Ansprache der Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf zum Coronavirus

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

wirklich durchatmen kann keiner von uns momentan und ich will ehrlich zu Ihnen sein: Das ist erst der Anfang! Die Lage ist ernst! Es ist wichtig, dass jeder von uns das begreift. Sie verfolgen mit Sicherheit die Medien – vielleicht auch unsere eigenen Kanäle wie die Webseite und die Social-Media-Kanäle Twitter und Instagram – hören vieles immer und immer wieder. Dennoch appelliere ich heute eindringlich an Sie:

Bleiben Sie zu Hause, sofern Sie die Möglichkeit dazu haben! Beschränken Sie Ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum! Tun Sie dies nicht nur für sich und Ihre Liebsten, sondern auch für die vielen Menschen, die aktuell für uns „da draußen“ weitermachen und nicht die Möglichkeit haben, zu Hause bleiben zu können. Denken Sie bitte langfristig. Wenn wir uns die Zahlen zu den Corona-Infizierten in Berlin ansehen, wird eines schnell klar: Die Zahlen steigen pro Tag rasant und genau deshalb ist „Social Distancing“ DIE Maßnahme, durch die wir alle einen Teil dazu beitragen, dass unser Gesundheitssystem nicht überstrapaziert wird. Wir sehen die Ausmaße in anderen Ländern wie China, Italien, Spanien oder dem Iran. Wir müssen jetzt handeln: unverzüglich und gemeinsam! Wir tragen alle Verantwortung und sind in der Pflicht, auch die ältesten und schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft zu schützen. Ich weiß, dass dies eine sehr große Herausforderung für uns alle ist. Denn besonders in solchen Zeiten benötigen wir Zuspruch und Trost. Wir möchten mit unseren Ängsten und Sorgen nicht -wortwörtlich- alleine sein.

Glücklicherweise haben wir viele digitale Angebote – und das Telefon bleibt uns auch. Kindern und Jugendlichen stehen digitale Lern- und Bildungsangebote zur Verfügung, Konzerte werden per Livestream angeboten und es gibt viele Gruppen in den sozialen Netzwerken, in denen Menschen sich Trost spenden, austauschen und gegenseitig unterstützen.

Es scheint Paradox: Im „echten“ Leben erfahren wir aktuell viele Einschränkungen, die uns nun aber digital näher bringen. Neue Formate werden entwickelt, um uns so gut es geht durch diese Zeit zu bringen. Haben Sie von dem „WirVSVirus“ Hackathon der Bundesregierung gehört? Bei einem Hackathon geht es darum, gemeinsam technische Lösungen für Hard- und Software zu entwickeln. Hier können Interessierte also gemeinsam an Lösungen arbeiten, um die Herausforderungen zu meistern, die durch das Coronavirus vor uns liegen. Außerdem möchte ich Sie noch auf die „CovApp“ der Charité hinweisen. Mit Hilfe der App sollen die Abläufe in der Untersuchungsstelle der Charité verbessert werden. In der App können Sie einen Fragebogen ausfüllen, der Ihnen als Entscheidungshilfe dient, ob ein COVID-19-Test sinnvoll ist und Sie eine Abklärungsstelle aufsuchen sollten. Die App ist browserbasiert, das bedeutet, dass jeder Sie über das Internet unter https://covapp.charite.de erreicht.

Wir haben einen internen Krisenstab eingerichtet und sitzen jede Woche mehrmals zusammen. Ich versichere Ihnen, dass ich die Entwicklungen stets im Auge behalte.

Wir sollten nicht in Panik verfallen, denn die ist bekanntlich ein schlechter Berater, aber wir dürfen nicht sorglos und unachtsam sein! Bitte achten Sie auf sich und versuchen, auch unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger zu unterstützen. Vielleicht können Sie einem Nachbarn oder einer Nachbarin einen Einkauf abnehmen oder auch einfach nur ein paar nette Worte und ein Lächeln schenken?

Apropos Lächeln: Ich möchte an der Stelle allen Menschen danken, die es uns täglich ermöglichen, unser gesellschaftliches Leben aufrecht zu erhalten! Sie sind die Helden unseres Alltags – das gilt auch für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, durch die wir den Dienstbetrieb für Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, aufrechterhalten.

Ich kann Ihre Sorgen und Unsicherheit sehr gut verstehen. Bitte melden Sie sich jederzeit bei mir, wenn Ihnen etwas auf dem Herzen liegt! Egal ob per Telefon, E-Mail , Brief, Twitter oder Facebook!

Gemeinsam schaffen wir das!

Ihre Cerstin Richter-Kotowski