Der Bezirk trauert um Siegfried Kühl

Pressemitteilung Nr. 5093 vom 10.08.2015

Das Bezirksamt trauert um den am 27. Juli 2015 verstorbenen Künstler Siegfried Kühl. Er hat sich jahrzehntelang für den Bezirk künstlerisch engagiert und die Interessen der Künstlerinnen und Künstler vertreten.

Er war Mitbegründer der Graphothek Berlin im Märkischen Viertel. Stets stand er neuen Projekten offen gegenüber und hat sie mit viel Begeisterung vorangetrieben. 1929 in Pankow geboren, hatte Kühl sein erstes Atelier mit fünf Jahren in einer großen Pappkiste im elterlichen Tabakladen. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er Malerei an der Hochschule für Bildende Künste zu Berlin und zog 1952 als Kunstlehrer nach Scharfenberg. Hier hat er Generationen von Schülerinnen und Schülern zur Entwicklung ihrer Kreativität angeregt.

Orte in Reinickendorf, Reiselandschaften, aber auch Menschen und Fundstücke, die in seinem Leben eine Bedeutung hatten, fanden Eingang in sein künstlerisches Wirken. Siegfried Kühls Arbeiten wurden in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt. Am Ufer des Tegeler Sees steht sein Erinnerungsmal der „Archaische Erzengel von Heiligensee“ für die Dadaistin Hannah Höch. Anlässlich seines 85. Geburtstags stellte er aus seinem vielfältigen Werk, das Malerei, Grafik und Skulpturen umfasst, eine Auswahl seiner Zeichnungen in der Rathaus-Galerie Reinickendorf aus.

„Reinickendorf hat einen seiner wichtigsten Künstler verloren. Mit seinem langjährigen Wirken hat er viele Spuren im Bezirk hinterlassen, die die Erinnerung an ihn wach halten. Der Bezirk wird Siegfried Kühl ein ehrendes Angedenken bewahren. Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie“, so Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU).‎