Ausstellung im Gutshaus Steglitz: "ZeitenSpiel" bis 26. März 2017

Pressemitteilung Nr. 189 vom 20.03.2017

Inge H. Schmidt, Malerei – Zeichnungen
Katrin Pfister-Rosenzweig und Peter Rosenzweig, Skulpturen
bis 26. März 2017
Di – So 14 – 19 Uhr
Eintritt: 1,50 Euro
Gutshaus Steglitz, Schloßstr. 48, 12165 Berlin

Was für ein großer Moment! Ein Falter befreit sich aus der Dunkelheit, in deren Schutz er herangewachsen ist und fliegt in die Welt. Erste Flügelschläge, erste Farben. Es sind Momente wie diese, die die Malerin Inge H. Schmidt in ihren Zeichnungen auf Papier bringt. Anrührende Momente, manche auch heiter. So etwa fliegen in der Geisterstunde seltsame, doch lustige Wesen durch die Luft. Oder zu nächtlicher Stunde durch die Phantasiewelt der Künstlerin?

Diese Momentaufnahmen, fast spielerisch in den Zeichnungen erfasst, bilden in der Ausstellung „ZeitenSpiel“ einen bemerkenswerten Kontrast zu den Skulpturen, die sie umgeben. Hier der Augenblick, dort allein das Material, das die Erinnerung an Millionen Jahren Erdgeschichte in sich trägt. Was für ein Geschenk in einer Welt, die von virtuellen Datenströmen bestimmt zu sein scheint!

Aus diesem Material formt die Bildhauerin Katrin Pfister-Rosenzweig Skulpturen, die selbst mit der Zeit spielen. Sie greift in ihren Arbeiten Symbole alter Kulturen auf, wie die Sonne, das Leben spendende Prinzip oder das Auge, ein Schutzsymbol oder Tore, die für Transformation und Veränderung stehen. Diese verfremdet sie und es entstehen Werke, die an moderne Architekturen erinnern. Reduzierte und konzentrierte Formen, doch farbenfroh und heiter. Denn die Künstlerin verarbeitet nicht nur den berühmten Marmor aus ihrer zweiten Heimat Italien, sondern auch farbige Steine aus aller Welt.

Als der Marmor vor über 100 Jahren aus dem Berg gebrochen wurde, musste er von den Steinbrucharbeitern noch von Hand zu Blöcken geschlagen werden. Dem Bildhauer Peter Rosenzweig gelang es, einige dieser alten Blöcke zu finden. Diese bearbeitete er nicht wie üblich von außen an die Form heran. Nein, er ließ die Arbeit der inzwischen verstorbenen Steinbrucharbeiter stehen und höhlte die Blöcke von innen aus. Leere als Form, Geschichte als Hülle. In diese setzt er kleine Zeitzeichen. Einmal krabbelt ein Skarabäus durch den Block, in einem anderen scheint ein Tropfen gerade auf den Boden gefallen zu sein.

Auf all das blicken in der Ausstellung auch die Köpfe von Menschen aus den entlegensten Winkeln der Welt. Diese hat Inge H. Schmidt bereist und ihre Bewohner gemalt. Ihre Portraits sind mehr als Gesichter. Sie erzählen von dem Wissen, der Erfahrung und den Geschichten ethnischer Minderheiten. Menschen unserer Zeit, die in einer anderen Zeit zu leben scheinen.

In Zusammenarbeit mit dem Büro der Bezirksbürgermeisterin Steglitz-Zehlendorf,
Kirchstr. 1/3, 14163 Berlin.
Ansprechpartnerin: Christine Urban, Tel.: (030) 90299-3924, Fax: (030) 90299-2660
Internet: www.steglitz-zehlendorf.de/gutshaus-steglitz
E-Mail: christine.urban@ba-sz.berlin.de