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Grüne Orte in Prenzlauer Berg

Jüdischer Friedhof Schönhauser Allee

Nach der Schließung des Friedhofes in der Großen Hamburger Strasse im Jahr 1827 wurde in der Schönhauser Allee nach den Plänen von Friedrich Wilhelm Lan-gerhans ein neues Friedhofsgelände erschlossen und durch den Rabbiner Jacob Joseph Oettinger eingeweiht. Obwohl der Friedhof 1880 offiziell wieder geschlossen wurde, fanden vor allem in Erbbegräbnisstätten weitere Beisetzungen statt. Im Sep-tember 1976 wurde die letzte Beerdigung registriert. Unter den 22.800 Einzelgräbern und den 750 Erbbegräbnissen befinden sich auch die Ruhestätten berühmter Berliner Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst. So fanden der Komponist Giacomo Meyerbeer (1791-1864), der Verleger Leopold Ullstein (1829-1899), der Bankier Ludwig Max Goldberger (1848-1913), der Philologe Leopold Zunz (1794-1886) und der Maler Max Liebermann (1847-1935) hier ihre letzte Ruhe. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Friedhof durch die Nationalsozialisten und mehrere Bombeneinschläge verwüstet. Zunächst sollte nach dem Willen der Jüdischen Gemeinde der Zustand den Überlebenden zur Mahnung erhalten bleiben. Nach und nach wurden jedoch die gröbsten Schäden beseitigt. Grabsteine wurden freigelegt, Wege eingeebnet und die verwilderte Vegetation kultiviert. Der gesamte Friedhof wurde unter Denkmalschutz gestellt. Neben den größtenteils schlichten Gräbern mit Stelen und Obelisken finden sich auf dem Friedhof auch prunkvoll gestaltete Familiengrabstätten. Stellvertretend für viele sei die 1991 restaurierte Erbbegräbnisstätte der Familie Beer erwähnt, die Vorfahren des Komponisten Giacomo Meyerbeer. Eines der schönsten Einzelgrabmale ist das Marmorgrabmal des Bankiers Julius Leopold Schwabach. Unter den mächtigen Kronen von alten Kastanien, Platanen und verschiedener Ahornarten liegen die erhaltenen Gräber dicht beieinander wie geschützt unter einem Dach. Besonders an heißen Sommertagen findet der Besucher im kühlen Schatten der über 150 Jahre alten Bäume Ruhe und Besinnung. Auch die reiche Vegetation am Boden, geprägt durch Efeu und Immergrün, gibt dem Jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee unweit des Stadtzentrums eine besondere Note. Größe: ca. 5 ha
Der Friedhof wird nicht vom Bezirksamt Pankow, sondern von der Jüdischen Gemeinde Berlin verwaltet. Kontakt: Jüdischer Friedhof Weißensee, Herbert-Baum-Str. 45, 13088 Berlin, Tel.: 030 925 3330, Fax: 030 9237-6296.