Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) lädt ein zur Reinickendorfer Ausstellung zum Lutherjahr: Schlicht protestantisch – die sechs Dorfkirchen im Bezirk Reinickendorf: Heiligensee, Hermsdorf, Lübars, Reinickendorf, Tegel, Wittenau

Pressemitteilung Nr. 7791 vom 16.03.2017
Bildvergrößerung: Die Dorfkirche Hermsdorf: Radierung von Alfred Karl Dietmann, 1972
Die Dorfkirche Hermsdorf: Radierung von Alfred Karl Dietmann, 1972 Bild: Alfred Karl Dietmann

Die sechs Dörfer Reinickendorfs entstanden während der mittelalterlichen Ostkolonisation im 12 Jahrhundert, nachdem die Askanier die Vorherrschaft in Brandenburg erkämpft hatten. Der Mittelpunkt des Dorfes war den Kirchen und dem Friedhof vorbehalten. Die ursprünglich einfachen Fachwerkbauten wurden im Zuge der Dorfentwicklung durch solidere Gotteshäuser aus Stein ersetzt. Die Dörfer unterstanden unterschiedlichen Protektoraten. Einen entscheidenden Einfluss auf die Ausgestaltung der Kirchen und damit auf das dörfliche Leben hatte die Reformation, die von Kurfürst Joachim II. (1535-1571) eingeführt wurde. Seine Kirchenordnung von 1540 war jedoch keineswegs radikal, so dass sich die Reformation in den Dörfern allmählich und friedlich durchsetzte. 1540 begann die reformatorische Umgestaltung der Kirchen durch Visitationen. Die kirchlichen Befugnisse gingen an die landeskirchlichen Organe über, die dem Kurfürsten unterstellt waren.

Seitdem sind die alten Dorfkirchen Reinickendorfs protestantisch. Sie präsentieren sich heute schlicht und mit figürlichem Schmuck zurückhaltend. Die wenigen geretteten Holzplastiken von Heiligen aus der Zeit vor der Reformation haben als kostbare Kunstgegenstände ihren Platz gefunden. In drei Gebäuden befinden sich für lutherische Kirchen typische Kanzelaltare aus der Barockzeit. Die Dorfkirchen dienen als Gotteshäuser, sind aber auch als kulturelles Erbe bis heute bedeutsam.

Mithilfe von Fotos, Zeichnungen, Gemälden, Stadtplänen und einzelnen sakralen Gegenständen beleuchtet die Ausstellung den geschichtlichen Hintergrund der Reformation und stellt den kulturellen Wert der Dorfkirchen dar.

Ausstellungseröffnung: 23. März.2017, 18.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 24. März bis 23. Juli 2017

Bildvergrößerung: Atelier mit Dorfkirche Wittenau von Max Grunwald, 1954
Atelier mit Dorfkirche Wittenau von Max Grunwald, 1954 Bild: Max Grunwald

Parallel zur Ausstellung über die Dorfkirchen Reinickendorfs zeigt die GalerieETAGE im Museum Reinickendorf Werke des Malers Max Grunwald (1889-1960) und anderer regionaler Maler, die die Dorfkirchen Reinickendorfs porträtiert haben.

Grunwald wurde 1889 in Berlin-Reinickendorf geboren. Er machte eine Ausbildung in den Bühnenwerkstätten des Königlichen Theaters in Berlin und lebte ab 1920 auf dem Hof seiner Schwiegereltern in Alt-Wittenau 37, an der Dorfaue, wo er sich im ehemaligen Pferdestall ein Atelier einrichtete. Neben figürlichen und religiösen Motiven, sind es Landschaftsansichten, welche sich im Schaffen Grunwalds finden.

Ausstellungsdauer: 24. März bis 20. April 2017

Der Eintritt ist frei.

Museum Reinickendorf
Alt-Hermsdorf 35, 13467 Berlin
Tel.: 030/404 40 62
www.museum-reinickendorf.de
Öffnungszeiten: Mo-Fr So 9-17 Uhr