Umbenennung Elkartweg: Namensvorschläge gesucht

Pressemitteilung vom 10.02.2015

Einer Anregung der Bezirksverordnetenversammlung folgend soll der Elkartweg umbenannt werden.

Namensvorschläge können bei der Liegenschaftsverwaltung des Bezirksamtes Spandau bis zum 13. März 2015 schriftlich und mit Begründung eingereicht werden. Die Zusendung ist auch per E-Mail unter umbenennung@ba-spandau.berlin.de möglich.

Im weiteren Verfahren werden zunächst die Vertreterinnen und Vertreter der Anlieger und der Heimatkundlichen Vereinigung Gelegenheit haben zu den eingegangenen begründeten Namensvorschlägen Stellungnahme zu nehmen. Danach folgen die Meinungsbildung im Bezirksamt und das offizielle Umbenennungsverfahren.

Bezirksbürgermeister Kleebank: „Die Umbenennung soll nun zügig erfolgen. Dabei beziehen wir die Spandauerinnen und Spandauer ausführlich mit ein. Auch die Anlieger werden vor einer Festlegung auf einen bestimmten Namen gehört. Ich bin zuversichtlich, dass wir auf diesem Wege eine breite Akzeptanz für das Verfahren und den neuen Namen erhalten werden.“

Hintergrund:

Der Elkartweg im Bereich der Rustwiesen, nördlich der Werderstraße, ist eine landeseigene Privatstraße, die nach dem ehemaligen Spandauer Stadtbaurat Kurt Elkart benannt.
Kurt Elkart war von 1918 bis 1920 Stadtbaurat in Spandau. 1925 verließ er Berlin und wurde als Stadtbaurat nach Hannover berufen.

Elkarts Tätigkeit unter dem NS-Regime ist in der Nachkriegszeit als lediglich fachlich orientiert betrachtet worden. Erst durch eine Dissertation unter dem Titel „Stadtverwaltung im Dritten Reich. Verfolgungspolitik auf kommunaler Ebene am Beispiel Hannovers“ (2006) von Rüdiger Fleiter und sein in den „Hannoverschen Geschichtsblättern“ veröffentlichter Aufsatz „Stadtbaurat Karl Elkart und seine Beteiligung an der NS-Verfolgungspolitik“ im Jahre 2006 wurde ein Wandel in der Einschätzung der Tätigkeit von Kurt Elkart in der Zeit von 1933 bis 1945 eingeleitet.

Aus den Ergebnissen der Arbeit von Rüdiger Fleiter, ergibt sich, dass Elkart keineswegs nur immer eine fachliche Verwaltungstätigkeit ausgeübt hat, sondern bestrebt war, auf der Ebene der Stadtverwaltung Hannover das System des Maßnahmenstaates zu verankern und die rechtsstaatlichen Garantien zu beseitigen, um die Herrschaftsinteressen des Regimes durchsetzen zu können. Dies konnte an einer Reihe von Beispielen der Arisierung und der Vorbereitung der Deportation der Juden nachgewiesen werden.

In Hannover wurde entsprechend die nach ihm 1960 benannte Elkartallee am 5. Januar 2015 in Hilde-Schneider-Allee umbenannt.