Volkspark Schönholzer Heide
Der etwa 35 ha große, hügelige Waldpark ist der Rest eines großen geschlossenen Waldgebietes, das sich bis zur Jungfernheide erstreckte. Im Gegensatz zu den meisten innerstädtischen Parks ist der Volkspark Schönholzer Heide eine weitgehend naturbelassene Grünanlage. Königin Elisabeth Christine, die Frau Friedrich II., ließ 1751 an diesem Ort Maulbeer- und Obstbäume pflanzen und Alleen anlegen. Das Gebiet erhielt den Namen "Königin Plantage" und war dem Schlosspark Niederschönhausen zugehörig. Dass die Schönholzer Heide schon 1887 ein beliebtes Ausflugsziel war, beweist ein Ausschnitt aus der "Vossischen Zeitung", der auf "herumliegendes Brotpapier" und die Plünderung des Holzbestandes hinweist. Auch das berühmte Berliner Lied über den vergnügungswilligen "Bolle" beschreibt das "lustige Treiben" in diesem Park. Um 1920 wurde der Vergnügungspark "Traumland", Tennisplätze und ein Fußballplatz angelegt. Für die Aufforstung und Pflege der Heide waren ab 1934 Arbeitsverpflichtete zuständig. In diese Zeit fällt auch die Schaffung des 15 Meter hohen, künstlichen Berges, der durch die Aufschüttung des Aushubs vom U-Bahn-Bau entstand. Den gesamten Westabschnitt des durch die Germanenstraße geteilten Parks nimmt das Sowjetische Ehrenmahl Schönholzer Heide ein. Hier sind ca. 13.200 Offiziere und Soldaten der Roten Armee beigesetzt, die bei den Endkämpfen um Berlin im März / April 1945 ums Leben kamen. Lindenalleen führen zum monumentalen Innenbereich mit Granitpfeilern, Großreliefs, einem 33,5 Meter hohen Obelisken und dem Hauptdenkmal, der Skulptur "Mutter Erde". Rechts und links des Weges befinden sich 16 Grabkammern, in denen 1.182 Soldaten bestattet sind. Der Sockel des Obelisken aus schwarzem Porphyr trägt auf 42 Bronzetafeln die Namen von gefallenen Offizieren. Die beeindruckende Anlage ist von Mauern umgeben, an denen auf 100 Tafeln Namen, Dienstgrad und Geburtsjahr von 2.647 gefallenen Soldaten zu lesen sind. Sie stehen hier stellvertretend für alle, die nicht identifiziert werden konnten. Ein Gedenkstein hinter dem Obelisk erinnert an die Menschen, die in Konzentrationslagern umgekommen sind. Die zwischen den Lindenalleen angelegten Rasenstücke und Blumenfelder erwecken den Anschein eines Parks. Jenseits der Germanenstraße liegt die Schönholzer Heide. Eingebettet in das Gelände sind zwei Friedhöfe. Zahlreiche Wege führen durch den Waldpark. Ein Rundweg ist als Naturlehrpfad gestaltet. Es gibt Liegewiesen, einen Abenteuerspielplatz und einen frei zugänglichen Fußballplatz. Auch das alljährlich im Juni stattfindende Trommlerfest "Rakatak" erfreut sich großer Beliebtheit. Wo die Schützenstraße auf die Schönholzer Heide trifft, befindet sich die Schießanlage des Pankower Schützenvereins. Nordwestlich des Wald- und Parkfriedhofs, südlich der Gedenkstätte ist eine Platane zu bewundern, die wegen ihrer Schönheit als Naturdenkmal ausgewiesen ist. Größe: 35 ha