Ausstellungseröffnung "Verraten und Verkauft. Jüdische Unternehmen in Berlin, Steglitz und Zehlendorf 1933-1945" am 27.11.2012

Pressemitteilung vom 19.11.2012

Das Kulturamt zeigt einen Teil der Ausstellung „Verraten und Verkauft. Jüdische Unternehmen in Berlin 1933-1945“, die von einer Arbeitsgruppe des Aktiven Museums und des Forschungsprojektes
“Ausgrenzungsprozesse und Überlebensstrategien. Kleine und mittlere jüdische Gewerbeunternehmen in Berlin 1930/31-1945“ am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin erarbeitet wurde.
Zwei neu recherchierte Unternehmensgeschichten lenken den Blick auf die Bezirke Steglitz und Zehlendorf: Das Schuhhaus Münzer in der Schlossstraße 98 Ecke Kieler Straße und die Norddeutsche Hut-Compagnie Leopold Levy, die Herrenkleidung und Accessoires anboten, am Teltower Damm 15/17. Im Fokus stehen die Geschichte der Firmen und ihrer jüdischen Eigentümer in der NS-Zeit. Einige ausgewählte Originale in Vitrinen verweisen auf Spuren jüdischer Firmen in den Bezirken Steglitz und Zehlendorf.

Ort: Schwartzsche Villa,, Grunewaldstr. 55, 12165 Berlin
Dauer: 28. November 2012 bis 10. Februar 2013
Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr (am 24./ 25./ 26./ 31.12 u. 1.1.2013 geschlossen)
Eintritt: frei Rahmenprogramm:

  • Dienstag, 4. Dezember 2012 19 Uhr: Mir aber zerriss es das Herz. Der stille Widerstand der Elisabeth Schmitz
    Manfred Gailus liest aus dem von ihm herausgegebenen Buch „Elisabeth Schmitz und ihre Denkschrift gegen die Judenverfolgung“. Elisabeth Schmitz, Historikerin und Theologin, Lehrerin an der Beethoven-Oberschule, verfasste 1935/1936 anonym eine Denkschrift gegen die Judenverfolgung, die in der Evangelischen Kirche jedoch keine Wirkung erzielte.
  • Sonntag, 16. Dezember 2012, 11.30 Uhr: Meine Lehrerin, Dr. Dora Lux 1882-1959. Nachforschungen
    Hilde Schramm liest aus ihrem gleichnamigen Buch. Dora Lux gehörte zu den ersten Abiturientinnen, war eine Wegbereiterin des Frauenstudiums und setzte ihr Recht auf Bildung und Ausübung eines akademischen Berufs durch. Sie erhielt 1933 umgehend Berufsverbot. Sie verstieß gegen die Vorschrift, sich als Jüdin registrieren zu lassen, und überlebte. Nach 1945 war sie wieder als Lehrerin tätig und unterrichtete gegen den Zeitgeist.
  • Dienstag, 15. Januar 2013, 20 Uhr: Ausverkauf. Die Vernichtung der jüdischen Gewerbetätigkeitin Berlin 1930-1945
    Christoph Kreutzmüller liest aus seinem Buch In Berlin waren rund 50.000 jüdische Gewerbebetriebe ansässig – wohl die Hälfte aller jüdischen Unternehmen Deutschlands. Schon deshalb wurde die Reichshauptstadt ab 1933 zum Zentrum des Boykotts und von Gewaltaktionen. Gleichzeitig bot die Handels- und Industriemetropole aber auch einen einzigartigen Raum für jüdische Selbstbehauptung.
  • Dienstag, 29. Januar 2013, 20 Uhr: Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene
    Lesung mit Andrea Röpke Seit einigen Jahren treten Frauen in der männerdominierten Neonazi-Bewegung zunehmend selbstbewusst auf. Die ausgewiesenen Kenner des rechtsextremen Milieus Andrea Röpke und Andreas Speit schildern, wo „völkische Sippen“ bereits Vereine, Elternräte oder Nachbarschaften prägen.

Eintritt jeweils: 5 € (Schüler und Studierende 3 €), Karten erhalten Sie an der Abendkasse. Weitere Informationen: (030) 90299-2302