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Umwelt- und Naturschutz: Wasserbüffel im Tegeler Fließ

Wasserbüffel
Bild: Land Berlin

Warum ist im Fließtal Landschaftspflege sinnvoll?

Die Landschaft des Tegeler Fließtals hat eine lange Nutzungsgeschichte. Vor 100 Jahren war es noch eine von Landwirtschaft und Stauanlagen für Wassermühlen geprägte Überschwemmungswiesenlandschaft. Die Nutzung der Feuchtwiesen wurde zunehmend unwirtschaftlich und deshalb weitgehend eingestellt . Immer mehr Gehölze eroberten die einst offene Wiesenlandschaft. Nicht heimische Arten breiteten sich aus und die Tiere und Pflanzen der offenen Landschaft verschwanden zunehmend, darunter auch zahlreiche seltene und bedrohte Arten.

Die Offenhaltung von Feuchtwiesen stellt eine Herausforderung für die Landschaftspflege dar. Die Flächen sind für den wirtschaftlichen Einsatz von Maschinen oft zu nass und für den Grünschnitt gibt es keine wirtschaftliche Verwendung, weshalb die Pflege zunehmend vernachlässigt wird.

Warum gerade Wasserbüffel?

Eine fachlich anerkannte und kostengünstige Alternative ist die Beweidung durch geeignete Tiere, wie z.B. Wasserbüffel. Sie waren in Europa bereits vor der letzten Eiszeit heimisch und wurden bis ins Mittelalter als Nutztiere gehalten. Heutzutage werden sie aufgrund ihres gutmütigen Charakters und ihrer idealen Anpassung an nasse Bereiche häufig für die Landschaftspflege eingesetzt. Im Gegensatz zu Rindern fressen sie auch geringwertiges Futter wie etwa Schilf und Seggen. Sie können sich dank ihrer auseinandergespreizten Hufe und weichen Fesseln auch problemlos auf sumpfigem Untergrund bewegen.

Das Projekt

Mit einem vom Bezirksamt Reinickendorf initiierten und in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie dem Landschaftspflegeverband Spandau unter Verwendung von Fördergeldern der Europäischen Gemeinschaft realisierten Beweidungsprojekt soll die Landschaftspflege im Tegeler Fließ verbessert werden.
Seit 2014 trägt das Projekt nachhaltig zum Erhalt und zur Förderung der Biologischen Vielfalt bei und leistet aktiven Biodiversitätsschutz.

 

Logo für die Auszeichnung Projekt UN-Dekade Biologische Vielfalt 2019
Bild: UN-Dekade

Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Am 26.02.2019 ist das Projekt mit den Wasserbüffeln als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wird an vorbildliche Projekte verliehen, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland einsetzen. Über die Auszeichnung von Projekten entscheidet eine unabhängige Fachjury, an der Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen beteiligt sind. Die UN-Dekade Fachjury tagt zweimal im Jahr. Zur Beteiligung am Wettbewerb bestehen keine Fristen. Der Begriff „biologische Vielfalt“ umfasst die Vielzahl der Tier- und Pflanzenarten sowie die Vielfalt der Mikroorganismen und Pilze. Einbezogen wird auch die genetische Vielfalt innerhalb der Arten, die sich bei Pflanzen in den verschiedenen Sorten wiederspiegelt und sich bei Tieren mit den Rassen verbindet. Aber auch die verschiedenen Lebensräume und komplexe ökologische Wechselwirkungen sind Teil der biologischen Vielfalt. Die Biodiversität ist Voraussetzung für das Funktionieren der Ökosysteme mit ihren verschiedenen Ökosystemleistungen.

Bezirksbürgermeister Frank Balzer (2.v.r.) überreicht die Auszeichnung an Landwirt Helmut Querhammer (2.v.l.) als Repräsentant des Landschaftspflegeverbandes Spandau, den Leiter des bezirklichen Umwelt- und Naturschutzamtes, Tillmann Albinus (ganz links,) sowie Holger Brandt von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.
Bild: BA Reinickendorf

 

Die Tiere befinden sich derzeit auf den Flächen 1b und 2a

Weideflächen der Wasserbüffel
Bild: BA Reinickendorf

Aktuelles und Chronologie

12.05.2021 – Weideauftrieb (zur Pressemitteilung)
Seit heute Morgen sind wieder Wasserbüffel als „tierische Rasenmäher“ im Tegeler Fließ unterwegs. Vorerst wurden drei Wasserbüffelkühe und zwei -ochsen auf die Weiden im östlichen (entlang der Mühlenfeldstraße) und sechs Wasserbüffelkühe auf Flächen im westlichen Weidegebiet (beginnend bei der Jugendherberge entlang der Forststraße) gebracht.

07.05.2020 – Wir sind wieder da (zur Pressemitteilung)
Seit heute Morgen sind wieder 13 Wasserbüffel als „tierische Rasenmäher“ im Tegeler Fließ unterwegs. Ist der Weideauftrieb sonst ein Publikumsmagnet, durfte diesmal wegen der Corona-Auflagen allein der Bezirksbürgermeister dem beliebten Schauspiel beiwohnen. Sechs Wasserbüffelkühe wurden auf die östlichen Weiden und sieben Wasserbüffelkühe auf das westliche Weidegebiet gebracht.

13.11.2019 – Umzug der Tiere in das Winterquartier

28.05.2019 – Weideauftrieb (zur Pressemitteilung)
Noch mehr Wasserbüffel: Die zweite Gruppe mit neun Tieren ist ab heute im Tegeler Fließ unterwegs.

29.04.2019 – Weideauftrieb (zur Pressemitteilung)
Acht Tiere grasen seit heute wieder im Fließtal.

Ältere Artikel und Bilder finden sie im Archiv .

So können Sie das Projekt unterstützen

Sie helfen den Tieren indem Sie Informationen zu Mängeln oder Problemen im Bereich der Weiden wie mutwillige Beschädigungen oder ggf. verletzte Tiere weiter geben.

  • Bei Problemen, die die Wasserbüffel betreffen,
    informieren Sie bitte den Tierhalter unter 0151 1260 4200 .
  • Bei Problemen, die die Beschilderung, Einzäunung oder angrenzende Wege betreffen,
    informieren Sie das Umwelt- und Naturschutzamt bitte per E-Mail oder
    das Straßen- und Grünflächenamt unter 0175 5855 585.
Partner Wasserbüffel
Bild: Land Berlin

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