Respekt und Rücksichtnahme an Schlachtensee und Krumme Lanke - Land, Bezirk und Berliner Forsten ziehen erste Bilanz der Neuregelung zum Hundeauslauf

Pressemitteilung Nr. 400 vom 16.06.2015

Seit einem Monat ist die neue Regelung zur Mitnahme von Hunden an den Schlachtensee und die Krumme Lanke in Kraft. Vertreterinnen und Vertreter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, der Berliner Forsten, des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf (Ordnungsamt, Umwelt- und Naturschutzamt sowie Straßen- und Grünflächenamt) sowie der Berliner Wasserbetriebe und der Polizei haben ein erstes Resümee zu der Maßnahme gezogen.

Annahme der neuen Regelung: Es ist sehr erfreulich, dass der obere Seeweg intensiv genutzt wird und die Regelung grundsätzlich Beachtung findet. Nur sehr wenige Menschen führen ihren Hund trotz der Kennzeichnung am See entlang oft aus Unkenntnis, vereinzelt auch als Provokation.

Bürgerreaktionen und Bürgerprotest: Die Reaktionen von Bürgerinnen und Bürgern sind überwiegend positiv (2/3 zustimmend, 1/3 ablehnend) und zum Teil sehr berührend. Menschen bedanken sich für die eingetretene Ruhe in der Natur. Viele Bürgerinnen und Bürger schreiben den beteiligten Institutionen, sie seien glücklich, sich nun nicht mehr um ungebetene Hundebesuche auf Decken und um ungewollte Duschen nach Hundebädern bei ihren Besuchen am See sorgen zu müssen. Der Aufenthalt an den Seen mit Kindern sei sicherer geworden.

Vandalismus und Zerstörung der Hinweisschilder und der „Hundeampeln“: Viel Sorge bereitet den beteiligten Stellen die häufige Zerstörung der Schilder auf den Zugangswegen zu den Seen. Die Hinweisschilder werden regelmäßig erneuert. Die dafür aufzuwendenden Mittel könnten besser anderweitig genutzt werden. Bei der Zerstörung der Schilder und der „Hundeampeln“ handelt es sich um Sachbeschädigung und Diebstahl, die ab sofort bei der Polizei angezeigt und geahndet werden.

Nummerierte Poller sorgen für mehr Sicherheit: Die Hinweis-Poller werden in den nächsten Wochen zusätzlich mit einer Nummer versehen. Dadurch wird mehr Sicherheit für alle Erholung suchenden Menschen rund um die beiden Seen geschaffen. Die nummerierten Poller ermöglichen auch eine bessere Orientierung bei Notfällen. Sie erleichtern es Polizei und Rettungsdiensten, in Not geratenen Bürgerinnen und Bürgern am Schlachtensee und an der Krummen Lanke schneller zu Hilfe zu kommen.

Neue Bänke: An der Wald-Uferseite des Schlachtensees, das sich in der Verwaltung der Berliner Forsten befindet, wurden neue Bänke aufgestellt. Am oberen Uferweg musste eine Bank allerdings wieder abgebaut werden, da sie mutwillig zerstört wurde und Hunde vor der Bank ein tiefes Loch gegraben haben.

Missverständnisse: Auf dem Weg am See unter der Marinesiedlung gibt es offenbar durch die übermalten Poller öfter Missverständnisse. Hundebesitzer und -besitzerinnen, die mit ihren Hunden auf dem für die Mitnahme von Hunden ausgewiesenen Weg entlanglaufen, werden gelegentlich von Passanten gerügt und aufgefordert, dort nicht zu laufen. Das ist nicht richtig: Die Hundeampeln an dieser Stelle sind gelb; das heißt, dass dort die Mitnahme von Hunden an der Leine erlaubt ist.

Probleme bleiben – Lärm und Müll: Der zurückgelassene Abfall bleibt ein Problem. Die 55 Einhundert-Liter-Mülleimer auf der Seite der S-Bahn sowie die beiden riesigen unterirdischen Müllschlucker an der S-Bahn Schlachtensee und an der Krummen Lanke sind erste Maßnahmen der zuständigen Ämter. Eine weitere Toilettenanlagen ist an der Krummen Lanke und am Ende des Schlachtensees geplant.

Mit Blick auf die gelegentlich lauten Partys am See, oft mit Alkohol und liegengelassenem Müll, werden die beteiligten Institutionen weiter nach Lösungen suchen. Das Bewusstsein darüber, dass die Verantwortung für mitgebrachte Verpackungen nicht nach dem Ausleeren derselben endet, ist offenbar noch nicht überall verbreitet.

Es muss gelingen, die Menschen von den Spielregeln des gemeinsamen Zusammenlebens zu überzeugen. Neben der direkten Ansprache, den bereitgestellten Mülleimern und Toilettenanlagen müssen notfalls finanzielle Strafen erhoben werden damit nicht diejenigen am Ende gewinnen, die sich dauerhaft auf Kosten aller anderen amüsieren wollen.

Die beteiligten Institutionen appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger, sich bitte in friedlicher Art und Weise über die unterschiedliche Zufriedenheit oder auch Unzufriedenheit mit der derzeitigen Situation an Schlachtensee und Krumme Lanke auszutauschen.

Zerstörung und Vandalismus als Mittel der Auseinandersetzung werden nicht anerkannt und in Zukunft zur Anzeige gebracht. Die Entwicklungen an Schlachtensee und Krumme Lanke werden weiterhin in regelmäßigen Zeitabständen evaluiert. Sicherlich werden die Erfahrungen des ersten Sommers mit der neuen Regelung im Herbst zu neuen Diskussionen über die Nutzung der beiden Seen führen.

Die beteiligten Institutionen danken allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich in die gesellschaftliche Diskussion um die Zukunft der beiden Seen im Grunewald eingebracht haben kritisch, besorgt, engagiert.

Weitere Informationen und Ansprechpartner der beteiligten Verwaltungen finden Sie hier.