Ausstellung: "HITLERS SCHREIBTISCHTÄTER. Das SS-Amt und das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt Unter den Eichen 126–135" noch bis zum 23.02.2014

Pressemitteilung vom 18.12.2013

In jeder KZ-Gedenkstätte stößt man auf Dokumente mit dem Briefkopf des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes -SS-WVHA- Berlin-Lichterfelde, Unter den Eichen 126-135. Das SS-WVHA wurde 1942 unter der Leitung des vom Reichsführer-SS Heinrich Himmler eingesetzten SS-Obergruppenführers Oswald Pohl gegründet und ersetzte die Vorgängereinrichtungen. Das SS-WVHA war als Schaltzentrale für die Verwaltung und wirtschaftliche Ausbeutung der KZ-Häftlinge zuständig. Das SS-WVHA verwaltete u.a. die SS-eigenen Industrien, Gewerbe und Betriebe.

Bei den SS-Firmen lässt sich ein „ganzheitlicher Ansatz“ des Reichsführers-SS Heinrich Himmler erkennen: Ideologisches Rüstzeug vermittelte der Nordland-Verlag; Hintergrund für die Übernahme verschiedener Mineralwasserfirmen wie „Sudetenquell“ und „Apollinaris“ durch das WVHA war Himmlers Plan, die SS-Männer (und die deutsche Bevölkerung) vom Alkoholkonsum abzuhalten. Der im KZ Dachau befindliche Kräutergarten lieferte Gewürze für die zum WVHA gehörende „Deutsche Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung“. Ziegeleien benötige man für geplante deutsche Siedlungen in den besetzten Ländern Osteuropas, und in Holzwerkstätten wurden Möbel für das „deutsche Heim“ hergestellt, in der SS-Porzellanmanufaktur Allach u.a. „Julleuchter“.

Das Amt verfügte über eine äußerst komplexe Struktur, die regionalhistorische Ausstellung muss sich daher auf Bruchstücke beschränken und befasst sich mit unbekannteren Aspekten der SS. Sie behandelt die Baugeschichte des riesigen Gebäudekomplexes (Unter den Eichen 126-135/Schlossstraße 60-62a/Geranienstraße), einzelne SS-Firmen – Mineralwasserfirmen, die Porzellanmanufaktur Allach, den Nordland-Verlag und die Produktion „deutschen Pfeffers“ und biografische Angaben zum Personal des Amtes.

Ausstellungsdauer: noch bis zum 23.02 2014
Öffnungszeiten: Di–So: 10–18 Uhr; am 24., 25. und 31.12.2013 und am 1.1.2014 geschlossen
Ausstellungsort: Galerie Schwartzsche Villa, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin
Eintritt: frei Die sehr erfolgreiche Ausstellung „Hitlers Schreibtischtäter. Das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt Unter den Eichen 126-135“ kann am 2. Weihnachtstag von 10.00-18.00 Uhr besucht werden. Silvester und Neujahr ist wiederum geschlossen. Die o. g. Öffnungszeiten gelten dann wieder ab 2. Januar 2014.

Informationen über die Ausstellung sowie Fotos zum Herunterladen finden Sie hier.

Die Ausstellung wurde im Rahmen des Berliner Themenjahrs „Zerstörte Vielfalt“ erarbeitet und vom Hauptstadtkulturfonds gefördert. Es erscheint eine Begleitbroschüre.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm begleitet die Ausstellung. Kostenfreie Führung 10.01.2014, 16 Uhr; 14.02.2014, 16 Uhr
Führung mit Armin A. Woy: Arbeitsplatz der SS-Schreibtischtäter: Das SS-WVHA
Treffpunkt: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnunng, Unter den Eichen 135
Um 1940 entstand entlang der Straße Unter den Eichen ein ursprünglich für Wohnzwecke gedachter Baukomplex, der schließlich das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (SS-WVHA) beherbergte. Hier arbeiteten Hitlers Schreibtischtäter und hier befand sich auch ein Außenlager des KZ Sachsenhausen. An den Januar-Terminen ist eine kurze Besichtigung der Innenräume vorgesehen.

Weitere Informationen zu den Führungen von Armin A. Woy erhalten Sie unter Tel.: (030) 75479515. Vortrag 21.01.14, 19 Uhr
Vortrag mit Monika Nöhre, Präsidentin des Kammergerichts Berlin: “Das Kammergericht und seine Notare. Ein Blick auf die Nachkriegszeit”
Ort: Schwartzsche Villa, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin
Eintritt: 5 €, ermäßigt 3 €, Karten nur an der Abendkasse
Mit Kriegsende war die Rechtspflege in Berlin auf Null gestellt. Wer konnte in der neuen Zeit zum Notar bestellt werden? Hatten Juristen mit brauner Vergangenheit bessere Berufschancen als ihre Berufskollegen, die zuvor durch die barbarischen Gesetze der Nationalsozialisten ausgegrenzt worden waren? Der Vortrag versucht eine Annäherung an dieses sensible Thema, wobei der ehemalige Hausnotar der SS Dr. Wilhelm Schneider im Mittelpunkt steht. Theater 25.01.14, 19 Uhr
Theater mit Hans Schleif, “Eine Spurensuche” mit Matthias Neukirch, Regie: Julian Klein
Ort: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Unter den Eichen 135, 12203 Berlin
Einlass: ab 18:30 Uhr, kein Nacheinlass möglich. Der Zugang ist nicht barrierefrei.
Eintritt: 15 €, ermäßigt 10 €, Karten nur im Vorverkauf ab 7. Jan. 2014

Veranstalter: Kulturamt Steglitz-Zehlendorf, Grunewaldstraße 3, 12165 Berlin
Tel. (030) 90299-2302, Fax: 90299-2715
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