Tempohome in der Siverstorpstraße

Eröffnung der Gemeinschaftsunterkunft im Tempohome

  • Im Dezember 2016 bezogen die ersten Bewohner*innen die Wohncontainer in der Siverstorpstraße. Rund 240 geflüchtete Menschen, die zuvor provisorisch in der Polizeisporthalle in Pankow untergebracht waren oder in einer defekten Gemeinschaftsunterkunft in Hellersdorf gelebt haben, haben hier ein neues Zuhause gefunden.
  • Unter den Bewohner*innen befinden sich sowohl Familien mit Kindern als auch alleinreisende Frauen und Männer aus verschiedenen Ländern.
  • Betrieben wird die Gemeinschaftsunterkunft von dem Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk (EJF), das an verschiedenen anderen Standorten in Berlin weitere Flüchtlingsunterkünfte betreibt.
  • Wenn Sie sich engagieren möchten, so können Sie sich an die Ehrenamtskoordinatorin der Einrichtung wenden (matthies.angelina@ejf.de).
  • Das Projekt “Willkommen in Karow” im Stadtteilzentrum im Turm hat das Ziel, Begegnungen für Neu- und Alt-Karower zu schaffen und so die gegenseitige Akzeptanz zu fördern. Wenn Sie Interesse haben, Ihre neuen Nachbar*innen kennenzulernen, sind Sie hier richtig (willkommen-in-karow@albatrosggmbh.de).
  • Informationen zum Willkommensnetzwerk in Pankow finden Sie außerdem unter www.pankow-hilft.de
  • Die Einrichtung wird im Sommer 2020 schließen, da ein Drehscheibenstandort Schule und ggf. eine KiTa vorgesehen ist.

Dokumentation des fachlichen Austauschs zur Gemeinschaftsunterkunft in der Siverstorpstraße 9a in Karow

Am 11. Oktober 2016 lud das Bezirksamt wichtige Multipliatoren aus Karow in die Grundschule im Panketal zu einem ersten Fachaustausch zum Bau der neuen Gemeinschaftsunterkunft in Karow ein.

Ziel des Treffens war es, alle aufkommenden Fragen fachlich einzuschätzen und gemeinsame Handlungsfelder aufzuzeigen sowie offene Fragen und konkrete Ansprechpartner zu benennen.

Moderiert und dokumentiert wurde die Veranstaltung durch das Mobile Beratungsteam für Demokratieentwicklung Berlin der Stiftung SPI (MBT). Die Dokumentation der Veranstaltung gliedert sich in drei Bereiche:

  • Was steht zum Zeitpunkt der Veranstaltung fest?
  • Welche Fragen gibt es von Seiten der Teilnehmenden?
  • Was ist noch zu tun bzw. welche Fragen müssen noch geklärt werden?

Was steht zum Zeitpunkt der Veranstaltung fest?

Gesamtsituation in Berlin:

  • In Berlin leben noch 22.000 Geflüchtete in Notunterkünften, davon sind derzeit noch 4640 in Sporthallen untergebracht (Stand: 07.10.2016)

Gesamtsituation in Pankow:

  • In Pankow leben 3.300 Geflüchtete in 13 Unterkünften (Pankow liegt im Vergleich zu den anderen Berliner Bezirken damit im Mittelfeld)
  • Sporthallen, die bislang noch als Unterkünfte benutzt werden, sollen zum Jahresende leergezogen werden.

Situation in der Siverstorpstraße:

  • In der Siverstorpstraße 9a entsteht eine Gemeinschaftsunterkunft mit ca. 360 Plätzen, die von den bisherigen Bewohner/innen der Notunterkünfte in der Malmöer Straße in Prenzlauer Berg und aus Reinickendorf bezogen werden sollen.
  • Die Anlage wird aus Wohncontainern, sogenannten Tempohomes, bestehen.
  • Die Tempohomes sollen befristet für drei Jahre errichtet werden und die Zeit überbrücken, bis an anderen Orten dauerhafte und qualifizierte Einrichtungen geschaffen werden können.
  • Nach Ablauf der drei Jahre soll das Planungsverfahren für einen Neubau einer Schule eingeleitet werden.
  • Die Container gliedern sich in Gemeinschaftscontainer mit gemeinsamen Waschräumen, Seminarräumen etc. und Wohncontainer. Die Wohncontainer haben eine Größe von 13 qm², werden standardisiert eingerichtet und sollen zwei Erwachsenen und ggf. deren Kinder als Unterkunft dienen.
  • Die Qualitätsstandards für alle Unterkünfte sind auf der Webseite des LAF einsehbar. [https://www.berlin.de/laf/unterkuenfte/tempohomes/]
  • Der konkrete Personalschlüssel für die Unterkunft ist abhängig von dem Betreiber und dem Vertrag mit dem LAF (Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten).
  • Der voraussichtliche Bezug der Siverstorpstraße ist für die zweite Novemberhälfte geplant.

Welche Fragen gibt es von Seiten der Teilnehmenden?

Ist die Bestanddauer der Tempohomes von drei Jahren eine verlässliche Information?

  • Es ist vorgesehen, nach drei Jahren einen Neubau einer Schule anzustreben.
  • Entscheidend für die temporäre Unterbringung in Tempohomes ist der Bau bzw. die Verfügbarkeit von Wohnraum, der langfristig nutzbar und für eine Unterbringung geeignet ist. Derzeit werden an verschiedenen Standorten Wohnungen in Form von Modularbauten errichtet, um dies sicher zu stellen.

Steht der Betreiber schon fest?

  • Der Betreiber steht noch nicht fest, soll aber zeitnah durch die Senatsverwaltung ausgewählt werden.
  • Im Anschluss an die Veranstaltung wird ein E-Mail-Verteiler eingerichtet, so dass das BA die Multiplikatoren weiterhin zum Sachstand informieren kann.

Werden bauliche Standards bei dem Tempohome Siverstorpstr. eingehalten? Gibt es bspw. eine oberirdische Leitungsführung?

  • Ja. Die Leitungen liegen überland, die Leitungsführung wird jedoch in Kürze einbehaust.

Gibt es in dem Tempohome Aufenthaltsräume für Kinder und einen Spielplatz?

  • Verschiedene Aufenthaltsräume sind vorgesehen (Gemeinschaftsräume und Kinderspielzimmer), einen Spielplatz gibt es bisher noch nicht. Zu letzterem werden derzeit Gespräche mit der BIM geführt.

Wo sollen die Kinder betreut werden? Und von wem? Gibt es Kita-Plätze?

  • Für Kinder, die noch nicht schulpflichtig sind, wird versucht, Kitaplätze zu finden. Dabei unterstützt das Bezirksamt.
  • In der Gemeinschaftsunterkunft wird es zudem eine Kinderbetreuung und ein Kinderspielzimmer geben. Die genauen Zahlen, wie viele Kinder in die Unterkunft ziehen, liegen erst ca. vier Wochen vor Bezug des Tempohome vor. Erst zu diesem Zeitpunkt werden die exakten Personen aus den Notunterkünften festgelegt, die in die Siverstorpstr. ziehen. Aufgrund der andauernden Fluktuation in den Notunterkünften ist eine frühere Festlegung nicht möglich.
  • Die Kita-Situation ist im gesamten Bezirk angespannt. Dennoch ist der Kitabesuch wichtig für die Kinder. Die Betreuung in der Unterkunft ist aufgrund des viel geringeren Personalschlüssels qualitativ nicht mit einem Kitabesuch vergleichbar.

Wie ist die derzeitige Situation in den Willkommensklassen?

  • Kinder, die noch nicht ausreichend Deutsch sprechen, besuchen zunächst eine sogenannte Willkommensklasse. Die Zusammensetzung der Schüler/innen in diesen Klassen ist sehr heterogen aufgrund der großen Unterschiede in der bereits vorhandenen Schulbildung und aufgrund des unterschiedlichen Alters.
  • Nach spätestens 12 Monaten gehen die Kinder in Regelklassen über. Bedarf besteht bei der Gestaltung dieses Übergangs. Zudem könnten auch mehr Gymnasien geeignete Schüler/innen aufnehmen.

Wie ist derzeit die Bewohner/innen-Struktur in der Unterkunft in der Malmöer Straße?

  • In der Malmöer Str. leben derzeit 190 Männer aus Syrien, dem Irak, dem Iran und Afghanistan. Diese sind z.T. alleinreisend oder stehen in einem Verwandtschaftsverhältnis (Onkel – Vater – Sohn).

Wird es eine Ehrenamtskoordination in der Unterkunft geben?

  • Es ist vorgesehen, dass an allen größeren Unterkünften eine Stelle der Ehrenamtskoordination eingerichtet wird (für 500 Bewohner/innen eine Vollzeitstelle, bei kleineren Unterkünften eine entsprechend anteilige Stundenzahl).

Was ist noch zu tun bzw. welche Fragen müssen noch geklärt werden?

  • Ein E-Mail Verteiler wird vom Bezirksamt angelegt und weitere Informationen darüber verschickt.
  • Ein Tag der offenen Tür in der Siverstorpstraße wird gewünscht.
  • Es bedarf an Orten und Möglichkeiten für Begegnungen zwischen Nachbar/innen und Geflüchteten und für gemeinsame Aktivitäten. Diese müssen gefunden und eingerich-tet werden. Notwendig ist es, auch bereits bestehende Angebote in Karow für die an-kommenden Flüchtlinge zu öffnen.
  • Es ist angedacht, dass künftig verschiedene kleine Gesprächsformate mit Bürgerinnen und Bürgern vor Ort, sogenannte Bürgerdialogen, gemeinsam mit dem Bezirksamt und den Multiplikatoren vor Ort organisiert werden.
  • Die Geflüchteten benötigen in verschiedenen Bereichen Unterstützung bspw. bei der Job- bzw. Praktikasuche oder bei der Wohnraumsuche sowie beim Kontakt in die Nachbarschaft. Personen, die sich engagieren möchten, können sich dem ehrenamtlichen Unterstützungsnetzwerk Karow Hilft! anschließen. Mehr Informationen gibt es unter www.pankow-hilft.de oder karow@pankow-hilft.de
  • Karow Hilft! plant ein Willkommensfest. Unklar ist, ob dieses Fest vor Ort in den Tem-pohomes stattfinden kann. Dies hängt davon ab, ob die Außenanlagen noch befestigt werden.
  • Es gibt Unsicherheiten und Ängste im Hinblick auf Auseinandersetzungen mit Personen aus dem rechten Spektrum. Die Akteure wünschen sich Unterstützung in diesem Bereich. Die Mobile Beratung gegen rechts bietet ihre Unterstützung an bei der Stärkung der Akteure vor Ort gegen rechte Argumentation (www.mbr-berlin.de).
  • Das Format „Polizei zum Anfassen“ wird für Geflüchtete vorgeschlagen.

Teilnehmer/innen

  • Bezirksamt Pankow

    • Herr Köhne | Bezirksbürgermeister
    • Frau Zürn-Kasztantowicz | Stadträtin für Gesundheit, Soziales, Schule und Sport
    • Frau Gust | Flüchtlingskoordinatorin im Büro der Integrationsbeauftragten
    • Frau Hufeisen |Flüchtlingskoordinatorin im Bereich Gesundheit, Soziales, Schule und Sport
  • Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF)

  • Polizeiabschnitt 14

  • Betreiber anderer Gemeinschaftsunterkünfte

    • AWO Refugium in Buch
    • mitHilfe GmbH
  • Pankow Hilft!

  • Netzwerkstellen und Beratungseinrichtungen

    • moskito – Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus für Demokratie und Vielfalt
    • mbr – mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin
  • Multiplikatoren

    • Stadtteilzentrum im Turm
    • Grundschule im Panketal
    • Förderverein Grundschule im Panketal
    • Grundschule am Hohen Feld
    • Robert Havemann Gymnasium
    • Karow Hilft!
    • BIK e.V. Kita „Entdeckerland“ Sägebockweg
    • Kita „Sonnenblume“
    • Kita Busonistraße
    • SV Karow 96
    • Begegnungsstätte Karow für Behinderte und Nicht-Behinderte
    • Albatros gGmbH
    • Abenteuerspielplatz INGE
  • Moderation

    • Mobiles Beratungsteam Berlin für Demokratieentwicklung der Stiftung SPI

Ansprechpersonen

  • Bezirksamt Pankow

    • Katarina Niewiedzial
      Integrationsbeauftragte des Bezirksamts Pankow von Berlin
      Breite Str. 24a-26
      13187 Berlin
      Tel. 030-90295 2524
      Katarina.Niewiedzial@ba-pankow-berlin.de
    • Birgit Gust
      Koordinatorin für Flüchtlingsfragen im Büro der Integrationsbeauftragten
      Breite Str. 24a-26
      13187 Berlin
      Tel.: 030-90295 2431
      Birgit.Gust@ba-pankow.berlin.de
  • Stiftung SPI
    Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Ausnahme und Regel

    • Mobiles Beratungsteam Berlin – für Demokratieentwicklung
      Samariterstraße 19 – 20, 10247 Berlin
      +49(0)30 41 72 56 28 / 44 23 71 8
      +49(0)30 44 03 41 46
      mbtberlin@stiftung-spi.de
      www.stiftung-spi.de
      www.mbt-berlin.de