Drucksache - 1023/XX  

 
 
Betreff: Attraktivitätsoffensive Spandauer Verwaltung
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:LinksfraktionBzBm Kleebank
Verfasser:BzBm Kleebank 
Drucksache-Art:AntragVorlage - zur Kenntnisnahme -
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Entscheidung
21.11.2018 
Öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Spandau von Berlin      
Bezirksverordnetenversammlung als Schlussbericht
20.03.2019 
Öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Spandau von Berlin      
Haushalt, Personal, Rechnungsprüfung und Beauftragte Vorberatung
31.01.2019 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Haushalt, Personal, Rechnungsprüfung und Beauftragte      
Bezirksverordnetenversammlung Entscheidung
05.06.2019 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Spandau von Berlin      
Bezirksverordnetenversammlung als Schlussbericht

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n
Anlagen:
Antrag Linksfraktion vom 12.11.2018
BE HPR vom 14.02.2019
3. Version vom 22.05.2019
Schlussbericht vom 15.05.2019

1

 

Schlussbericht

 

 Zu dem mit dem Beschluss entstandenen Auftrag an das Bezirksamt, ein Konzept zur Steigerung der Attraktivität der Spandauer Bezirksverwaltung als Arbeitgeber zu entwerfen und hierzu konkrete Maßnahmen mit Zeitvorgaben zu entwickeln und die notwendigen Finanzmittel zur Verfügung zu stellen, wird wie folgt berichtet:

 

Grundsätzliche Rahmenbedingungen und Erkenntnisse

 

Der Bezirk Spandau nimmt teil am stetigen Wachsen des Landes Berlin. Mit steigenden Bevölkerungszahlen steigen auch die Anforderungen an die Spandauer Bezirksverwaltung. Es handelt sich dabei sowohl um eine Herausforderung an die Personalrekrutierung (quantitative Ebene) als auch die Personalentwicklung (qualitatives Handlungsfeld). Die Arbeitsgeberattraktivität spielt dabei eine große Rolle. Die Attraktivität eines Unternehmens bzw. einer Dienststelle als Arbeitgeber ist von einer Reihe von Faktoren abhängig.

 

 

Beim sogenannten „Kampf um die Fachkräfte“ spielen sowohl finanzielle als auch „softe“ Themen eine bedeutsame Rolle. Aktuelle Studien zeigen, dass knapp zwei Drittel die Bezahlung als wichtiges Merkmal für Arbeitgeberattraktivität sehen. In Bezug auf das Bezahlungsniveau verfügt der Bezirk allerdings nicht über einen eigenständigen Handlungsspielraum und ist an die Rahmenbedingungen des Landes Berlin gebunden.

 

Ebenso wichtig ist eine langfristige Absicherung, etwa durch unbefristete Arbeitsverträge. Wenn Mobbing, Streitigkeiten mit Vorgesetzten und hohe Stressbelastung die häufigsten Gründe r einen Jobwechsel darstellen, ist es offenbar besonders wichtig, derartigen auslösenden Faktoren mit einem positiven Betriebsklima entgegenzuwirken.

 

Eigene Anstrengungen zur Steigerung der Attraktivität als „Arbeitgeber“ssen sich daher auf die Handlungsfelder konzentrieren, die eigenständig beeinflussbar sind. Damit können positive Effekte sowohl bei der Personalgewinnung als auch dem Bleibeverhalten des vorhandenen Personals erreicht werden.

 

Nachfolgend wird dargestellt, welche Maßnahmen bereits ergriffen wurden und welche Aktivitäten geplant sind, um die Attraktivität der Spandauer Bezirksverwaltung zu erhöhen.

 

Ausschuss Personalmanagement / Personalentwicklung / Dienstvereinbarung Personalentwicklung

 

Am 08.09.2016 wurde mit dem Personalrat die Dienstvereinbarung Personalentwicklung abgeschlossen. Am 05.10.2016 nahm der nach der Dienstvereinbarung einzurichtende Ausschuss für Personalentwicklung seine Arbeit auf. Für insgesamt acht Handlungsfelder konkrete Maßnahmen beschlossen, deren nachhaltige Umsetzung mithilfe von Mess- und Zielgrößen erfolgt (die aktuelle Ausfertigung des Zeit- und Maßnahmenplans ist als Anlage beigefügt).

 

Viele dort beschlossene und umgesetzte Maßnahmen führen auch zu einer besseren Attraktivität der Spandauer Verwaltung als Arbeitgeber.

 

Leitbild Führung und Zusammenarbeit

 

In dem Bewusstsein, dass das Führungsverhalten ein zentraler Aspekt für Mitarbeitermotivierung und Arbeitszufriedenheit ist,  ist in Zusammenarbeit mit hrungskräften Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Leitbild über Führung und Zusammenarbeit erarbeitet,  offiziell eingeführt und in das gesamte Haus kommuniziert worden. Es dient als

 

 

Orientierung für alle hierarchischen Ebenen über erwartbares und ggf. einzuforderndes Verhalten. Regelmäßig finden Workshops hierzu statt.

 

Damit soll der wertschätzende Umgang miteinander gestärkt und zur Selbstverständlichkeit werden. Das betriebliche Klima ist auch ein wichtiger Aspekt mit Außenwirkung, denn unverändert wird die positive bzw. negative Einstellung zum Arbeitgeber über Mundpropaganda einen positiven oder negativen Effekt bei der Außenwahrnehmung der Verwaltung auslösen.

 

Ausbildung

 

Im Wettbewerb um junge Talente bietet die Bezirksverwaltung Ausbildungsplätze in vier Ausbildungsberufen und teilweise über dem eigenen Nachwuchsbedarf an. Neben der täglichen Praxis und den Lehrinhalten der Berufsschule wird die Ausbildung von umfassenden internen Qualifizierungsmaßnahmen flankiert. Im Anschluss an die erfolgreiche Beendigung der Ausbildung werden Weiterbescftigungsmöglichkeiten angeboten, je nach Ausbildungsabschluss und Stellensituation auch unbefristet.

 

Einstellung von Trainees

 

Absolventinnen und Absolventen mit guten Studienleistungen im Fachbereich Öffentliche Verwaltung bieten wir, neben dem Direkteinstieg in ein Beamtenverhältnis auf Probe, auch den Quereinstieg über ein 24monatiges rotierendes Trainee Programm. Durch das Programm erhalten die Trainees die glichkeit, sich durch diverse praktische Erfahrungen weiter zu qualifizieren, spezielle ergänzende Schulungen zu durchlaufen und ihre Chancen für eine weitere (unbefristete) Beschäftigung, bei Erfüllung der Laufbahnvoraussetzungen auch im Beamtenverhältnis, deutlich zu verbessern. Durch die gezielte Unterstützung bei der beruflichen Karriere sollen auch frühzeitig bessere Bindungswirkungen erreicht werden.

 

hrungskräfte-Nachwuchsprogramm „Kompetenz Plus“

 

Die Entwicklung von Kompetenzen und Befähigungen ngt bei unseren Auszubildenden an und reicht bis hin zu den Führungskräften bzw. dem Führungskräftenachwuchs.

 

Die Spandauer Bezirksverwaltung befindet sich wie viele Behörden im Land Berlin in einer Phase des demographischen Umbruchs; d. h. viele erfahrene Führungskräfte sind in den letzten Jahren ausgeschieden oder werden in absehbarer Zeit ausscheiden. Da dieser Erosionsprozess alle Berliner Behörden gleichermaßen betrifft muss mit einer eklatanten landesweiten Mangelsituation bei den Führungskräften gerechnet werden. Dies macht es notwendig, einen Fokus bei der Gewinnung von Führungskften auf die Qualifizierung geeigneter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im eigenen Hause zu richten.

 

Das Bezirksamt hat daher am 20.09.2011 die Einführung des Qualifizierungsprogramms Kompetenz PLUS zur strukturierten Identifikation und rderung des bezirklichen Führungskräftenachwuchses beschlossen. Nachdem 2012 bereits zwei und 2017 eine Staffel gestartet sind, wird das Programm 2019 mit einer vierten Staffel fortgeführt.

 

Präsenz im Internet / in den Sozialen Medien

 

Ein Projektauftrag im Qualifizierungsprogramm Kompetenz PLUS Staffel 2017 wird das Thema haben „Faktor Internet Neue Wege der Personalgewinnung“. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Konzepts zur zielgruppengenaueren Bewerberansprache. Damit sollen Interessentengruppen spezifiziert und angesprochen werden, bei denen die Spandauer Verwaltung derzeit kein Interesse wecken kann.

 

Duales Studium

 

Duale Studiengänge in Kooperation mit den jeweiligen (Fach-)Hochschulen werden derzeit sowohl zentral von der Senatsverwaltung für Finanzen als auch durch die Bezirksverwaltung geplant oder bereits umgesetzt. Vorrangig sind die Fachbereiche Soziale Arbeit, Bauingenieurwesen, Architektur sowie Garten-und Landschaftsbau betroffen.

 

hrend des Dualen Studiums erhalten die Studierenden ein Ausbildungsentgelt nach den tariflichen Regelungen. Die vertragliche Gestaltung für den Zeitraum des Studiums und die Zeit danach soll eine längere Bindung bewirken.

 

Betriebliches Gesundheitsmanagement

 

Zu den Angeboten im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagement gehören neben einem funktionierenden betrieblichen Eingliederungsmanagement, in dem Beschäftigtenvertretungen und Dienststelle Hand in Hand arbeiten, auch präventive Sportangebote während der Arbeitszeit in Kooperation mit der Volkshochschule Spandau. Für die Teilnahme darf sich derzeit bis zu einer Stunde pro Woche auf die regelmäßige Arbeitszeit angerechnet werden. Der Personalentwicklungsservice ist dabei, das sportliche Angebot weiter auszudehnen. Ergänzend wird gemeinsam mit dem Beschäftigtenvertretung eine Dienstvereinbarung „Prävention“ verhandelt; ein Aspekt dieser Dienstvereinbarung ist die Nutzung von Gesundheitssportangeboten externer Anbieter während der bzw. unter Anrechnung auf die Arbeitszeit. Mit der Unterzeichnung der Dienstvereinbarung ist noch in diesem Jahr zu rechnen.

 

Des Weiteren bieten wir vielseitige sportliche Aktivitäten, denen man in verschiedensten Betriebssportgruppen außerhalb der Arbeitszeit nachkommen kann.

 

Vereinbarkeit von Beruf, Freizeit und Familie

 

Das Bezirksamt Spandau zeichnet sich bereits jetzt durch eine besondere Attraktivität als Arbeitgeber aus, bei dem eine glichst optimierte Vereinbarkeit von Beruf, Freizeit und Familie sichergestellt wird.

 

 

Am 29.03.2016 wurde das Arbeitszeitmodell mit einer neu gefassten Dienstvereinbarung modernisiert. Dabei wurden sowohl die Anforderungen der Verwaltung als auch die Wünsche der Mitarbeiter*innen nach mehr Arbeitszeitflexibilität berücksichtigt. Zuvor bestand ein eher straffes Arbeitszeitmodell in Form einer Dienstvereinbarung über die gleitende Arbeitszeit. Diese wurden zu Gunsten von mehr Flexibilität und Transparenz zu einem Arbeitszeitmodell mit flexiblen Arbeitszeiten für fast alle Mitarbeiter*innen aufgehoben.

 

Neben familienfreundliche Arbeitszeiten (das Bezirksamt Spandau verfügt über eine Dienstvereinbarung über die flexible Arbeitszeit) verfügt das Rathaus über ein Eltern-Kind-Arbeitszimmer, dass bei Bedarf nachgefragt werden kann. Hierin besteht die Möglichkeit, seine Arbeitsleistung unter Beaufsichtigung seines Kindes zu erbringen.

 

Des Weiteren bieten wir vielseitige sportliche Aktivitäten, denen man in verschiedensten Betriebssportgruppen außerhalb der Arbeitszeit nachkommen kann. Zum Gesundheitsangebot gehören neben einem funktionieren betrieblichen Eingliederungsmanagement, in dem Beschäftigtenvertretungen und Dienststelle Hand in Hand arbeiten, die sportlichen Aktivitäten auch während der Arbeitszeit. Hierbei dürfen sich derzeit eine Stunde pro Woche auf die regelmäßige Arbeitszeit angerechnet werden. Der Bereich Personalentwicklung ist gerade dabei, das sportliche Angebot weiter auszudehnen.

 

Zu erwähnen sind auch die vielfältigen Möglichkeiten im Rahmen einer funktionierenden Personalentwicklung. Im Verwaltungsbereich wird die Teilnahme an den Verwaltungslehrgängen I und II regelmäßig angeboten. Führungskräfte werden im Rahmen des Führungskräftenachwuchsprogrammes Kompetenz plus auf eine mögliche spätere Führungsrolle vorbereitet. Für die verbeamteten Dienstkräfte bieten wir alle Varianten des laufbahnrechtlichen Aufstiegs innerhalb und außerhalb ihrer Laufbahngruppen an.

 

Des Weiteren steht der Abschluss einer Dienstanweisung über die alternierende Telearbeit kurz bevor. Dies ermöglicht interessierten Beschäftigten bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen, einen Teil ihrer Arbeit im häuslichen Bereich zu erbringen. Sukzessive soll dieses auch noch auf mobiles Arbeiten ausgedehnt werden.

 

Zustand der Dienstgebäude

 

Eine der zentralen Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Bezirksamtes als Arbeitgeber ist die Sanierung und Modernisierung der Dienst- und insbesondere Bürodienstgebäude. Hierzu ist folgender Sachstand zu berichten.

 

Das Bezirksamt Spandau von Berlin verfügt über drei eigene Bürodienstgebäude:

  • Rathaus Hauptgebäude
  • Hochhaus Klosterstraße 36 und
  • rodienstgebäude Galenstraße 14.

Außerdem wurden Büroflächen im Bürogebäude Streitstraße 6/8, 13587 Berlin, Otternbuchtstraße 35, 13599 Berlin und Am Schlangengraben 2, 5, 13597 Berlin angemietet.

 

Rathaus:

Das Spandauer Rathaus ist im Innenbereich in einem wenig präsentablen Zustand. Der Eingangsbereich, der Bürgersaal, die Säulenhalle und die Flure des Rathauses sind stark renovierungsbedürftig. In den letzten fünf Jahren wurden im Rathaus bis auf wenige Räume in den Etagen 2 und Erdgeschoss alle Büroräume renoviert worden. Darüber hinaus wurden diverse Büroräume in Bezug auf die Akustik verbessert. Außerdem wurde die vollständige Sanierung der WC´s begonnen, ein Strang wurde bereits saniert.

 

Dem Bezirksamt stehen aus SIWANA 20 Mio. € zur Sanierung des Rathauses zur Vergung. Gegenwärtig wird eine Machbarkeitsstudie erstellt, in der geklärt wird, welche Maßnahmen im Rahmen einer Sanierung des Rathauses Priorität haben und welche Kosten dafür aufzuwenden sind. Viele Maßnahmen, z.B. die Dachsanierungen, sind notwendig und kostenintensiv, werden aber nicht zu einer Erhöhung der optischen Attraktivität des Rathauses beitragen.

 

Klosterstraße 36:

Das Gebäude befindet sich in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Weil das Gebäude als Wohn- und Geschäftshaus erbaut wurde und erst nach und nach die Einraum-Wohnungen in Büros umgebaut wurden, ist das Gebäude nicht ideal für Bürozwecke. Mittel für eine Sanierung samt Umbau stehen gegenwärtig nicht zur Verfügung.

 

Alle Büros und Flure im Gebäude Klosterstraße 36 wurden im Zuge von Umzügen im Jahre 2011 renoviert.

 

Galenstraße 14

Das Gebäude Galenstraße 14, 13597 Berlin, wurde im Jahre 2008 nach vollständiger Sanierung durch das Sozialamt und das Ordnungsamt bezogen. Das vormals vom Finanzamt Spandau genutzte Gebäude befindet sich in einem guten Zustand und ist als Bürogebäude gut geeignet.

 

Angemietete Büroflächen:

Die angemieteten Büroflächen genügen hohen Ansprüchen an moderne Büroflächen.

 

Investitionen:

Der Neubau von zwei Bürodienstgebäuden auf den Grundstücken Seegefelder Straße 35 und Galenstraße 14 wurde für die Investitionsplanung 2020/2024 angemeldet.

Bald wird eine Machbarkeitsstudie zur Prüfung der Bebaubarkeit unbebauter landeseigener Grundstücke in Auftrag gegeben. Dabei soll auch geprüft werden, welche Kosten für eine umfassende Sanierung des Bürodienstgebäudes Klosterstraße 36 und im Vergleich der Abriss und der Neubau kosten würde.

 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Bezirksamt bereits eine Vielzahl von Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber durchführt oder eingeleitet hat und sich  in - dem teilweise durch rechtliche und finanzielle Einschränkungen gekennzeichneten Rahmen - auf einem guten Weg sieht.

 

 

 

Berlin Spandau, den 15. Mai 2019

 

 

Kleebank

Bezirksbürgermeister

 

 


einstimmig


 

 
 

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