Die Bezirksverwaltung Reinickendorfs positioniert sich als erste Behörde Berlins gegen Häusliche Gewalt am Arbeitsplatz!

Pressemitteilung vom 18.02.2011

„Nein zu Häuslicher Gewalt – Mut zum Gespräch
am Arbeitsplatz“,

dazu bekennt sich der Bürgermeister des Bezirksamtes Reinickendorf von Berlin, Frank Balzer (CDU), seinen Beschäftigten gegenüber und erteilt den Auswirkungen von Häuslicher Gewalt am Arbeitsplatz eine klare Absage! Häusliche Gewalt ist keine Privatsache!

Was hat Häusliche Gewalt mit dem Arbeitsplatz zu tun?
Studien belegen, dass in Deutschland jede vierte Frau in ihrem Leben Gewalt in Form von physischer, sexueller, psychischer und finanzieller Gewalt erfährt. Im Durchschnitt wird jeden Tag eine Frau in Deutschland von ihrem jetzigen oder früheren männlichen Partner getötet. Es ist bekannt, dass gewalttätige Täter bzw. Täterinnen Betroffene häufig auch am Arbeitsplatz durch Anrufe belästigen, sie unerwünscht besuchen und massive Kontrolle ausüben. Die Folgen der Gewalterfahrung, wie z. B. Angstzustände, körperliche Verletzungen, Unkonzentriertheit usw., führen zu Leistungseinschränkungen der Beschäftigten am Arbeitsplatz. Häusliche Gewalt verursacht so enorme betriebswirtschaftliche Kosten, dessen sind sich die verantwortlich Handelnden, u. a. die Frauenbeauftragte, die Frauenvertreterin und der Personalrat bewusst.

Daher wurde heute vom Bezirksbürgermeister eine Vereinbarung mit der Beschäftigtenvertretung geschlossen. Diese sagt aus, den Betroffenen im Arbeitsleben den Rücken zu stärken. Neben konkreten Hilfen vor Ort, wie Umsetzungen in ein neues Aufgabengebiet oder von einem Einzel- in ein Doppelzimmer, Auskunftssperren bezüglich Telefonnummern und Adresse, Vereinbarungen von flexiblen Arbeitszeiten, damit die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter sich beispielsweise eine neue Unterkunft suchen oder sich psychologisch betreuen lassen kann, und der Ausübung des Hausrechts, um gewalttätigen Personen den Zugang zu verwehren, wird darüber hinaus an kompetente Beratungsstellen
(z. B. TERRE DES FEMMES oder BIG) verwiesen. Den Leitungskräften wird aufgrund ihrer Vorgesetzten- und Vorbildfunktion eine besondere Verantwortung zu Teil. Sie sollen für die Problematik sensibilisiert werden, um auch entsprechende Hilfen anbieten zu können.

Das Bezirksamt dankt TERRE DES FEMMES e.V., die bei der Einführung dieser Strategie, auch genannt Workplace Policy, beratend zur Seite standen.

Frank Balzer
Bezirksbürgermeister
Tel. 90294-2300