
Das Quartiersmanagement (abgekürzt: QM, auch: Stadtteilmanagement) ist ein Verfahren der sozialen Stadtentwicklung. Das Instrument Quartiersmanagement zeichnet sich zum einen durch die Zusammenführung der Akteure aus den verschiedenen Bereichen der Verwaltung, der lokalen Politik, der privaten Wirtschaft, der lokalen Vereine und der nicht organisierten Anwohner aus.
Das Bund-Länder-Programm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt" ist Programmteil der Zukunftsinitiative Stadtteil, für die in den Jahren von 2007 bis 2013 eine Summe von 151 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Es gibt insgesamt 35 Berliner Gebiete, in denen ein Quartiers- oder Stadtteilmanagement tätig ist oder die zur Verstetigung in die Hände der Bewohner und Bezirke übergegangen sind.
Die Programmumsetzung wird von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gemeinsam mit den Bezirken koordiniert. Mit Senatsbeschluss vom 16.12.2008 wurde das Gebiet - Letteplatz - in das Programm Soziale Stadt aufgenommen.
Weitere Informationen zum Quartiersmanagement im Land Berlin auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Quartiersmanagement Berlin
Sprechstunde des Bezirksstadtrates für Gesundheit und Soziales, Andreas Höhne
- im QM-Büro Mickestr. 14, 13409 Berlin - direkt am Letteplatz -
Sofern eine Sprechstunde zu bestimmten Themen gewünscht wird, wenden Sie sich bitte an das QM-Büro (Kontaktdaten s. rechts).
Ziel des Quartiersmanagements ist eine nachhaltige Verbesserung und Stabilisierung dieser Gebiete durch Bündelung und effizienten Einsatz der Ressourcen, vor allem auch der unterschiedlichen Fördermittel. Es geht hierbei nicht um die Alleinverantwortung des Staates, sondern um Hilfe zur Selbsthilfe und um Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements.
Im Gebiet gibt es ein Vor-Ort-Büro, in dem die Quartiersmanagerinnen und Quartiersmanager mit den lokalen Akteuren im Gebiet eng zusammenarbeiten. Von der Bewohneraktivierung (Beteiligung und Mitwirkung der Bewohner am Entwicklungsprozess des Gebietes), über die Stadtteilkoordination (Vernetzung unterschiedlicher Interessengruppen und Akteure sowie der Aufbau von Kooperationen zwischen Institutionen, Initiativen, Unternehmen, Wohnungsbaugesellschaften) bis hin zur Initiierung von Projekten (Hilfestellung bei Projekten - baulich/räumlich, sozial, kulturell, ökonomische Handlungsfelder) - das Aufgabenspektrum der Quartiersmanagement-Teams ist groß.

Das Quartier Letteplatz ist ein heterogenes Wohngebiet mit gründerzeitlicher Bebauung und Bauten der 50er und 60er Jahre.
QM-Gebiet Letteplatz
Im "Monitoring Soziale Stadtentwicklung" 2007 wurde es bezüglich der dort erhobenen Daten insbesondere aufgrund seiner Veränderungsdynamik als besonders auffällig gekennzeichnet. Es zählt aufgrund seiner sozioökonomischen Datenlage (Status: Transfereinkommensbezieherinnen und -bezieher, Arbeitslosenanteil, Schuldnerquote) jedoch zu den Präventionsgebieten: alle dort verwendeten Indikatorenwerte liegen bis auf die recht hohe Schuldnerquote (23 %) lediglich leicht negativ über dem Berliner Durchschnitt. Ca. 16 % der rund 9.000 Bewohnerinnen und Bewohner haben einen ausländischen Pass; 23 % bekommen Transferleistungen und ca. 9 % aller Bewohnerinnen und Bewohner - das entspricht in etwa einer Arbeitslosenquote von rund 18 % - sind arbeitslos. Im Rahmen der schulbezogenen Untersuchung einzelner Bildungsindikatoren gehört das Quartier zu den auffälligen Untersuchungsräumen.
Die Vernetzung und Kooperation der sozialen Träger, Schulen und kommunalen Einrichtungen ist im Hinblick auf die Entwicklung sozialer Nachbarschaften verbesserungsfähig. Durch Qualifizierung der Angebote und Vernetzung der Institutionen soll eine größere Breitenwirkung für Bildung und Daseinsvorsorge und somit auch für soziale Stabilisierung erreicht werden. Aufgrund der zunehmenden Veränderung der sozialen Situation (57 % der Kinder unter 15 Jahre leben von Transfereinkommen) wird das Quartier in das Programm "Soziale Stadt" als Präventionsgebiet aufgenommen.