Drucksache - 0306/XIX  

 
 
Betreff: Maßnahmen gegen mit Graffiti beschmierte Hauswände
Status:öffentlich  
Organisationseinheit:Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Verfasser:Torsten Hauschild
Andrea Behnke
Drucksache-Art:Vorlage zur Kenntnisnahme
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf Entscheidung
14.11.2012 
13. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf überwiesen   
Jugendhilfeausschuss Beratung
28.11.2012 
8. öffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses mit Änderungen im Ausschuss beschlossen   
Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf Entscheidung
12.12.2012 
14. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf ohne Änderungen in der BVV beschlossen   
Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf Entscheidung
12.06.2013 
20. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen   
Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf Entscheidung
10.09.2014 
33. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen   
Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf Entscheidung
13.05.2015 
41. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf mit Abschlussbericht zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n
Anlagen:
Emfpehlung vom 01.11.2012
Beschlussempfehlung vom 29.11.2012
Beschluss vom 13.12.2012
Vorlage zur Kenntnisnahme als Zwischenbericht vom 29.05.2013
Vorlage zur Kenntnisnahme als Zwischenbericht vom 28.08.2014
Vorlage zur Kenntnisnahme vom 29.04.2015

Sachverhalt

Sachverhalt:

 

 

Text siehe Anlage

 

Bezirksamt Reinickendorf von Berlin

 

Bezirksamt Reinickendorf von Berlin                                                                                           2015

Abteilung Jugend, Familie und Soziales

 

 

 

An die                                                                                                                               Drucksache Nr. 0306

Bezirksverordnetenversammlung                                                                                    XIX. WP

von Berlin-Reinickendorf

 

 

 

Vorlage zur Kenntnisnahme für die

Bezirksverordnetenversammlung

 

 

 

Maßnahmen gegen mit Graffiti beschmierte Hauswände

 

 

Wir bitten zur Kenntnis zu nehmen:

 

In der Erledigung des Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung vom 12.12.2012

– Drucksache  Nr. 0306/XIX -:

 

„Dem Bezirksamt wird empfohlen, zusammen mit Hauseigentümern, Wohnungsbaugesellschaften, Jugendfreizeitstätten, Schulen und Künstlern Flächen im Bezirk zu ermitteln, die von Kindern und Jugendlichen unter professioneller Anleitung künstlerisch besprüht und gestaltet werden können. Die besten Ergebnisse sollten vom Bezirksamt prämiert und in der Presse veröffentlicht werden.“

 

wird gemäß § 13 BezVG berichtet:

 

In einem Zwischenbericht vom 28.08.2014 wurde der BVV bereits zur Kenntnis gegeben, dass zahlreiche potenzielle Partner zweimal, hinsichtlich ihrer Bereitschaft geeignete Flächen anzubieten, angeschrieben worden sind und die Rückmeldungen sowie die Bereitschaft zur Mitwirkung nur sehr dürftig ausgeprägt waren (insgesamt acht Rückmeldungen, davon sechs negative). Die negativen Rückmeldungen wurden im Wesentlichen entweder mit dem Hinweis auf eine „NULL-TOLERANZ-STRATEGIE“ hinsichtlich Graffiti begründet oder es wurde geantwortet, dass keine bzw. keine geeigneten Flächen zur Verfügung stehen.

 

Vor der Entwicklung weiterer Aktivitäten wurde dann zunächst das Ergebnis eines ähnlichen Wettbewerbes im Märkischen Viertel abgewartet, der im Rahmen des Stadtumbau West (Graffiti-Projekt zur Gestaltung des Skaterparks) organisiert worden war. Das sehenswerte Ergebnis war vor dem Hintergrund der Projektstruktur (Umsetzung durch professionelle Künstler ohne direkte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen) und der finanziellen Rahmensetzung (rund 18.000,00 € Finanzvolumen) aber nur begrenzt handlungsleitend und in der Form für den Bereich Jugend und Familie nicht zu realisieren.

 

In der Zwischenzeit ist bzw. war es gelungen, in Kooperation mit der Stromnetz Berlin GmbH, die für das Stromverteilungsnetz in Berlin verantwortlich ist, sich an einem Kooperationsprojekt zum Thema „Graffiti“ zu beteiligen, das auf Seiten des Bezirks Reinickendorf im Wesentlichen über das Medienkompetenzzentrum Reinickendorf „meredo“ (eine Einrichtung der Abt. Jugend, Familie und Soziales, Jugendamt) und in der Umsetzung von dem Förderverein meredo e. V. getragen wird.


Inhaltlich handelt es sich dabei um diverse einzelne Projekte, die unter der Überschrift „Stromkastenstyling“ für Schulen ausgeschrieben werden und im Rahmen einer Projektwoche von jeweils einer ganzen Schulklasse mit Unterstützung von Künstlern durchgeführt werden.

Die Schüler/innen setzen sich dabei zu Beginn der Projektwoche mit dem Thema Graffiti und dem in diesem Zusammenhang selbstgewählten Thema inhaltlich auseinander und entwerfen zu zweit unter Anleitung von Künstlern ein passendes Motiv. In der zweiten Wochenhälfte werden dann ebenfalls in Kleingruppen und unter anleitender Begleitung verschiedene Stromkästen in dem unmittelbaren Wohnbereich der Schüler/innen kreativ gestaltet. Damit findet nicht nur eine projektbezogene inhaltliche Auseinandersetzung und Qualifizierung der Kinder und Jugendlichen statt, sondern es ist auch eine deutliche Wohnumfeldverbesserung erkennbar (pro Klasse werden mindestens zehn Stromkästen mit einem selbstentworfenen Motiv versehen), die von der Bevölkerung sehr positiv wahrgenommen wird.

 

Neben den Stromkästen gibt es vereinzelt auch die Möglichkeit, Trafostationen in Gänze zu gestalten, was einer besonderen Herausforderung gleichkommt. Jeweils am Ende einer Projektwoche findet eine Abschlussveranstaltung statt, auf der die Ergebnisse des Stromkastenstylings von den jungen Menschen selbst präsentiert werden.

 

In 2014 haben sich aus Reinickendorf an dem Projekt „Stromkastenstyling“ u. a. die Reineke-Fuchs-Grundschule, die Ellef-Ringnes-Grundschule, die Kolumbus-Grundschule und die Hoffmann-von-Fallersleben-Grundschule beteiligt. Außerdem waren bzw. sind die Richard-Keller-Schule und die Stötzner-Schule, beides Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt, mit der Gestaltung jeweils eines Stromhauses am Buddeplatz und in der Schildower Straße beteiligt.

 

So sind dutzende Stromkästen und mehrere Stromhäuschen im Jahr 2014 in den verschiedensten Regionen Reinickendorfs gestylt worden, was zu einer nachhaltigen optischen Verbesserung des jeweiligen Kiezes beigetragen hat.

 

Auch in 2015 werden weitere Projektwochen zum Stromkastenstyling angeboten und umgesetzt. In diesem Jahr haben bisher die Carl-Benz-Oberschule, die Peter-Witte-Grundschule, die Münchhausen-Grundschule und die Reginhard-Grundschule Interesse angemeldet. Eine erste Projektwoche wird im Bezirk Reinickendorf im Frühjahr durchgeführt. Weitere folgen im Sommer und im Herbst, wobei in den Sommerferien vom meredo e. V. ein Streetart-Projekt „Stromkastenstyling“ als Ferienaktivität vorgesehen ist. Auch die Beteiligung von Kindertagesstätten an der Stromkastengestaltung ist in Planung. Hier sollen die Entwürfe der Kinder dann aber auf Folien gezogen und die Kästen damit beklebt werden.

 

Die Kosten für die Projektwochen in der Höhe von ca. 4.000,00 € pro Schulklasse werden vollumfänglich von der Stromnetz Berlin GmbH übernommen, die auch ihre Stromkästen zum Gestalten zur Verfügung stellt.

 

Jährlich wird außerdem ein berlinweiter Wettbewerb „kreativster Stromkasten“ von der Stromnetz Berlin GmbH ausgeschrieben sowie Preise und Sachprämien ausgelobt. In 2014 hat hier die Reineke-Fuchs-Grundschule mit dem Kasten „Energiebaum der Zukunft“ einen respektablen dritten Preis gewonnen und die Ellef-Ringnes-Grundschule erhielt den Zuschlag in der Kategorie Publikumspreis mit dem Kasten „Blitzballon“.

 

 


Für Interessierte sind einige Beispiele einsehbar unter dem Link:  http://stromkastenstyling.blogspot.de oder http://stromhaus.blogspot.de.

Das Gesamtprojekt läuft insgesamt sehr erfolgreich, erreicht vergleichsweise viele Kinder und Jugendliche. Es hat eine sehr positive Resonanz bei der Bevölkerung und wird als Kooperationsprojekt mit großer Wahrscheinlichkeit auch über das Jahr 2015 hinaus fortgesetzt.

 

 

Wir bitten, die Drucksache Nr. 0306/XIX damit als erledigt zu betrachten.

 

 

 

Andreas Höhne                           

Stellv. Bezirksbürgermeister                                                       

 

 
 

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