Steglitz-Zehlendorf 2100 – Nachhaltigkeitsziele für den Bezirk

Farbige Handabdrücke auf einer Kugel
Bild: Hans-Jörg Nisch - Fotolia.com

„Nachhaltig ist eine Entwicklung dann, wenn sie den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten der zukünftigen Generationen zu gefährden.“

(„Brundtland-Report“ von 1987 – der Internationalen Kommission für Umwelt und Entwicklung unter Vorsitz der norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland)

Worum geht es?

Das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung wurde maßgeblich durch die Weltkonferenz in Rio de Janeiro 1992 in der Politik verankert. 176 Staaten verabschiedeten ein Aktionsprogramm für Umwelt und Entwicklung für das 21. Jahrhundert: die Agenda 21.

Zentrale Erkenntnis ist die Notwendigkeit, die begrenzten Ressourcen unseres Planeten verantwortungsvoll zu nutzen. Dies lässt sich nur erreichen, wenn zugleich die gerechte Verteilung von Lebens- und Entwicklungschancen zwischen den Regionen der Welt und zwischen den Generationen angestrebt wird.

Die Kommunen wurden aufgerufen, ihren Beitrag zu leisten und jeweils eine Lokale Agenda 21 zu beschließen. Dies setzte auch in Steglitz und Zehlendorf Aktivitäten in Gang, die schließlich zur Verabschiedung eines langfristigen Zukunftsprogramms führten.

Eine Chronologie der Schritte bis zu diesem Beschluss finden Sie hier.

Beschluss des Bezirksamtes

Im April 2008 beschloss das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf sein Zukunftsprogramm Steglitz-Zehlendorf 2100 – Nachhaltigkeitsziele für den Bezirk. In 16 Handlungsfeldern wurden Ziele festgelegt und Maßnahmen vereinbart, um diese zu erreichen. Dabei wurde eine langfristige Perspektive gewählt, die über die Legislaturperiode hinausgeht. Es wurde zugleich darauf geachtet, was im Einflussbereich einer Bezirksverwaltung liegt und auch konkret geleistet werden kann.
Durch regelmäßige Berichterstattung und mit Hilfe von Indikatoren wird überprüft, ob die gesetzten Ziele erreicht werden. Das Programm soll in jeder Legislaturperiode fortgeschrieben werden. Damit hat der Bezirk als bisher einziger Berliner Bezirk ein Nachhaltigkeitsmanagement eingeführt und macht transparent, was tatsächlich getan und bewirkt wird.

Ziele

sind zum Beispiel:

  • Der Energieverbrauch im gesamten Bezirk wird vermindert.
  • Die CO 2 – Freisetzung durch den Strom- und Wärmeverbrauch in den Gebäuden des Bezirksamtes wird bis 2030 auf 20% gegenüber dem Jahr 1990 abgesenkt.
  • Der Fahrradverkehr im Bezirk verdreifacht sich bis 2020 gegenüber 1990.
  • Bis 2015 sinkt die Zahl übergewichtiger Kinder auf 5 Prozent.
  • Immer mehr Menschen nutzen Bildungsangebote und erwerben Fähigkeiten für eine zukunftsfähige Entwicklung.
  • Eine nachhaltige Stadtentwicklung erreicht den sparsamen Umgang mit Grund und Boden, Verkehrsvermeidung und den Erhalt von Grünflächen.
  • Für alle Gewässer in bezirklicher Verantwortung wird bis 2050 ein guter Gewässerzustand wieder hergestellt.

Was wurde bisher erreicht?

Entspannt über die Schloßstraße radeln, gesunde Bio-Kost in den Schulkantinen, Energieeinsparung durch Sanierung der bezirkseigenen Gebäude, alle Sprachen Europas an der Volkshochschule – all dies sind Ergebnisse von Maßnahmen aus dem Zukunftsprogramm „Steglitz-Zehlendorf 2100“.

Nachdem bereits 2010 ein 1. Bericht vorgelegt wurde, steht 2013 ein 2. Sachstandsbericht, der den gesamten Zeitraum 2008-2012 umfasst, zur Verfügung. Die Bilanz fällt überwiegend positiv aus. Die folgende Tabelle gibt eine zusammenfassende Übersicht. Die Symbole verdeutlichen, ob die ambitionierten Ziele bisher voll, beinahe oder noch nicht erreicht wurden. Ausführliche Informationen dazu s.u. unter Materialien.

Übersicht Handlungsfelder
Bild: Umwelt- und Naturschutzamt Steglitz-Zehlendorf

Es bleibt aber noch viel zu tun. Allein die Erreichung der ehrgeizigen, aber notwendigen Klimaschutzziele des Bezirksamtes wird noch enorme Anstrengungen kosten. Weitreichende Veränderungen in der Mobilität und in der Ernährung brauchen ebenfalls einen langen Atem.

Ausgewählte Handlungsfelder

Klimaschutz im Bezirk

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Bild: davis - Fotolia.com

Klimaschutz in öffentlichen Gebäuden

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Bild: Joerg Farys - Fotolia.com

Förderung des Radverkehrs

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Bild: Andrea Wilhelm - Fotolia.com

Gesunde Kinder

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Bild: Igor Yaruta - Fotolia.com

Bildung für nachhaltige Entwicklung

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Bild: goodluz - Fotolia.com

Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger

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Bild: vege - Fotolia.com

Für die Fortschreibung des Programms "Steglitz-Zehlendorf 2100" wurde 2013 eine online-Bürgerbeteilung durchgeführt. Die Ergebnisse liegen jetzt vor.Weitere Informationen

Wie geht es weiter?

Die vorliegende Bilanz stellt die Grundlage für die Fortschreibung dar. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen, neuer Ideen und veränderter Rahmenbedingungen soll über Korrekturen und Erweiterungen, vor allem aber über optimierte Maßnahmen zur Zielerreichung diskutiert und beschlossen werden. Dabei werden die Öffentlichkeit beteiligt und Workshops zu ausgewählten Themenfeldern durchgeführt.

Ansprechperson

Frau Birkelbach Projekte Nachhaltigkeit und Klimaschutz Tel. (030) 90299-5954