank einer guten S-Bahn-Anbindung erreicht man in nur wenigen Minuten entweder die Innenstadt oder das Berliner Umland, etwa die Stadt Potsdam, die direkt an den Bezirk grenzt.

Woran denken Sie, wenn Sie den Namen “Steglitz-Zehlendorf” hören?
Vielleicht an die Schloßstraße? Die 2,1 Kilometer lange Straße ist nicht nur die Einkaufsmeile des Bezirks, sondern auch eine der beliebtesten Einkaufsstraßen der ganzen Stadt. Sie gilt mit ca. 140.000 Quadratmetern Verkaufsfläche als zweitgrößte Einkaufsstraße Berlins. Die vom Bezirksamt angestrebte Verkehrsberuhigung ist erfolgreich umgesetzt worden: Es existieren nur noch eine Fahrspur pro Richtung für den Auto- und Busverkehr sowie je eine Spur für den Radverkehr. Viele Geschäfte, Warenhäuser und Einkaufszentren sorgen hier für ein reges und buntes Treiben. Zahlreiche kleine Cafés und Imbisse laden zu einem kurzen Snack oder zum erholsamen Verweilen ein und geben der Bummelmeile ein gemütliches Flair. Beliebte Anziehungspunkte sind z.B. das gläserne Einkaufszentrum an der Tiburtiusbrücke oder Berlins zweitältestes Shopping-Center, das 1970 eröffnete und 2006 aufwendig umgebaute Forum Steglitz (Schloßstraße 1) mit 32.000 m² Verkaufsfläche. Im Jahr 2012 wurde das Einkaufsquartier „Boulevard Berlin“, das die beiden Warenhäuser Wertheim und Karstadt zu einer neuen Einkaufswelt mit einer Verkaufsfläche von insgesamt 64.000 m² vereint, eröffnet. Dabei wurde die einstige Wertheim-Fassade denkmalgerecht saniert. Ein weiterer Publikumsmagnet ist das bereits im Frühjahr 2006 für 200 Mio. Euro eröffnete „Schloss“ mit 36.000 m² Verkaufsfläche am Steglitzer Rathaus (Schloßstraße Ecke Grunewaldstraße). Hier im Rathaus Steglitz (Schloßstraße 37) befindet sich u. a. eines der drei Bürgerämter des Bezirks. Der Sitz der Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski befindet sich hingegen im Rathaus Zehlendorf, wo auch die Bezirksverordnetenversammlung einmal monatlich tagt.

Woran denken Sie noch? Mit einer Erholungsfläche von 916 Hektar, darunter ganze 803 Hektar Grünanlagen, ist Steglitz-Zehlendorf absolut ein “grüner Bezirk”! Es existieren 2.465 Hektar Waldflächen, wie etwa der 32 Quadratkilometer große Grunewald, und ganze 1.119 Hektar Wasserflächen, wie der Kleine Wannsee, der Große Wannsee, der Schlachtensee oder die Krumme Lanke.
Nur mit einer Fähre ist die idyllische Pfaueninsel im südlichen Flussarm der Havel zu erreichen. Mit ihrem jahrhundertealten Baumbestand und der artenreichen Vogelwelt ist die Insel eines der schönsten Naturschutzgebiete Berlins. Seit 2010 grasen hier auch asiatische Wasserbüffel. Weitere Landschaftsschutzgebiete im Bezirk sind der Düppeler Forst, Lichterfelde Süd oder der Heinrich-Laehr-Park.

Wenn Sie den dritt-artenreichsten und drittgrößten Garten der Welt besichtigen möchten, gehen Sie in den Botanischen Garten in Dahlem. Dort gibt es gut 20.000 verschiedene Pflanzenarten auf einer Fläche von über 43 Hektar zu sehen, sowie 16 Schaugewächshäuser und weitere 34 Gewächshäuser für Aufzucht und wissenschaftliche Spezialkulturen. Das denkmalgeschützte Große Tropenhaus gehört zu den bedeutendsten und größten freitragenden Gewächshäusern der Welt. Drei Jahre lang (2006-09) wurde der denkmalgeschützte Kuppelbau aus Stahl und Glas grundlegend saniert, um die historische Bausubstanz zu erhalten und den Energiebedarf um mehr als 50 % zu senken. Zahlreiche technische Innovationen sorgen dafür, dass es jetzt wieder zu den modernsten und energie-effizientesten Gebäuden seiner Art gehört. Das neubepflanzte Große Tropenhaus vermittelt die globale Tropenvielfalt. Das Pflanzkonzept dieses Gewächshauses gleicht einer begehbaren Landkarte. Über 1.350 Pflanzenarten präsentieren die Pflanzenwelt der Tropen Amerikas, Afrikas, Asiens und der Ozeanischen Inseln. Ein neu entwickeltes Leit- und Informationssystem für die Besucher vermittelt die Vielfalt der Tropen und deren Bedeutung. Das historische Victoria-Gewächshaus, das seit 2006 leer steht, wird seit 2012 für rund 10 Millionen Euro denkmalgerecht und energetisch grundsaniert. Voraussichtlich ab 2015 sollen dort wieder tropische und subtropische Sumpf- und Wasserpflanzen präsentiert werden.
Und das Botanische Museum ist das einzige seiner Art in Mitteleuropa und ergänzt mit seinen Exponaten die Lebendsammlung des Gartens.

Steglitz-Zehlendorf ist auch ein Paradies für “Wasserratten”. Im Bezirk befinden sich zahlreiche Seen mit Wassersportmöglichkeiten. Getreu dem alten Schlager “Pack‘ die Badehose ein …” lädt z.B. das Strandbad Wannsee zum Baden ein. Die großzügig angelegte Badeanstalt mit ihren Terrassen und dem 1,3 Kilometer langen und 80 Meter breiten Sandstrand- wurde 1929/30 von Martin Wagner und Richard Ermisch erbaut – nachdem dort bereits ab Mai 1907 ein kleines Stück Sandstrand offiziell zur Badestelle erklärt wurde – und ist die größte ihrer Art in Europa! Zum 100-jährigen Jubiläum im Mai 2007 wurde die komplette, unter Denkmalschutz stehende Anlage, saniert und ist ein Berliner Publikumsmagnet.
Baden kann man außerdem im Stadtbad Lankwitz an der Leonorenstraße, im Sommerbad am Insulaner oder auch im Sommerbad Lichterfelde am Hindenburgdamm, das liebevoll “Spucki” genannt wird. Zudem wurde Ende August 2014 die bereits 2006 aufgrund maroder Technik und Statik geschlossene und für rund 13 Millionen Euro sanierte Schwimmhalle in der Finckensteinallee wieder eröffnet. Die Sanierungsarbeiten in dem denkmalgeschützten Bau begannen im Sommer 2011. Hier ist nun, wie vor der Sanierung, wieder der Mittelpunkt für das Schwimmen der Schulen und die Arbeit der entsprechenden Sportvereine im Bezirk: Hat sich doch mit dieser Eröffnung das Angebot an Wasserfläche in Steglitz-Zehlendorf fast verdreifacht!

Erholung finden kann man zum Beispiel auch im Stadtpark Steglitz zwischen der Albrecht- und der Sedanstraße, in dem häufig Veranstaltungen der Leo-Borchard-Musikschule in den Sommermonaten im Musikpavillon stattfinden. Im Juli 2014 wurde dort das Jubiläum „100 Jahre Stadtpark Steglitz“ bei bestem Wetter und unter großer Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger gefeiert. Aber auch der Gemeindepark in Lankwitz oder der “Glienicker Landschaftspark“ an der Königstraße, der Teil der Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft ist, die von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde, laden zum Erholen ein.

Langeweile und Eintönigkeit können in Steglitz-Zehlendorf erst gar nicht entstehen. Rund 200 im Bezirk ansässige Sportvereine mit mehr als 62.200 Mitgliedern bieten ein weitreichendes Angebot an – von Angeln über Segeln ist für jeden etwas dabei (die komplette Liste der Sportvereine und Sportarten finden Sie in dieser Broschüre).

Überdies gibt es viele kulturelle Möglichkeiten, den Bezirk zu entdecken:
Seit September 2009 wird das Schlosspark Theater unter seinem neuen Betreiber und Intendanten Dieter Hallervorden wieder bespielt.
In der Schwartzschen Villa (Grunewaldstraße 55), die 1995 nach der Restaurierung wieder eröffnet wurde, finden seitdem vor allem Konzerte, Ausstellungen, Lesungen und Theatervorstellungen – auch für Kinder – statt.
Ein beliebter Frauentreffpunkt in Lankwitz ist die “Ratswaage” in der Charlottenstraße, deren Veranstaltungen von der Frauenbeauftragten koordiniert werden.
Im Alliierten Museum (Clayallee 135), das 1998 anlässlich des 50. Jahrestages der Berliner Luftbrücke eröffnet wurde, kann man deutsche Geschichte während des Kalten Krieges erleben. Das Deutsche Blinden-Museum an der Rothenburgstraße zeigt eine kostenlose Dauerausstellung, das Haus am Waldsee ist als Ort internationaler Gegenwartskunst weit über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt.

Wenn Sie Lust auf Blumen, Obst und Gemüse und allerlei Krimskrams haben, besuchen Sie einen der vielen Wochenmärkte in unserem Bezirk: Schlendern und bummeln Sie z.B. über den Wochenmarkt auf dem Hermann-Ehlers-Platz am Rathaus Steglitz oder über den Markt am Kranoldplatz in Lichterfelde (Adressen und Öffnungszeiten in dieser Broschüre unter “Märkte”).

Im Bezirk sind auch viele überregionale Institutionen (weitere Informationen siehe auch unter „Sehenswürdigkeiten“) angesiedelt, z.B. die 1948 gegründete Freie Universität Berlin und das Helmholtz Zentrum Berlin für Materialien und Energie (Fusion des ehemaligen Hahn-Meitner-Institutes (HMI) und der Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung (BESSY)). Nicht zu vergessen auch die Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM), die auf der Basis von Gesetzen und Verordnungen Stoffe, technische Produkte und Verfahren prüft, und das Julius Kühn-Institut, die Nachfolgeinstitution der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Berlin und Braunschweig (BBA), eine Bundesoberbehörde, die neben dem Pflanzenschutz auch für weitere Forschungsfelder und viele behördliche Funktionen des Bundes im Bereich der Kulturpflanzen zuständig ist. Das 1969 eröffnete Klinikum Steglitz oder wie es richtig heißt: „Charité – Universitätsmedizin Berlin Campus Benjamin Franklin“ ist ein großes Krankenhaus im Bezirk.

Für Menschen, die besonders historisch-kulturell interessiert sind, bietet der Bezirk gleich eine ganze Palette an Orten und Plätzen an, die man unbedingt gesehen haben muss. Hier ein paar Vorschläge: Das Gutshaus Steglitz, das auch “Wrangelschlösschen” oder “Beyme-Schlösschen” genannt wird, ist eines der letzten erhaltenen frühklassizistischen Bauwerke Berlins und befindet sich an der Schloßstraße gleich neben dem Schlosspark Theater. Im Gutshaus finden Ausstellungen, Konzerte und andere Veranstaltungen statt, hier werden z. B. auch Trauungen des bezirklichen Standesamtes vorgenommen. Für private Feierlichkeiten können zudem Räume angemietet werden.
In Steglitz-Zehlendorf existiert auch eine Reihe von Dorfkirchen (zum Beispiel in Lankwitz oder in Zehlendorf), die zum Teil schon mehr als 500 Jahre alt sind.
Das Haus der Wannsee-Konferenz ist eine Gedenk- und Bildungsstätte. Schwerpunkt ist die Dauerausstellung „Die Wannsee-Konferenz und der Völkermord an den europäischen Juden“ mit dem historischen Raum der Konferenz vom 20.01.1942 und der Bibliothek.
Zentral auf dem Hermann-Ehlers-Platz befindet sich eine polierte Chromstahlwand, die den Betrachter spiegelt und die die eingravierten Namen, Geburtsdaten und Anschriften von jüdischen Deportierten aus ganz Berlin enthält (sog. „Spiegelwand“).
Das Schloss Glienicke mit seinem idyllischen Park befindet sich nördlich der Königstraße und wurde im Stil des Klassizismus erbaut.
Bäuerliches Leben pur – das können Sie auf der Domäne Dahlem erleben. Die dortigen traditionellen Veranstaltungen wie z. B. die Erntedank- oder die Marktfeste mit einem umfangreichen Angebot an frischen ökologischen Produkten lassen die Domäne zu einem gern und gut besuchten Ort des Bezirkes werden.
Eine mittelalterliche Siedlung mit Wohnhäusern, Vorratsschuppen und Werkstätten – auch das gibt’s in Steglitz-Zehlendorf: Das Freilichtmuseum Düppel stellt eine Rekonstruktion der ursprünglichen Anlage am Ausgrabungsort im südlichen Zehlendorf am Machnower Krummen Fenn dar. 1967 hatten Archäologen an dieser Stelle ein Dorf aus dem 12. Jahrhundert freigelegt. In den Sommermonaten werden im Museumsdorf Düppel regelmäßig Vorführungen traditioneller Handwerksarbeiten angeboten, zum Beispiel Töpfern, Weben, Schnitzen und Brotbacken (s.a. Artikel in diesem Heft).