Sauberer Schlachtensee und Krumme Lanke

Worum geht es?

Sonnenuntergang am Schlachtensee
Sonnenuntergang am Schlachtensee

Schlachtensee und Krumme Lanke unterliegen besonderen Schutzbestimmungen.
Sie sind u.a. Teil des Landschaftsschutzgebiets Grunewald, sind der EU nach der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie von 1992 gemeldet, die Nordwest-Seite ist als Wald geschützt und die die Südost-Seiten als geschützte Grünanlage.
Das Wasser hat eine besonders hohe Qualität, da es aus der Oberflächenwasser-Aufbereitungsanlage Beelitzhof (s.u.) mit Wasser gespeist wird. Es wird daher gern als Badegewässer genutzt.

Als Besucher tragen Sie Verantwortung dafür, diese besonderen Stadtseen anderen Besuchern und der Nachwelt in einem guten Zustand zu erhalten (s.u.).

Gerätetauchen im Schlachtensee und Krumme Lanke

Die Sondereregelung des Gemeingebrauchs für Krumme Lanke und Schlachtensee (veröffentlich im Amtsblatt Berlin Nr. 5 vom 30.01.2009, S. 300f) ist zum Jahresende 2011 ausgelaufen. Wie für alle anderen Berliner Gewässer gilt nun auch hier, dass Sporttauchen mit Sonderausrüstung nicht zum Gemeingebrauch zählt und daher eine unerlaubte Gewässerbenutzung darstellt.

Warum ist das Wasser in Schlachtensee und Krumme Lanke so sauber?

Wie war das Wasser im Schlachtensee 1980?
Seit Mitte der 1950er Jahre wurde das Wasser im Laufe des Sommers immer grüner. Zeitweilig konnte man schon nach 20 cm Wassertiefe seine Füße nicht mehr sehen. Das Tiefenwasser wurde faulig und ließ die Lebewesen dort absterben.

Wodurch wurde die Wasserqualität schlecht?
Ursprünglich floss das Wasser Richtung Südwesten durch die Grunewaldseenkette. Durch die Entnahme von Grundwasser für die Trinkwasseraufbereitung im Bereich Beelitzhof und der Rehwiese fiel bis Anfang des 20. Jahrhunderts der Grundwasserspiegel in diesem Gebiet rapide. Dadurch sank der Wasserspiegel des Schlachtensees bis 1910 um 2 Meter.
Als Ausgleich wurde seit 1913 Wasser aus dem Großen Wannsee direkt in den Schlachtensee gepumpt.
Phosphat in Waschmitteln führten seit Mitte der 1950er Jahre auch im Wannsee zu erheblichen Gewässerproblemen. Im Schlachtensee reicherte es sich weiter an und machte sich durch Algenwachstum, Zersetzung und Sauerstoffmangel bemerkbar.

Wie wurde das Wasser wieder klar?
Seit 1981 werden jährlich fast 3 Mio m 3 Wasser aus dem Großen Wannsee in der Oberflächenwasser-Aufbereitungsanlage Beelitzhof fast vollständig von Phosphat befreit und dann mit nahezu Trinkwasserqualität am Südwestende des Schlachtensees eingeleitet. Die Qualität des Wassers im See hat sich seitdem wesentlich gebessert: Das Licht reicht sogar wieder bis zum Seeboden und ermöglicht das Wachsen höherer Pflanzen. Zunehmende Nutzung, Uferzerstörung und weitere Phosphateinträge (u.a. Hundekot, Bodenerosion, Füttern von Wasservögeln, Aufwirbeln von Sediment) bedrohen jedoch die Qualität des Wassers.

Was kann ich tun, damit das Wasser klar bleibt?

  • Ich betrete nur freie Uferbereiche und schütze so die Ufervegetation.
  • Ich benutze die öffentlichen Toiletten (nahe S-Bahnhof Schlachtensee und am Ende der Fischerhüttenstraße).
  • Ich füttere keine Wasservögel.
  • Meine Abfälle nehme ich wieder mit.
  • Schwerwiegende Rechtsverstöße – z. B. Feuerstellen, Zerstörung von Absperrungen – melde ich umgehend der Polizei (Notruf 110) unter Angabe des genauen Standortes.
  • Als Hundehalter(-in) beachte ich die Regelungen zum Baden und Hunde an Schlachtensee und Krumme Lanke