Im nördlichsten Zipfel Berlin bildet der Bucher Forst die Grenze zum Landkreis Barnim. Der Barnim ist eine geologisch gewachsene, von Gletschereis geformte Landschaft mit einer einzigartigen Landschaftsstruktur. Der Bucher Forst ist Teil der Barnimhochfläche. Er wird nordsüdlich vom Lietzengraben und vom Seegraben und ostwestlich vom Waldgraben durchflossen. Im Südosten grenzt an den Bucher Forst das Naturschutzgebiet Mittelbruch, in dessen unmittelbarer Nähe sich die Bucher Kliniken befinden. Im Bucher Forst gibt es den einzigen Hochwald im Nordosten Berlins. Vor 1670 versorgte er das Rittergut Buch mit Holz. Der Hochwald war von Feldern, Wiesen und Auen umgeben, die von 1870 bis 1985 als Rieselfelder genutzt wurden. Nach Einstellung der Berieselung wurden alle Becken und Dämme beseitigt. An Stelle der wassergeprägten Landschaft entstand ein trockener steppenartiger Bewuchs.
Aufforstungsmaßnahmen blieben weitgehend erfolglos. Nach der Wende wurde die charakteristische rechtwinklige Struktur der ehemaligen Rieselfelder aufgebrochen und ein neues Wegenetz aufgebaut. Der verbesserte Wasserhaushalt führte zu intensiverem Wachstum, so dass eine artenreiche Flora entstand. Durch das Auftragen einer Lehmschicht und der Vermengung mit der oberen Bodenschicht konnte der Boden auf einer Fläche von zunächst 100 ha so verbessert werden, dass sogar Eichen angewachsen sind. Seit 1994 wird das Ziel verfolgt, eine waldgeprägte Erholungslandschaft zu etablieren, die von Alleen, Hecken und Baumgruppen geprägt ist. Das gut ausgebaute Wegenetz ermöglicht es Wanderern und Radfahrern, Erkundungs- und Entdeckungstouren wahrzunehmen. Der alte Hochwald und die ehemaligen Rieselfelder umfassen ein Gebiet von ca. 1.300 ha, zu groß, um es bei einem Sonntagsspaziergang vollständig kennen zu lernen. Welcher Teil des Bucher Forstes aufgesucht werden soll, ergibt sich mit der Wahl des Ausgangspunktes. Beginnt man zum Beispiel am S-Bahnhof Karow eine Wanderung, führt der Weg an den Karower Teichen vorbei. Hat man die Autobahn Berliner Ring überquert, gelangt man in ein landschaftliches sehr reizvolles Gebiet. Es gibt hier eine kleine "Seenkette" bestehend aus zwei ehemaligen Karpfenteichen und dem Bogensee, der von einem sumpfigen Uferbereich Hochwald gelangt man zur Schönerlinder Chaussee und über die Wiltbergstraße direkt zum S-Bahnhof Berlin Buch. Auch bei jeder anderen Route sei es per Pedes oder mit dem Fahrrad glaubt man, ganz weit weg von der Großstadt Berlin zu sein. Wer einmal hier gewesen ist, wird öfter kommen und Unbekanntes entdecken wollen. Neben der Natur kann der Besucher auch Kunst genießen. Durch den Bucher Forst führt eine Kunstroute, die Wald-Galerie Buch. Verschiedene Künstler haben phantasievolle Skulpturen aus unterschiedlichem Material aufgestellt. Seit September 2001 entstand während eines internationalen Künstlersymposiums auch eine Skulpturlinie aus Stein. Zehn Bildhauer aus ganz Europa bearbeiteten Steine aus Berliner Baugruben unter dem Motto "Steine ohne Grenzen". Neben der Selbsterkundung erhalten Sie auch Informationen über die jeweiligen Standorte der Skulpturen, über die Revierförsterei Buch unter der Tel.: 9495600. Für Kinder und Jugendliche, aber auch für interessierte Bürger hält die Waldschule Bucher Forst zahlreiche Angebote bereit, um die Lebensgemeinschaft Wald in all seiner Vielfalt und Schönheit am Beispiel des Bucher Forstes darzustellen. Näheres zum Programm der Waldschule Bucher Forst gibt es unter Tel.: 94114733. Größe: ca. 1.300 ha



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