Neue Ausstellung im Gutshaus Steglitz ab dem 31.08.2012

Pressemitteilung vom 06.08.2012

Ausstellung aus Anlass seines 75. Geburtstages Der Bildhauer Richard Heß Gutshaus Steglitz, Schloßstr. 48, 12165 Berlin
Fr, 31.08. bis So, 07.10.2012
Dienstag bis Sonntag 14.00 bis 19.00 Uhr
Eintritt: 1,50 Euro

Richard Heß wurde am 6. April 1937 in Berlin geboren. Von 1952 bis 1955 absolvierte er eine Holzbildhauerlehre, von 1957 bis 1962 studierte er Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Berlin und von 1962 bis 1963 war er dort Meisterschüler bei Professor Bernhard Heiliger. Bis 1965 arbeitete er in Berlin freischaffend als Bildhauer. Von 1965 bis 1968 war Heß Assistent an der Technischen Universität Braunschweig bei Professor Jürgen Weber und anschließend bis 1971 bei Professor Waldemar Grzimek an der Technischen Hochschule in Darmstadt. 1971 erhielt er hier einen Lehrauftrag und 1972 eine Dozentur. Richard Heß wurde Mitglied der Darmstädter Sezession, in deren Vorstand er von 1974 bis 1976 wirkte. 1980 berief die Fachhochschule Bielefeld Richard Heß zum Professor. Im gleichen Jahr erhielt er den Darmstädter Kunstpreis und 1997 den Preis der Skulpturenbiennale Bad Homburg v. d. Höhe. 1991 war er Gastdozent am Schwäbischen Kunstsommer der Universität Augsburg. 1999 zog Richard Heß wieder nach Berlin, wo er seitdem als Bildhauer tätig ist.

Seit 1966 hatte Richard Heß eine Vielzahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in verschiedenen Städten Deutschlands. Werke von Richard Heß befinden sich in 46 öffentlichen Sammlungen Deutschlands. Seine Bibliographie umfasst etwa 120 Titel. Im Jahr 2000 erschien an der Universität Heidelberg eine Dissertation über den Bildhauer Richard Heß.

Das bildhauerische Schaffen von Richard Heß ist auf besondere Weise mit Italien verbunden. Schon während des Studiums begegnete er Werken von Marini, Manzú, Minguzzi, Mascherini, Morandi und Guttuso, die ihn nachhaltig beeindruckten. In den 80er Jahren wird er in Italien bekannt, wo er Ausstellungen in Verona, Bolzano, Mantua, Milano, Padova, Montecatini Terme, Abano Terme, Vicenza, Cesena, Bari, Terme Tamerici, Taranto, Bologna, Treviso, Tredozio und Imola hatte.

1995 nahm er an der Biennale Venedig (con il patrocinio della Biennale di Venezia, Esposizione Internazionale d’Arte), Außenstelle Vicenza, teil. Werke von Richard Heß sind in acht öffentlichen Sammlungen Italiens vertreten. Seit 2005 ist er korrespondierendes Mitglied der Accademia Nazionale di San Luca, Roma.

„Die Skulpturen von Richard Heß erzählen etwas, und dem Erzähler geht der Stoff nie aus. Das führt zur Mannigfaltigkeit seines OEuvres, was die Themen und auch was die Einstellung zu ihnen angeht. Es gibt Anklage, ironische Kommentare, aber auch freudige Bejahung, Faszination von der Sinnlichkeit und witziges Spiel mit der Erscheinung. Stets muss sich der Betrachter neu einstellen. Der Künstler erntet jetzt die Früchte über lange Zeit gesammelter Erfahrungen des Sehens und Gestaltens. (…) Die skeptische Sicht der Welt als Lehre des 20. Jahrhunderts hat die Gattung der Skulptur als die am meisten auf Affirmation und Dauerhaftigkeit zielende der bildenden Künste gleichsam ihres Sockels beraubt. Mit dem skeptischen Blick wird auch sie gesehen. Richard Heß hat sich dieser Herausforderung gestellt.“ Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan