Ende des 19. Jahrhunderts erwarb die Stadt Berlin das Gelände, um es als Rieselfeld zu nutzen. Der Neusteglitzer Gartendirektor Albert Broderson richtete auf dem Gelände 1909 einen Schulgarten ein. Bald wurde das normale Schulgartensortiment durch Pflanzen und Bäume aus den Brandenburger Wäldern ergänzt. In den Weltkriegen wurden vorwiegend Gemüse und Kartoffeln zur Versorgung der Bevölkerung angebaut. Die Zentralstation Junge Naturforscher übernahm 1952 das Gelände, um in außerschulischen Arbeitsgemeinschaften den Berliner Schülern die Natur nahe zu bringen. 1977 übertrug man der Humboldt-Universität die Verantwortung für das gesamte Areal. Nach der Wende gab es unterschiedlichste Vorstellungen vieler Interessenten zur Nutzung des Geländes. Im November 1994 wurde die Botanische Anlage als Gartendenkmal im Sinne des Denkmalschutzgesetzes Berlin eingestuft und geschützt. Seit 1995 ist das Gelände öffentliche Parkanlage des Bezirks Pankow. Betritt der Besucher die Botanische Anlage am Haupteingang an der Blankenfelder Chaussee säumen rechts und links des Weges großräumige Beete mit Stauden, Sträuchern und Einjahresblumen den Weg. Im Eingangsbereich gibt es auch eine Steingartenanlage, einen Schattenstaudenbereich und eine Wassergartenanlage. Das "Kleine Arboretum" entstand aus der dendrologischen Abteilung des alten Schulgartens. (Dendrologie: Wissenschaftliche Baumkunde) Die großen Schaugewächshäuser aus den 20er Jahren stehen unter Denkmalschutz. Sie müssten dringend renoviert werden und dürfen aus Sicherheitsgründen von den Besuchern nicht betreten werden. Alljährlich blüht Ende Juni / Anfang Juli hier die "Königin der Nacht", ein Schlangenkaktus mittelamerikanischer Herkunft. Jede der imposanten Blüten entfaltet ihre Pracht nur nachts für einige Stunden. Zur Blütezeit wird in jedem Jahr zu Ehren der "Königin der Nacht" ein Blütenfest veranstaltet. Seit dem Jahre 2002 kann der Besucher am Wegesrand Skulpturen Berliner Künstler entdecken und bewundern. Vielleicht entwickelt sich hier ein Forum für bildende Künstler mit wechselnden Ausstellungen. Hat der Besucher den Schauteil des Parks verlassen, führen Wege in die freie Landschaft mit Feldern, Wiesen, einer Obstbaumallee und Baumgruppen. Die Hochwälder im westlich gelegenen Teil mit seinen zwei fast zugewachsenen Teichen sind dem Besucher nicht zugänglich. Hier sollen sich Biotope ungestört entwickeln. Eine interessante Sehenswürdigkeit ist die "Geologische Wand", die seit 1912 hier ihr Domizil hat. Sie stellt einen vereinfachten Schnitt durch die obersten Schichten der Erdkruste Mitteleuropas dar und zeigt 123 Gesteinsarten, die aus verschiedenen Gegenden Deutschlands stammen. Wer sich eingehender über die "Geologische Wand informieren möchte, kann im Umweltbüro am Weißen See und im Amt für Umwelt und Natur beim Bezirksamt Pankow eine Broschüre käuflich erwerben. In unmittelbarer Nähe der "Geologischen Wand" führt ein ca. ein Kilometer langer, erst 1999 angelegter Verbindungsweg, in das kleine Angerdorf Blankenfelde, das durchaus einen Besuch wert ist. Größe: ca. 34 ha



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