Umwelt- und Naturschutz: Unsere Projekte

Wasserbüffel
Bild: Land Berlin

Warum ist im Fließtal Landschaftspflege sinnvoll?

Die Landschaft des Tegeler Fließtals hat eine lange Nutzungsgeschichte. Vor 100 Jahren war es noch eine von Landwirtschaft und Stauanlagen für Wassermühlen geprägte Überschwemmungswiesenlandschaft. Die Nutzung der Feuchtwiesen wurde zunehmend unwirtschaftlich und deshalb weitgehend eingestellt . Immer mehr Gehölze eroberten die einst offene Wiesenlandschaft. Nicht heimische Arten breiteten sich aus und die Tiere und Pflanzen der offenen Landschaft verschwanden zunehmend, darunter auch zahlreiche seltene und bedrohte Arten.

Die Offenhaltung von Feuchtwiesen stellt eine Herausforderung für die Landschaftspflege dar. Die Flächen sind für den wirtschaftlichen Einsatz von Maschinen oft zu nass und für den Grünschnitt gibt es keine wirtschaftliche Verwendung, weshalb die Pflege zunehmend vernachlässigt wird.

Warum gerade Wasserbüffel?

Eine fachlich anerkannte und kostengünstige Alternative ist die Beweidung durch geeignete Tiere, wie z.B. Wasserbüffel. Sie waren in Europa bereits vor der letzten Eiszeit heimisch und wurden bis ins Mittelalter als Nutztiere gehalten. Heutzutage werden sie aufgrund ihres gutmütigen Charakters und ihrer idealen Anpassung an nasse Bereiche häufig für die Landschaftspflege eingesetzt. Im Gegensatz zu Rindern fressen sie auch geringwertiges Futter wie etwa Schilf und Seggen. Sie können sich dank ihrer auseinandergespreizten Hufe und weichen Fesseln auch problemlos auf sumpfigem Untergrund bewegen.

Das Projekt

Mit einem vom Bezirksamt Reinickendorf initiierten und in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie dem Landschaftspflegeverband Spandau unter Verwendung von Fördergeldern der Europäischen Gemeinschaft realisierten Beweidungsprojekt soll die Landschaftspflege im Tegeler Fließ verbessert werden.

Aufgrund der anhaltend hohen Wasserstände weiden derzeit keine Büffel im Fließtal

Weideflächen der Wasserbüffel
Bild: BA Reinickendorf

Aktuelles und Chronologie

04.07.2017 – Hochwasser

Wasserbueffel im Fließtal bei Hochwasser 2
Bild: G. Dohme-Wigger
Wasserbueffel im Fließtal bei Hochwasser 1
Bild: G. Dohme-Wigger

09.05.2017 – Weideauftrieb
Das Naturschutzprojekt zur Wahrung der besonderen Artenvielfalt dieser Wiesen kann fortgeführt werden. Bereits das dritte Jahr in Folge werden die Büffel unsere seltenen Feuchtwiesen im Tegeler Fließ beweiden.

21.11.2016 – Umzug der Tiere in das Winterquartier

Juli 2016 – Vergrößerung der Herde
Zusätzlich zu den 6 Jungbullen beweiden jetzt auf einer zweiten Fläche 2 ausgewachsene Tiere und 3 weitere Jungbullen das Fließtal.

Mai 2016 – Die Jungtiere erhielten Namen
Im Zuge einer „Tegeler-Fließ“-Projektwoche haben Schüler der 5. Und 6. Klassen der Gustav-Dreyer-Grundschule den Jungbüffeln Namen geben dürfen.
Sie lauten:

Ohrnummer Name
83571 Sunny
83572 Nemo
83573 Felix
83577 Pepe
83582 Hennes
83586 Krümel

20.04.2016 – Weideauftrieb
In diesem Jahr beweiden 6 Jungbullen das Fließtal.

15.12.2015 – Abschlussveranstaltung der Saison im Rathaus
„Erste Saison Wasserbüffel im Tegeler Fließ – eine Auswertung“

Im Anschluss an interessante Vorträge und Diskussionen laden die Freie Scholle und das Bezirksamt Reinickendorf zu einem Umtrunk ein.

11.11.2015 – Umzug der Tiere in das Winterquartier

09.09.2015 – neue Tiere
2 Kühe und 2 Kälbchen sind zur Herde hinzugekommen. Es sind jetzt 15 Tiere.

Wasserbueffelzuwachs von 09.09.2015
Bild: BA Reinickendorf

06.08.2015 – neue Tiere
Die Wasserbüffelherde im Tegeler Fließtal bekommt am 06.08.2015 Zuwachs. Der zweite Weideauftrieb in diesem Jahr findet um 11.00 Uhr am Fangstand der Weidefläche 2 statt.

12.06.2015 – Berliner Morgenpost
Tegeler Fließtal – Gefährdetes Paradies im Norden Berlins

05.05.2015 – erster Weideauftrieb
Etliche interessierte Zuschauer erlebten den ersten Weideauftrieb dieses Projektes. Nun wird eine kleine Herde Wasserbüffel jährlich die Sommermonate im Fließtal verbringen. Die Einsatzgebiete sind durch hölzerne, sich gut in die Landschaft einfügende Absperrungen erkennbar, die einen hinreichenden Abstand zu den kaum sichtbaren elektrischen Weidezäunen sicher stellen. Das Wandern, Suhlen und Grasen der Tiere wird das Fließtal auf natürliche Art offen halten. Der Gehölzaufwuchs wird wieder zurück gedrängt werden und die Artenvielfalt steigen.

22.04.2015 – Berliner Morgenpost
Besser als Rasenmäher – Reinickendorf setzt auf Wasserbüffel

So können Sie das Projekt unterstützen

Sie helfen den Tieren indem Sie Informationen zu Mängeln oder Problemen im Bereich der Weiden wie mutwillige Beschädigungen oder ggf. verletzte Tiere weiter geben.

  • Bei Problemen, die die Wasserbüffel betreffen,
    informieren Sie bitte den Tierhalter unter 0151 1260 4200 .
  • Bei Problemen, die die Beschilderung, Einzäunung oder angrenzende Wege betreffen,
    informieren Sie das Umwelt- und Naturschutzamt bitte per E-Mail oder
    das Straßen- und Grünflächenamt unter 0175 5855 585.
Partner Wasserbüffel
Bild: Land Berlin

Amphibienschutz in Hermsdorf

kroeten (trilogie)
Laichschnur, Kaulquappe und Krötenpärchen Bild: K.-D. Kühnel

Gefährdung durch Straßenverkehr

Steigende Verkehrsaufkommen und die zunehmende Straßennetzdichte sind neben anderen Faktoren ein Grund für den Rückgang der Amphibienbestände im gesamten Bundesgebiet. Von den 21 in Deutschland vorkommenden Arten sind 13 in unserer Stadt zu finden. Jedoch wird es in einer dicht besiedelten Großstadt wie Berlin für Amphibien zunehmend schwerer, geeignete Rückzugsorte zu finden. Daher müssen die noch vorhandenen Populationen geschützt werden.

Projektbeschreibung

Der Tegeler Forst ist die Heimat einer noch beachtlich großen Erdkrötenpopulation. Zum Laichen zogen die Amphibien in das Tegeler Fließ. Dazu mussten sie den stark befahrenen Hermsdorfer Damm überqueren, so dass zahlreiche Tiere den Tod fanden.
Zum Erhalt der Population führten engagierte Anwohner bereits seit 2008 Schutzmaßnahmen durch. Später wurden sie von der NABU-Bezirksgruppe Reinickendorf zusammen mit dem Umwelt- und Naturschutzamt und dem Forstamt Tegel unterstützt. Jährlich wurden im Frühjahr Amphibienschutzzäune und Fangeimer aufgestellt, die Lurche von den Helfern aus den Eimern entnommen und über die Straße getragen.
Diese Fangaktionen sind jedoch mit einem sehr großen personellen und zeitlichen Aufwand verbunden und gefährdeten die Helfer beim Überqueren des stark befahrenen Hermsdorfer Damms.

Wanderwege der Erdkröten
Bild: BA Reinickendorf

Aus diesem Grund wurde im Jahr 2014 im Tegeler Forst ein Ersatzlaichbiotop angelegt, welches das Tegeler Fließ als bisheriges Laichgewässer ersetzt. Um die Kröten in das neue Gewässer zu lenken, werden weiterhin Amphibienschutzzäune in der Umgebung aufgestellt. Die in dem Ersatzlaichbiotop geschlüpften Jungtiere sind gleich auf ihren neuen Laichort geprägt und kommen dann als geschlechtsreife Tiere zur Fortpflanzung hierher zurück.

Ersatzbiotop (Schnitt)
Ersatzbiotop (Schnitt) Bild: C. Diedrich

Neue Gefahren

Logo Fischverbot
Bild: Fisch: pixabay.com

Im Juni 2016 wurden Goldfische im Ersatzlaichbiotop entdeckt, die vermutlich jemand ausgesetzt hat.
Diese Fische haben sich bereits sehr stark vermehrt.

Insbesondere die Grasfrosch- und die Teichmolchpopulation sind durch die Fische bedroht, da Laich, Kaulquappen und Teichmolchlarven von ihnen gefressen werden.

Setzen sie keine Tiere im Ersatzlaichbiotop aus!

Heimische Bestände können dadurch verdrängt sowie Krankheiten übertragen werden.

Helfer gesucht

Jedes Jahr im Frühjahr, während der Laichwanderung der Amphibien, übernehmen zu einem großen Teil ehrenamtliche Helfer das Einsammeln der Tiere in Hermsdorf. Da die Kontrolle des Amphibienschutzzauns täglich morgens, und während der Hauptwanderzeit zusätzlich auch noch abends, vorgenommen werden muss, freuen wir uns immer über neue Helfer.
Wenn Sie uns bei dieser Schutzaktion unterstützen möchten, können Sie per E-Mail gern Kontakt mit uns aufnehmen.

Aktuelles und Chronologie

Mai 2017
Am Samstag, den 13.5. fand eine Müllsammelaktion durch ehrenamtliche Helfer und die Bezirksgruppe des NABU Reinickendorf statt. Plastiktüten, alte Schuhe, Glasflaschen, Kleiderbügel und noch mehr wurde von ihnen eingesammelt und entsorgt.
Hoffentlich bleibt der Waldrand jetzt eine Weile sauber.

Müllsammlung
Dank den Helfern. Liebe Mitbürger, nehmen Sie bitte zukünftig Ihren Müll selber mit ! Bild: B. Neuhaus

 
Frühjahr 2017
Zahlreiche hochmotivierte Helferinnen und Helfer kamen auch in dieser Laichsaison zum Einsammeln der Tiere entlang der Fangzäune.
Die erwarteten Massen an Erdkröten blieben jedoch leider aus. Starke Populationsschwankungen bei Amphibien sind bekannt, Ursachen sind oft schwer festzustellen. Aber auch die geringere Zahl an gesammelten Tieren sorgte für reichlich Nachwuchs und eine neue Generation wächst heran.

Sommer 2016
Erstmals wurde der Besatz mit Goldfischen festgestellt. Ein mehrfaches Abfischen konnte das Problem nicht lösen.

Jungtiere
Junger Teichmolch und junge Erdkröte, geschlüpft im Ersatzlaichbiotop. Bild: A. Dierks, C. Diedrich

Frühjahr 2016
Das Ersatzlaichbiotop erfüllt seine Funktion nun bereits das zweite Jahr. Wieder wurden im Frühjahr alle Amphibien von fleißigen Helfern zum Gewässer getragen, damit sie dort laichen.
Ab Mitte Mai hopsten dann die ersten jungen Krötchen am Ufer, dieses Jahr besonders zahlreich. Auch Teichmolche und Grasfrösche konnten sich entwickeln.

2015
Im Frühjahr wurden wieder Fangzäune und Eimer aufgestellt und am 8.März begann die Laichwanderung. Tierfreunde und Naturschützer brachten mehr als 1000 Amphibien in das neue Gewässer.
Als Starthilfe wurde im Mai mit wenigen gebietseigenen, für Gewässer standorttypischen Pflanzen wie zum Beispiel der Sumpf-Segge (Carex acutiformis) eine Initialpflanzung durchgeführt (siehe Bildergalerie).

2014
Nach der Rodung von einigen störenden Bäumen wurde ein ringförmiger Deich angeschüttet und darin die Wassermulde angelegt. Dann wurden Dichtungsbahnen verlegt und anschließend das Ersatzlaichbiotop mit Wasser befüllt. Die Bauarbeiten wurden rechtzeitig abgeschlossen, so dass sich bis zum nächsten Frühjahr genug Plankton bilden konnte, das den Kaulquappen als Nahrung dient. (siehe Bildergalerie)

Kinder erleben den Boden

der boden und ich
Bild: BA Reinickendorf

Die Broschüre Der Boden und ich! (Stand 2011) richtet sich an Pädagogen und Eltern, die Kindern zwischen 2 und 6 Jahren den Wert unserer Ressource Boden anschaulich vermitteln wollen.

Dass der Boden durch seine Puffer- und Filterfunktion für sauberes Trinkwasser sorgt, Pflanzen wachsen lässt, die uns mit Nahrung, Frischluft und Schatten versorgen, ist nicht mehr in unseren Köpfen. Viele wissen auch gar nicht, dass ein Boden Jahrtausende benötigt, um so zu entstehen, dass er diese für uns so wichtigen Leistungen uneingeschränkt und „zum Nulltarif“ erbringen kann.
Erwachsene sind deshalb gefordert, eine an der Lebenswelt der Kinder orientierte, unmittelbare und „ungefilterte“ Wahrnehmung des Bodens zu fördern. Wer könnte diese Aufgabe besser gestalten als die engsten Begleiterinnen und Begleiter unserer Kinder im Kindergarten und zu Hause?

Die hier dokumentierten Projektarbeiten zeigen, dass durch Graben, Sehen, Fühlen, und Riechen die unterschiedlichen Eigenschaften des Bodens und seiner Lebewesen ausgiebig erkundet und reflektiert werden können. Ergänzt mit körperlicher Bewegung und der kreativen Arbeit mit Bodenfarben kann diese Wertschätzung mit viel Spaß vermittelt und nachhaltig verankert werden.

Nistkastenprojekt zum Nachmachen

Nistkastenprojekt
Bild: Remmi-Demmi gGmbH

Mit Unterstützung des Umwelt- und Naturschutzamtes hat die Kita Remmi-Demmi in Berlin-Heiligensee im Jahr 2012 ein umweltpädagogisches Projekt durchgeführt. Es wurden Nistkästen gebaut, aufgehängt und während der Brutzeit beobachtet.
Wir laden alle Interessierten herzlich dazu ein, die Dokumentation des Projekts zu verwenden, um gemeinsam mit Kindern einen Beitrag zum Vogelschutz zu leisten.