"ONLY INTENSE" Ausstellung von H.R. Beier im Gutshaus

Malerei - Druckgrafik - Porzellanobjekte

Gutshaus Steglitz, Schloßstr. 48, 12165 Berlin
Sa, 20. Januar bis So, 25. Februar 2018
Di bis So 14 bis 19 Uhr

Die großen stets quadratischen Formate legt Roland Beier beim Malen vor sich auf den Boden und arbeitet auf der Leinwand mit Naturmaterial wie Sand, Putz und Lehmerde plus Zusatz von Latexbindemittel und Spachtelmasse. Aber auch Blattgold, verrostetes Blech und Wolle werden als eine Material-Collage auf diesen Untergrund zu vorwiegend verwendeten Acrylfarben eingesetzt. Er dreht die Leinwand während des Malprozesses, bis sich in der Verdichtung eine Bildidee abzuzeichnen beginnt, welche aber abstrakt bleibt.
Diese Oberflächen haben durchaus eine sinnliche Komponente. Verschiedene Ebenen überlagern sich, geben den Bildern dann eine räumliche Tiefe. Strukturen auf diesen Flächen werden zu anschaulichen Gebilden und so haben viele Bilder eine ausgesprochen plastische Oberfläche, welche in einem oft langwierigen Prozess von Hinzufügen und Wegnehmen entsteht.
Seine Bildtitel beziehen sich oft auf die ausgewählte Musik, welche der Künstler während des Malprozesses mit Kopfhörern hört. Er ermuntert die Betrachter, ihre eigene Assoziationskraft zu einem Ausblick in eine poesievolle Landschaft zu entfalten. Das Thema Musik mit Interpretationen zur Musik von Bach, Mozart bis John Cage und Philip Glass, sowie auch die impressionistische Klaviermusik von Erik Satie und Claude Debussy, inspirieren zu neuen malerischen Bildfindungen aus einem anscheinend kreativ unerschöpflichen Fundus.
Bei einigen seiner Schrottplatten-Druckgrafiken löst sich die Grenze zwischen Druckgrafik und Malerei stellenweise auf. Seine Porzellanexperimente: Platten, Vasen und Schalen sind spannungsvolle Arrangements einer zuweilen unbefangenen Experimentierfreude und entstehen seit einer Studien-reise 2010 in die historische japanische Porzellanstadt Arita in der Porzellanmanufaktur

1955 in Meißen/Sachsen geboren, wuchs Roland Beier in einer Porzellanmalerfamilie auf.
Während des Abiturs absolvierte er einen Vorkurs an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und studierte anschließend an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee von 1974 bis 1979, die er mit einem Diplomabschluss als Illustrator und Grafikdesigner beendete. Seitdem ist er freiberuflich als Illustrator und Cartoonist für Verlage tätig. Ab 2000 beginnt eine verstärkte Auseinandersetzung mit der Malerei und seit 2010 überrascht er dazu mit Porzellanobjekten. Er lebt und arbeitet seit 1992 als Wahlberliner in Berlin-Karolinenhof.

Eintritt 1,50 Euro