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Grüne Orte in Prenzlauer Berg

Kollwitzplatz

Das Gelände um den heutigen Kollwitzplatz wurde Ende des 19. Jahrhunderts vom "Deutsch-Holländischen Actien-Bauverein" aufgekauft, um es mit Mietshäusern zu bebauen. Im Bebauungsplan war bereits ein Platz vorgesehen, der von der Treskowstraße (seit 1952 Knaackstraße), der Weißenburger Straße (seit 1947 Kollwitzstraße) und der Wörtherstraße umschlossen wurde. Die Bebauung wurde 1875 abgeschlossen. Der Platz wurde von 1885 bis 1887 als typischer gründerzeitlicher Schmuckplatz gestaltet. Im Zweiten Weltkrieg wurden einige Häuser zerstört und weitere Häuser ausgebombt. So auch das Haus der Familie Kollwitz. Dr. Karl Kollwitz war ein bekannter Arzt, der sich besonders um die Armen im Wohnviertel kümmerte. Im Jahr 1947 wurde der Platz nach der berühmten Malerin, Graphikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867 bis 1945) benannt. Die Plastik "Schützende Mutter", eine Kalksteinnachbildung der Orginalstuckplastik und das Denkmal "Käthe Kollwitz" von Gustav Seitz (1906 bis 1969) erinnern an die weltberühmte Künstlerin.

Der Kollwitzplatz wurde im Jahre 1949 nach Entwürfen des Gartenarchitekten Reinhold Lingner gestaltet und ist bis heute in seinen Grundzügen erhalten geblieben. In den 70er und 80er Jahren zog es bereits viele Künstler, aber auch Kultur- und Umweltgruppen in das Gebiet um den Kollwitzplatz. Das entstehende multikulturelle Leben gab auch der politischen Opposition Ende der 80er Jahre starke Impulse.

Durch Rückübertragungen an die Alteigentümer nach der Wende setzte eine regelrechte Sanierungswelle ein. Heute kommen Besucher aus ganz Berlin zum Kollwitzplatz und auch der Tourist soll hier den echten "Berliner Kiez" kennen lernen. Die Wohnungen am Kollwitzplatz wurden eine "gute Adresse" und der Wunsch vieler "Betuchter" hier zu wohnen, trieb die Mieten in die Höhe. Interessenkonflikte mit den seit vielen Jahren hier Wohnenden waren vorprogrammiert. Das betrifft nicht nur die Höhe der Mieten, sondern auch den Touristenrummel und die Lärmbelästigung durch die vielen Gaststätten in warmen Sommernächten. Bürgerinitiativen und Betroffenenvertretungen versuchen, den Bürgern bei der Lösung ihrer Probleme zu helfen. Mit seinen 6.000 m² ein eher kleiner Platz, bietet er mit seinem Spielplatzangebot gerade für junge Familien mitten in der Großstadt ein ideales Freizeitangebot. Hingewiesen sei noch auf den "abenteuerlichen bauspielplatz KOLLE 37" unweit des Kollwitzplatzes in der Kollwitzstraße, der im April 1990 als erster betreuter Spielplatz im Osten Berlins gegründet wurde. Er bietet Möglichkeiten zum Umgang mit Feuer, Wasser, Erde, Pflanzen und Tieren und hält weitere interessante Angebote bereit. Größe: ca. 0,6 ha

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