Der Heimatverein Steglitz und das Steglitz-Museum
Text: Wolfgang Schönebeck
Drakestr. 64A - Sitz des Heimatvereins und des Steglitz-Museums
Träger des Museums ist der 1923 gegründete Heimatverein Steglitz. Wenige Jahre vorher war Steglitz - damals mit 80.000 Einwohnern bekannt als das "größte Dorf Preußens" - in Groß-Berlin eingegliedert worden. Zusammen mit den bis dahin ebenfalls selbständigen Gemeinden Lankwitz und Lichterfelde sowie Südende wurde es zum 12. Stadtbezirk der Hauptstadt.
Mitinitiator der Gründung des Vereins und sein erster Vorsitzender war Karl Buhrow, der letzte Bürgermeister des noch selbständigen Steglitz. Vereinsziel - so die erste Satzung - war es, die Geschichte der Gemeinde in "geeigneter Form" zu erhalten. Zur Eröffnung des bereits damals vorgesehenen "Ortsmuseums" kam es jedoch erst im Jahre 1984. Seit 2004 trägt es den Namen "Steglitz-Museum".
Dauerausstellungen befassen sich anhand verschiedenster Objekte, Dokumente und Bilder mit der Stadtentwicklung und der Geschichte der Ortsteile Steglitz, Lankwitz, Lichterfelde und Südende. Besonderes Anliegen ist es dabei, die Spuren von Menschen aufzuzeigen, die dort gelebt und gewirkt haben.
Besucher einer Ausstellung
Sonderausstellungen werden zu unterschiedlichen Themen veranstaltet, insbesondere aus den Bereichen Stadtentwicklung, Zeitgeschichte sowie Kultur und Kunst.
Einige Beispiele aus den letzten Jahren:
Steglitz - weibliche Spuren 1850 bis 1990
Redaktionsschluss - Steglitzer Lokalzeitungen - Leben und Geschichte
Steglitz vor sechs Jahrzehnten - Ein Bezirk erinnert sich
Modische Accessoires - Kostbarkeiten aus 3 Jahrhunderten
Die Steglitzer Schloßstraße im Wandel - zwischen gestern und morgen
Franz Müller-Münster - Spurensuche nach einem (fast) vergessenen Maler
100 Jahre Teltowkanal - Die Brücken des Kanals und ihre Geschichte(n)
Vortragsveranstaltung
Das Ausstellungsprogramm wird ergänzt durch stadtgeschichtliche Führungen, Lesungen und Vorträge sowie Besuche historisch oder baugeschichtlich interessanter Orte und Plätze in der Umgebung.
Neben einer umfangreichen Bibliothek verfügt das Museum über ein Archiv mit einer großen Zahl historischer Postkarten, Fotos - darunter zahlreiche Luftaufnahmen - und eine Bild- und Textsammlung über Steglitzer Persönlichkeiten. Es besitzt ferner historische Adress- und Telefonbücher und eine umfassende Kartensammlung über Steglitz, seine Ortsteile sowie Berlin und Brandenburg.
Seit einiger Zeit sind große Teile dieses Archivs in einer Online-Datenbank erfasst und über das Internet abrufbar. Interessenten können sich über die Internet-Seite des Vereins einwählen und nach individuellen Suchbegriffen eine Auswahl zusammenstellen, um sie im Museum in Augenschein zu nehmen oder daraus eine CD erstellen zu lassen.