Modulare Unterkunft für Flüchtlinge (MUF) in der Falkenbergerstraße

Aktueller Sachstand zum Bauvorhaben

Foto MUF Modulare Unterkunft Falkenberger Straße Pankow
Bild: BA Pankow

Die Fertigstellung der zwei Wohngebäude ist für November 2020 vorgesehen, die Eröffnung für das erste Quartal 2021. Der Zeitpunkt hat sich bedingt durch die Corona-Situation und Lieferschwierigkeiten verschoben. Bauherrin ist die GESOBAU AG. Zunächst werden, organisiert über das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten, geflüchtete Menschen in die Wohnungen ziehen. Es wird im Vorfeld eine Informationsveranstaltung für die Anwohner*innen geben.

Was ist geplant?

Auf dem Areal entstehen zwei viergeschossige Wohnbauten mit insgesamt 66 Wohnungen, in die ca. 200 zugewanderte Menschen einziehen werden, darunter geflüchtete Familien mit Kindern. Die Einrichtung wird nach dem Konzept einer GU 3 (Gemeinschaftsunterkunft 3) geplant. Das bedeutet, dass die Menschen über abgeschlossene Appartements verfügen und ihr Leben weitgehend selbständig organisieren. Vor Ort wird eine Sozialarbeiter*in sein, die für Fragen zur Verfügung steht. Die Gemeinschaftsräume im Gebäude sollen für soziale Infrastruktur, wie ein Begebungscafé, Nähwerkstatt etc. genutzt werden. Geplant ist, dass die Wohnungen zu einem späteren Zeitpunkt regulär auf dem Wohnungsmarkt vermietet werden.

Anwohner-Informationsveranstaltung zum Bauvorhaben (April 2017)

Am 25. April 2017 luden das Bezirksamt Pankow und die GESOBAU AG die Nachbarschaft rund um die Falkenbergerstraße zu einer Informationsveranstaltung zum Bau der Modularen Unterkunft ein.

Die Veranstaltung fand in der Marcel Breuer Schule in Weißensee statt. Bei der Veranstaltung hatten die Anwohner*innen die Möglichkeit, sich über das Bauvorhaben zu informieren und ihre Fragen an direkte Ansprechpartner*innen zu richten. Folgende Ansprechpersonen waren u.a. vor Ort:
  • Der Bezirksbürgermeister Herr Benn (Die Linke), Schulstadtrat Dr. Kühne (CDU), die Integrationsbeauftragte von Pankow Frau Niewiedzial und der Staatssekretär für Integration Herr Tietze
  • Herr Holborn, Geschäftsbereichsleiter für den GESOBAU-Bestand in Pankow und die Leiterin der Unternehmenskommunikation der GESOBAU Frau Jessen
  • Mitarbeiter*innen des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) sowie der Betreiber des bestehenden Wohnprojekts für Geflüchtete in der Falkenberger Straße die PRISOD Wohnheimbetriebs GmbH.
  • die Polizei und Vertreter*innen aus verschiedenen Fachämterin des Bezirksamts wie das Jugendamt, die Wirtschaftsförderung und dem Integrationsbereich.
  • Ansprechpersonen zu Fragen rund um das nachbarschaftlichen Miteinander vor Ort: gangway e.V., die evangelische Kirche, moskito – Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus, für Demokratie und Vielfalt und das Frei-Zeit-Haus e.V.

Fachlich beraten und unterstützt wurde das Bezirksamt durch das Mobile Beratungsteam Berlin für Demokratieentwicklung (MBT) und die mobile Beratung gegen rechts (mbr).

Rund 40 Anwohner*innen waren der Einladung zu der Informationsveranstaltung gefolgt. Sie nutzten die Gelegenheit, sich umfassend zu informieren und direkte Gespräch mit politisch Verantwortlichen und Fachleuten zu führen. Folgende Themen haben die Nachbar*innen als wichtig für sie genannt:
  • die Renovierung des angrenzenden öffentlichen Spielplatzes
  • den Bedarf einer nachbarschaftlichen Begegnungsstätte z.B. ein Café mit preisgünstigen Angeboten im Kiez
  • Ausbau der ärztlichen Versorgung vor Ort
  • Ansprechpartner in dem neuen Wohnhaus sollten sichtbar gemacht werden, sobald die Unterkunft eröffnet ist, damit Kontakt aufgenommen werden kann
  • Unverständnis darüber, warum nicht mehr leerstehende Gebäude zur Flüchtlingsunterbringung genutzt werden

Das Bezirksamt Pankow wird die Themen aufgreifen.

Was ist in der Falkenberger Straße geplant?

In Berlin wird Wohnraum benötigt. auch um geflüchtete Menschen unterzubringen. Um Abhilfe zu schaffen, hat der Berliner Senat alle sechs kommunalen Wohnungsbaugesellschaften beauftragt, so genannte Modulare Unterkünfte (MUF) zu bauen.

Diese Modularen Unterkünfte sind Wohnhäuser. Sie sind mit einer normalen Lebensdauer für Neubauten konzipiert. Aufgrund der modularen Bauweise können sie schneller errichtet werden und auch der Umbau der Wohnungsgrundrisse kann für eine Nachnutzung flexibler gestaltet werden.

Die Wohnungsbaugesellschaft GESOBAU AG hat auf dem Grundstück Falkenberger Straße 151-154 solch ein neues Wohnhaus errichtet, eine sogenannte Modulare Unterkunft für Flüchtlinge (MUF).

Um die Nachbarschaft über dieses Bauvorhaben zu informieren, haben das Bezirksamt und die GESOBAU Infobriefe erstellt und in dem Wohngebiet verteilt. Darin finden sich Anworten auf viele Fragen rund um den Neubau. In den Infobriefen werden Ansprechpersonen benannt, die auch persönlich Auskunft zu dem Bauprojekt geben können. Diese Infobriefe finden Sie in der rechten Spalte.

Im Januar und im Februar 2017 fanden jeweils ein Fachaustausch mit Vertreter*innen aus Schulen, Kitas, Jugendfreizeiteinrichtungen, der Kirche etc. statt, um mit den zentralen Akteuren vor Ort in den Austausch zu treten und diese auskunftsfähig zu machen.

Was genau hat die GESOBAU in der Falkenberger Straße 151-154 gebaut?

In der Falkenberger Straße ist ein Wohnkomplex bestehend zwei Gebäuden mit insgesamt 66 Wohnungen entstanden. In diese Wohnungen sollen zunächst geflüchtete Menschen einziehen, nach derzeitigem Stand für längstens 11 Jahre. Der Bau ist mittlerweile fertiggestellt. Bezug ist für Anfang 2021 geplant.

Wie soll das Gebäude genutzt werden?

Die GESOBAU wird das Gebäude an das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten vermieten. Die 66 Wohnungen werden zunächst von Geflüchteten belegt und zu einem späteren Zeitpunkt als ganz normaler Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen zur Verfügung stehen. Die Gestaltung der Raumplanung erfolgt daher nach den gängigen Kriterien der GESOBAU AG für Neubauten im Land Berlin. Somit sind die Wohnungen für alle Berliner Wohnungsuchende attraktiv. Aufgewertet werden die Gebäude durch die Möglichkeit, nachträglich Balkone zu installieren. Zudem lassen sich alle Etagen durch vorgefertigte Aufzugschächte barrierearm nachrüsten.

Ist eine Bürgerbeteiligung im Baurecht vorgesehen?

Für das Bauvorhaben wurde weder ein Bebauungsplan erstellt noch geändert. Das Vorhaben befindet sich im Außenbereich nach §35 Baugesetzbuch. Daher war formal keine Verpflichtung einer Öffent-lichkeitsbeteiligung gegeben. Dennoch ist es dem Bezirksamt und der GESOBAU wichtig, die Bürger/innen zu informieren. Dies geschieht durch Informationsbriefe und Anwohnerveranstaltungen.

Wie wird mit dem Baumbestand auf der Baufläche verfahren?

Das Baugrundstück der Unterkunft befindet sich im Besitz der GESOBAU AG und gilt als Privatgrundstück. Das Grundstück liegt weder in einem Landschafts- noch in einem Naturschutzgebiet und wurde nicht als Park bzw. geschützte Grünfläche eingestuft. Auf dem Grundstück befanden sich 36 Bäume, die im Rahmen von bauvorbereitenden Maßnahmen gefällt werden mussten. Ein ornithologisches Gutachten und eine Baumfällgenehmigung des Umwelt- und Naturschutzamtes des Bezirksamt Pankow von Berlin liegen vor. Für die gefällten Bäume plant die GESOBAU Ausgleichspflanzungen auf der Grünfläche um die Wohngebäude.

Welche Höhe werden die Gebäude haben? Wie groß ist der Abstand zu den Eigentumshäusern an der Giersstraße?

Die Höhe der Neubauten orientiert sich an den benachbarten Gebäuden. Der Abstand zu Grundstücksflächen der Eigentumshäuser in der Giersstraße beträgt ca. 6 Meter.

Welche baurechtlichen Bestimmungen gelten?

Auf dem Grundstück Falkenberger Straße 151-154 entstanden auf einer Teilgrundstücksfläche von rd. 4.750 m2 ein 4-geschossiges und ein 3-geschossiges Wohnhaus gemäß der Vorgaben des § 35 Baugesetzbuch im Zusammenhang mit § 246 Abs. 9. Die Einreichung des Bauantrags erfolgte als Son-erbauantrag nach § 65 Bauordnung Berlin. Da es sich bei dem Bau um eine Nachverdichtung auf dem Grundstück der GESOBAU handelt, orientieren sich die erhobenen baulichen Maße Grundflächenzahl/ Geschossflächenzahl/ Brutto-Grundfläche) an der Gesamtgrundstücksfläche von 6.511 m2, wo sich bereits ein 4-geschossiges Gebäude mit 32 Wohnungen befindet.

Ist das Grundstück zu klein für die Bewohnerzahl?

Die Gestaltung des Wohnraumes bzw. Raumplanung der zwei Gebäude erfolgte nach den gängigen Kriterien der GESOBAU AG für Neubauten im Land Berlin. Alle Wohnungen sind nach den Förderrichtlinien der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt geplant und unterscheiden sich nicht von anderen Neubauprojekten der GESOBAU bzw. anderer landeseigener Wohnungsbauunter- nehmen.

Wie viele geflüchtete Menschen werden in das Wohngebäude ziehen?

Das Landesamt für Flüchtlinge hat Richtlinien für eine Belegungsquote von Unterkünften festgelegt. Insgesamt sollen maximal 300 geflüchtete Menschen in die Wohnungen einziehen können.

Wie wird das Leben in dem Haus organisiert?

Die Menschen werden in regulären Ein-, Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen leben und sich selbst versorgen. Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten setzt einen Betreiber ein, der mit einer Sozialbetreuung vor Ort für die Fragen der Bewohner*innen zur Verfügung steht.

Was passiert mit dem bereits bestehenden Wohngebäude in der Falkenberger Str. 151-154?

Bei dem bestehenden Wohngebäude in der Falkenberger Straße handelt es sich um ein reguläres Wohnhaus der GESOBAU mit insgesamt 32 Wohnungen. In dem Haus gibt es auch ein gemischtes Wohnprojekt für geflüchtete Familien, das 2010 gestartet ist und weiter fortgeführt wird. Dort leben in 19 Wohnungen 99 geflüchtete Personen, die restlichen Wohnungen werden von der GESOBAU an andere Bevölkerungsgruppen vermietet. Auch zwei Arztpraxen befinden sich in dem Gebäude.

Reicht die soziale Infrastruktur vor Ort aus?

Da die Familien, die in die Wohnungen in der Falkenberger Straße ziehen werden, seit längerer Zeit in Berlin sind, gehen auch ihre Kinder bereits in Schulen und Kitas. Es wird daher geprüft, inwieweit die Kinder auch nach dem Umzug weiterhin in ihren Schulen und Kitas bleiben können. Weißensee ist jedoch ein wachsender Ortsteil – auch ohne den Zuzug von geflüchteten Menschen. Neue Schulen zu bauen ist ein zentrales Thema für Pankow. Um Anlaufstellen und Begegnungsmöglichkeiten für Neuzugezogene und bereits länger im Kiez lebende Nachbarinnen und Nachbarn zu schaffen, werden die Stadtteilzentren, so auch das Freizeithaus Weißensee finanziell unterstützt.

Wird der an das Baugrundstück angrenzende Spielplatz erhalten bleiben?

Der bestehende öffentliche Spielplatz soll saniert werden. Ein weiterer Spielplatz wird zudem zwischen den zwei Wohnblöcken des Neubaus errichtet.

Wie kann ich die neuen Nachbarn kennenlernen?

Über den Großbezirk Pankow verteilt, leben geflüchtete Menschen in zwölf verschiedenen Einrichtungen. Die Erfahrungen zeigen, dass der direkte Kontakt mit den neuen Nachbarn die beste Möglichkeit zur Begegnung und zum Kennenlernen ist. Sprechen Sie den Betreiber der Einrichtung an, er wird Ihnen gern behilflich sein, persönlichen Kontakt aufzunehmen. Anwohner/innen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, können sich auch an das Willkommensnetzwerk Pankow Hilft! wenden. Mehr Informationen finden Sie dazu unter www.pankow-hilft.de oder Weissensee@pankow-hilft.de.

Wie wird die Nachbarschaft über das Bauvorhaben informiert?

Das Bezirksamt und die Gesobau haben Informationsbriefe in der Nachbarschaft verteilt, um über das Bauvorhaben in der Falkenberger Straße zu informieren und Fragen zu beantworten. Diese Infobriefe können Sie in der Seitenspalte aufrufen. In den Infobriefen sind Ansprechpersonen benannt, die Ihnen bei Fragen zur Verfügung stehen.

Im Januar und im Februar 2017 fanden in einem ersten Schritt fachliche Austauschrunden mit Vertreter*innen aus Kitas, Schulen, dem Stadteilzentrum Frei-Zeit-Haus, der Kirche etc. statt. In einem zweiten Schritt wurden die unmittelbaren Anwohner*innen aus den Straßen Bernkasteler Straße 22-24 A, Wittlicher Straße 2 + 4, Falkenberger Straße 35-53, 140-163, Gierstraße, Piesporter Straße 3-8B, 73-80 zu einer Anwohner-Informationsveranstaltung eingeladen. Dort hatten sie die Gelegenheit sich an Infotischen zu verschiedenen Themen wie Sicherheit, Bauvorhaben, Nachbarschaftliches Miteinander und soziale Infrastruktur zu informieren und mit Ansprechpartnern aus dem Bezirk und vom Senat direkt ins Gespräch zu kommen. Vor der Eröffnung der Einrichtung im ersten Quartal 2021 plant das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten gemeinsam mit dem Bezirk einen Tag der Offenen Tür in der Einrichtung.

Wie sind die Verantwortlichkeiten geregelt?

  • Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF)
    Das Landesamt für Flüchtlingsfragen (LAF) ist Mieter des Gebäudes und wählt den künftigen Betreiber der Unterkunft aus. Das prüft die Qualität der Räumlichkeiten. Zudem wird die Belegung der Wohnungen durch das LAF gesteuert. Erst wenn das Ge-bäude fertiggestellt ist und der Betreiber feststeht, können vonseiten des LAF Aussagen zur genauen Belegungsstruktur getroffen werden.
  • Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
    Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Abt. IIE, Referat Oberste Bauaufsicht ist zuständig für das Genehmigungsverfahren von Bauvorhaben des Bundes und Landes und ist An- sprechpartner für baurechtliche Fragen.
  • Bezirksamt Pankow
    Das Bezirksamt ist Ansprechpartner für alle Bürger/innen in Pankow. Das friedliche Miteinander der Neuzugewanderten und lange hier lebenden Menschen ist ein zentrales Anliegen. Dazu steht das Bezirksamt mit zahlreichen Institutionen in Weißensee im direkten Kontakt, auch mit Betreibern von Flüchtlingsunterkünften, und informiert die Bürger/innen durch Infobriefe und Dialogveranstaltungen zu stadtteilbezogenen Themen.