Na klar - Kein Alkohol in der Schwangerschaft – Plakatausstellung im Rathaus Zehlendorf

Pressemitteilung vom 20.09.2012

Im Rahmen der Berlinweiten Kampagne „Na klar- unabhängig von Alkohol und anderen Suchtmitteln“ findet eine Plakatausstellung im Rathaus Zehlendorf, Kirchstraße 1/3, 14163 Berlin, zum Thema „Kein Alkohol in der Schwangerschaft“ statt. Die Ausstellung ist noch bis zum Freitag, den 28.09.2012, in der Zeit von 08.00 bis 18.00 Uhr, im Flur vor dem Bürgeramt (Bauteil A, Erdgeschoss) zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Bei den Plakaten handelt es sich um das Ergebnis eines Wettbewerbs an Steglitz-Zehlendorfer Oberschulen zum Thema „Kein Alkohol in der Schwangerschaft“, der von der Planungs- und Koordinierungsstelle Gesundheit 21 initiiert und durchgeführt wurde.

Es werden jährlich schätzungsweise 10.000 Kinder mit einer fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) geboren, davon 4.000 Kinder mit dem Vollbild des fetalen Alkoholsyndroms (FAS). Die Familien der alkoholgeschädigten Kinder können sich die Symptome und Auffälligkeiten ihres Kindes häufig nicht erklären. Selbst Ärzten und Hebammen fehlt oft noch das Wissen, um die Krankheit zu erkennen. So wird FASD häufig gar nicht oder erst nach Jahren festgestellt und die Betroffenen bekommen nicht die Hilfe, die sie bräuchten.

“Alkoholkonsum in der Schwangerschaft kann zu irreparablen Schäden und zu einer lebenslangen Behinderung des Kindes führen. Es gibt keine unbedenkliche Trinkmenge in der Schwangerschaft. Aus diesem Grunde: kein Tropfen Alkohol in der Schwangerschaft! Um dies zu gewährleisten, ist immer wieder Aufklärung erforderlich“, erklärt die für den Bereich Gesundheit zuständige Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto.

Die fetale Alkoholspektrumstörung ist die häufigste angeborene geistige und körperliche Fehlentwicklung, die nicht genetisch bedingt und zu 100% vermeidbar ist. Jedes Jahr werden ca. 10.000 Kinder mit FASD geboren. Die Zahl von ca. 4000 Kinder, die mit dem Vollbild des fetalen Alkoholsyndroms (FAS) geboren werden, ist etwa doppelt so hoch, wie die Zahl derer, die mit dem Down-Syndrom geboren werden.

Ein Selbsthilfe-Netzwerk für betroffene Eltern bietet FASD Deutschland (E-Mail). Darüber hinaus kann man sich auch an das Evangelische Kinderheim Sonnenhof in Spandau wenden. Das Evangelische Kinderheim Sonnenhof hat sich seit Mitte der 1990er Jahre auf die Betreuung von Kindern spezialisiert, die durch Alkohol in der Schwangerschaft geschädigt worden sind. Aufgrund ihrer Erfahrungen mit den vielfältigen Auswirkungen von Fetalen Alkoholspektrumstörungen entwickelte die Einrichtung im Jahr 2007 die deutschlandweit erste Beratungsstelle für alkoholgeschädigte Kinder, die nach internationalen Standards, dem 4-Digit-Code, diagnostiziert.

Einen umfassenden Überblick, welche Sozialleistungen die Betroffenen beanspruchen können und welche Probleme dabei in der Praxis auftreten, gibt ein Gutachten im Auftrag der Drogenbeauftragten der Bundesregierung. Autoren sind Rechtsanwältin Gila Schindler und Dr. med. Heike Hoff-Emden. Es ist auf der Internetseite der Drogenbeauftragten abrufbar.