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Internationale Jugend pflegt Reinickendorfer Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

Pressemitteilung vom 04.07.2011

In Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung werden in diesem Jahr drei Workcamps des Internationalen Jugendgemeinschaftsdienstes (ijgd) durchgeführt, und zwar

vom 02. Juli bis 17. Juli 2011 auf dem Friedhof Reinickendorf (Humboldtstraße 74-90, 13403 Berlin),
vom 16. Juli bis 31. Juli 2011 auf der Kriegsgräberstätte Reinickendorf (Frei-heitsweg 64, 13407 Berlin) und
vom 30. Juli bis 13. August 2011 auf dem Friedhof Heiligensee (Sandhauser Straße 110, 13505 Berlin).

In den genannten Zeiträumen werden von insgesamt 45 Jugendlichen aus Deutschland, Finnland, Frankreich, Kanada, Korea, den Niederlanden, Russland, Serbien, Spanien, Thailand, Tschechien, der Türkei und den USA Instandhaltungsarbeiten an Gräbern der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft durchgeführt.

In Reinickendorf befinden sich 5.363 Gräber von Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft, verteilt auf insgesamt sieben der zehn landeseigenen Friedhöfe.

Verantwortlich für die Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Dem Bezirk ist die Unterhaltung und Pflege der Gräber übertragen.

Folgende Arbeiten werden auf den Friedhöfen verrichtet:
 teilweise Erneuerung der Rasenflächen (Bestattungsfläche)
 Freischneiden der zu mähenden Rasenflächen
 Reinigen der Grabzeichen und Grabzeicheneinfassungen
 Auflistung der defekten/auszutauschenden Grabzeichen

Die Jugendlichen sind in Einrichtungen mit Selbstverpflegung in der Pfadfinderburg in Tegel, im Pfadfinderhaus in Alt-Tempelhof sowie auf dem Abenteuerplatz in Steglitz untergebracht.
In der Freizeit haben die Jugendlichen die Möglichkeit, Berlin kennenzulernen.

Im Jahr 1954 wurden die Jugendlager vom ‚Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge‘ ins Leben gerufen, um in einer internationalen Gruppe einen Beitrag zur Völkerverständigung und zum Frieden zu leisten.

Seit 1994 werden diese Workcamps von dem gemeinnützigen Verein ijgd organisiert. Junge Menschen aus unterschiedlichsten Ländern und Kulturen treffen sich in einem Workcamp, um unter Anleitung von zwei Gruppenleitern zusammen zu leben und an einem gemeinnützigen Projekt zu arbeiten. Dafür erhalten sie keinen Arbeitslohn, jedoch sind Unterkunft und Verpflegung frei.

Die Finanzierung der Workcamps in Höhe von 16.000 € erfolgt mit Bundesmitteln zur Unterhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Diese Mittel werden dem Bezirksamt von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zur Verfügung gestellt.

Martin Lambert
Bezirksstadtrat für
Wirtschaft und Bauen
Tel.: 90294-2260/61
Fax: 90294-3418