Bericht Wirtschaftsgespräche Berlin SÜDWEST 2017 im Kunsthaus Dahlem

Beste Voraussetzungen für Qualitätstourismus im Berliner Südwesten

Bei den diesjährigen Wirtschaftsgesprächen SÜDWEST am 29. November 2017 trafen sich über 150 Gäste im Kunsthaus Dahlem. “Das Kunsthaus Dahlem ist das zweitjüngste Museumshaus in Berlin, das aber noch bekannter werden soll“, sagte Dr. Dorothea Schöne, Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin des Kunsthauses Dahlem. Deshalb freute sie sich, dass der Bezirk für seine diesjährigen „Wirtschaftsgespräche Berlin SÜDWEST“ diesen Ort gewählt habe.

Cerstin Richter-Kotowski, Bezirksbürgermeisterin Steglitz-Zehlendorf, eröffnete den Abend. In ihrer zehnjährigen Amtszeit als Bezirksstadträtin für Kultur bis 2016 habe sie sich gut vernetzt, was auch ihren jetzigen Aufgabenbereichen Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung entgegenkomme: „Die Wirtschaftsförderung hat ein sehr weites Aufgabenspektrum wie die bezirkliche Tourismusförderung, die Begleitung des FUBIC-Projekts, die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets am Stichkanal an der Goerzallee, die gemeinsam mit dem Regionalmanagement bearbeitet werden.“ Bei all diesen Bemühungen stehen für sie die Gewerbetreibenden im Mittelpunkt, die sie in den vergangenen Monaten besucht habe: „Dabei habe ich festgestellt, dass Erstaunliches geleistet wird und großartige Ideen und Produkte umgesetzt werden. Ich danke allen, die sich für die Wirtschaftsförderung in unserem Bezirk eingesetzt haben und einsetzen, danke für die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsverwaltung, ohne die viele Projekte nicht umgesetzt worden wären. 2018 werden wir Projekte wie Wirtschaft 4.0, Smart City und den Ausbau der Kooperationen mit dem Umland voranbringen.“

Michael Pawlik, Leiter der Wirtschaftsförderung Steglitz-Zehlendorf, sieht zusätzlich zu den von der Bezirksbürgermeisterin genannten wirtschaftlichen Schwerpunkten im Bereich Tourismus große Potenziale für den Berliner Südwesten: „Unser Bezirk hat im Vergleich zu anderen Berliner Bezirken die höchste Tourismusakzeptanz in ganz Berlin. Wir sind gut aufgestellt und wollen, wie im Tourismuskonzept 2018+ von visitBerlin vorgesehen, dass die Tourismusströme von Mitte in die Außenbezirke gelenkt werden. Dafür müssen die Außenbezirke mit ihren Angeboten beworben werden. Unsere Angebote wie hochwertige Kultureinrichtungen, reichlich Wasser- und Parkflächen, Radwege und andere Routen bieten beste Voraussetzungen für einen anspruchsvollen Qualitätstourismus. Beispielsweise werden wir Anfang 2018 mit dem Ausschildern der Dahlemer Fahrradroute beginnen. Bei der ITB im März 2018 stellen wir den Werbespot für diese Route vor. Eine andere Radroute führt am Wannsee vorbei und soll über Babelsberg bis nach Potsdam führen, um auch das Umland miteinzubeziehen.“

Dr. Reinhard Baumgarten, Projektleiter Regionalmanagement Berlin SÜDWEST (RMSW), setzt ebenfalls auf die touristischen Angebote wie die Museen, der Botanische Garten, das Welterbe-Areal rund um die Glienicker Brücke, aber auch auf die Markenzeichen des Bezirks wie die Freie Universität Berlin und der Charité-Standort Campus Benjamin Franklin auf dem Campus Dahlem, der 2018 sein 50-jähriges Bestehen feiert. „Das RMSW versteht sich als Katalysator und Beschleuniger bei allem, was zukunftsfähig und Zukunftsaufgabe ist. Beispielsweise waren wir mit unserem Lenné-Jahr 2016 und Pückler.Lenné 2017 sehr erfolgreich. Das Lenné-Jahr führte zu einem Besucheranstieg von 70 Prozent im Park und Schloss Glienicke. Hier, gegenüber vom Schloss, soll auch das Tourismus-Besucher-Zentrum, kurz TBZ, entstehen. Dabei kooperiert der Bezirk mit der Grün Berlin GmbH. 2018 wollen wir einen großen Schritt vorankommen, damit wir 2020 das TBZ einweihen können.“

2021 soll das FUBIC, das „Business and Innovation Center next to Freie Universität Berlin Campus“ eröffnet werden. Das wünscht sich Jörg Israel, seit 2014 Projektleiter FUBIC und Leiter des Zentrums für Mikrosysteme und Materialien der WISTA-MANAGEMENT GMBH. „Ab jetzt haben wir Baurecht, was nicht einfach war“, so Israel. „Das bedeutet, dass wir Fördermittel beim Land Berlin antragen, ca. 50 Millionen €, und einen internationalen Architektur-Wettbewerb ausschreiben können. 2018 beginnen wir das ehemalige US-Hospital in der Fabeckstraße 62, auf dessen Areal das FUBIC entsteht, zu entkernen, das heißt die Grundsubstanz bleibt. Alle anderen Gebäude auf dem Gelände werden 2018 abgerissen.“ 2019, so der Plan, soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Interessenten, die sich dort anzusiedeln wollen, gibt es vor allem aus dem Bereichen Lebenswissenschaften und IT. „Der Bezirk, mit dem wir eine gute Partnerschaft haben, unterstützt uns dabei sehr.“

Eine sehr gute Partnerschaft gibt es auch zwischen dem Unternehmensservice Steglitz-Zehlendorf der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH. Projektmanagerin für diesen Service ist seit April 2017 Stefanie Sommer: „Die Unternehmen sagen uns, was sie vorhaben, und wir schauen dann, wie wir das Unternehmen in seinem individuellen Fall unterstützen können. Wir verstehen uns als Lotse durch das breite Spektrum der Wirtschafts- und Technologieförderung und arbeiten eng mit der bezirklichen Wirtschaftsförderung zusammen.“ Für sie hat der Bezirk Steglitz-Zehlendorf eine besondere Lebensqualität. Unter wirtschaftlichen Aspekten ist das ein wichtiges Standortargument. Ein Standort, wo Mitarbeiter gut leben können, sei für Unternehmen attraktiv: „Und ich sehe noch weitere Vorteile. Im Berliner Südwesten gibt es viele Familien- und Traditionsunternehmen, die schon lange hier sind, sich eng mit dem Standort verbunden fühlen und großes Interesse haben, sich lokal zu vernetzen. Hinzu kommt die FU mit der dazugehörigen Gründungsdynamik, die relativ hohe Dichte der Forschungseinrichtungen und die ausgeprägte Wirtschaftsstruktur im Bereich Life Sciences, aber auch in der Industrie und im produzierenden Gewerbe.“

Von der Zusammenarbeit mit dem Unternehmensservice Steglitz-Zehlendorf hat die 2015 gegründete Software Firma B&M Thyssen GmbH sehr profitiert. Sie ist ein Spin Off des Architekturbüros von Bertram Thyssen und bietet die 3-dimensionale Vermessung von Gebäuden an. Diese Methode hat Geschäftsführer Bertram Thyssen als Patent angemeldet, „denn damit lassen sich Räume einfach mit dem Smartphone 3D vermessen und digitalisieren. Das ist so einfach wie fotografieren.“ Seit der Gründung wurde er „engmaschig“ und „hervorragend“ vom Unternehmensservice unterstützt: „Berlin Partner half bei der Patentanmeldung, bei Förderprogrammen, beim Antrag auf die EU-Förderung Horizon 2020, wo wir kürzlich die Phase 1 in der Rubrik `industrial leadership` geschafft haben, was nicht nur eine sehr gute finanzielle Unterstützung bedeutet, sondern auch einen Schub bei der Vermarktung. Dadurch haben wir weitere Tätigkeitsfelder erschlossen wie E-Commerce, Facility Management und Digitalisierung im Handwerk. Aktuell arbeiten wir eng mit dem größten Küchen-Händler Deutschlands zusammen, für den wir eine Augmented-Reality-Lösung zur Küchenplanung entwickeln. Besser als IKEA. Wenn die Zusammenarbeit mit Berlin Partner so weiter geht, habe ich nichts zu befürchten.“

Ausführliche Presse-Informationen unter www.rm-berlin-sw.de

Kontakt:
Bärbel Petersen
Regionalmanagement Berlin SÜDWEST
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