Jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement: Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für Helmut Walz

Pressemitteilung Nr. 7938 vom 14.06.2017
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v.l.n.r.: Helmut Walz, Trudy Brun-Walz und Bezirksbürgermeister Frank Balzer Bild: BA Reinickendorf

Im Vorfeld der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Deportation der Frauen aus dem tschechischen Lidice in das Konzentrationslager Ravensbrück überreichte Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) Herrn Helmut Walz im Auftrag des Bundespräsidenten das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Mit dieser Auszeichnung wird der jahrzehntelange Einsatz von Helmut Walz für die Aufarbeitung der Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus und für die Verständigung zwischen Berliner Schülerinnen und Schülern und Überlebenden des Massakers von Lidice gewürdigt.

Helmut Walz ist seit 1990 Mitglied des Reinickendorfer Arbeitskreises Politische Bildung, Vergangenheit – Zukunft und seit 2001 dessen erster Vorsitzender. Insbesondere die jährlichen Fahrten des Arbeitskreises zusammen mit Schülerinnen und Schülern des Bertha-von Suttner-Gymnasiums, der Gustav-Freytag-Schule sowie der Paul-Löbe-Schule und weiterer Berliner Schulen nach Lidice wurde in der Begründung für die Ordensverleihung hervorgehoben. Seit der Gründung des Vereins sind bisher knapp 450 Schülerinnen und Schüler nach Lidice gefahren und konnten vor Ort Gespräche mit den noch lebenden Frauen und Kindern aus Lidice führen.

Frank Balzer würdigte in seiner Rede das Engagement von Helmut Walz: „Durch die vielen persönlichen geschilderten Schicksale und die Gespräche mit Zeitzeugen schafft es Helmut Walz, Jugendliche auf besondere Weise zu packen und für unsere Geschichte zu sensibilisieren. Er sorgt mit seinem Engagement dafür, dass die Lehren aus der Geschichte in den Köpfen der Jugendlichen nachhaltig erhalten bleiben.“

Das tschechische Dorf Lidice, das zwischen Prag und Kladno lag, wurde am 10. Juni 1942 durch deutsche Besatzungstruppen zur Vergeltung für das Attentat auf Reinhard Heydrich zerstört. Verbunden mit der Zerstörung des Dorfes war die Ermordung aller männlichen Einwohner über 15 Jahre, die Deportation der Kinder nach Litzmannstadt und die Deportation der Frauen in das Konzentrationslager Ravensbrück. Viele Frauen aus Lidice starben im Konzentrationslager, die Überlebenden wurden erst im April 1945 von der Roten Armee befreit.