Bezirkliche Kommunikation bei der Eröffnung neuer Flüchtlingsunterkünfte

Wie informiert der Bezirk Pankow die Nachbarschaft über neue Unterkünfte?

Richtfest MUF W.-Heinz Straße
Bild: BA Pankow

Obwohl für die Unterbringung der Geflüchteten der Berliner Senat zuständig ist, sind bei Eröffnung neuer Flüchtlingsunterkünfte die Berliner Bezirke stets die ersten Ansprechpartner für die Menschen vor Ort.

Der Bezirk Pankow geht davon aus, dass für ein offenes und friedliches Miteinander mit den neuen Nachbarn eine frühzeitige Einbeziehung der Anwohnerinnen und Anwohner entscheidend ist. Daher ist es notwendig, bei der Eröffnung neuer Unterkünfte, die Bevölkerung in der unmittelbaren Nachbarschaft in geeigneter Form rechtzeitig zu informieren.

Das Bezirksamt Pankow hat in den letzten Jahren verschiedene Kommunikations- und Dialogformate entwickelt, um die Bürgerinnern und Bürger vor Ort zu informieren. Je nach Standort der Unterkunft und Zeitplanung, wann die Einrichtung eröffnet werden soll, nutzt das Bezirksamt Pankow verschiedene Formen der Information:

Pressemitteilung und Homepage
Sobald ein neuer Standort bekannt wird, veröffentlicht das Bezirksamt Pankow eine entsprechende Pressemitteilung. Eine direkte Ansprechperson für Fragen aus der Bevölkerung wird genannt (Flüchtlingskoordinatorin). Alle verfügbaren Informationen werden auf der Homepage des Bezirksamtes veröffentlicht.

Bürgerbriefe
Da nicht alle Bürgerinnen und Bürger über eine Pressemitteilung erreicht werden, informiert der Bezirk Pankow die Anwohner*innen in der Umgebung einer neuen Unterkunft auch direkt über Informationsbriefe. In dem Brief werden weitere Schritte der Öffentlichkeitsarbeit (Tag der offenen Tür, Veranstaltungen vor Ort, Hotline des Betreibers etc.) angekündigt. In manchen Fällen werden die Briefe über Wohnungsbaugesellschaften verteilt oder über lokale Zeitungsanzeigen publiziert.

Treffen mit Multiplikatoren
Bei Bekanntgabe des Betreibers einer neuen Unterkunft wird ein Treffen mit den lokalen Akteuren vor Ort organisiert. Der Betreiber stellt sich bei diesem Treffen den Mitarbeiter*innen der Kitas, Schulen, Stadtteilzentren, Jugendfreizeitzentren, Bürgerinitiativen, Seniorenwohnheimen, Sportvereinen etc. vor. Damit wird sichergestellt, dass die Informationen auch dezentral über die lokalen Multiplikatoren an die Menschen gelangen.

Bürgersprechstunden und Telefonhotline
Der Betreiber einer Unterkunft wird verpflichtet, eine Telefon-Hotline für Anwohner*innen einzurichten, um für Fragen zu Verfügung zu stehen. Regelmäßige Bürgersprechstunden der lokalen Politiker*innen finden vor Ort statt

Tag der offenen Tür
Kurz vor der Eröffnung einer Unterkunft organisiert der Betreiber einen Tag der offenen Tür für die Nachbarschaft. Eine Begehung der Unterkunft sowie die Möglichkeit für Nachfragen sind dabei gegeben.

Offene Dialogveranstaltungen nach dem Skandinavischen Modell
Der Bezirk Pankow ist dazu übergegangen, anstatt einer Podiumsdiskussion eine offene Anwohnerveranstaltungen zu organisieren, bei denen die Bürger*innen ihre Fragen im direkten Dialog stellen können. Meist wird diese Veranstaltung an den „Tag der offenen Tür“ gekoppelt. Bei der Dialogveranstaltung handelt sich um ein offenes Format: Sie werden dezentral mit thematischen Infotischen organisiert, an denen kompetente Ansprechpersonen für ein Gespräch mit den Anwohner*innen zur Verfügung stehen. Die Anwohner*innen können in diesem Zeitraum kommen und gehen, wann sie möchten.

Dieser Ansatz wird in Stockholm erfolgreich umgesetzt. Das Büro der Integrationsbeauftragten von Pankow hat das Modell in Zusammenarbeit mit der Mobilen Beratung für Demokratieentwicklung Berlin (MBT) und der mobilen Beratung gegen rechts (mbr) für Pankow erfolgreich erprobt.

Bei den Dialogveranstaltungen gibt es folgende Thementische, an denen kompetente Ansprechpersonen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen:

  1. Politik (Bezirksbürgermeister und Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales oder Staatssekretär für Integration)
  2. Flüchtlingsunterkunft (Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten und Betreiber der neuen Unterkunft)
  3. Verwaltung (Integration, Jugendamt, Schulamt, ggf. Stadtplanung, Umweltamt oder Wirtschaftsförderung – je nach Themen vor Ort)
  4. Polizei (zuständiger Polizeiabschnitt, Präventionsbeauftragter)
  5. Nachbarschaft (Stadtteilzentrum, Bürgerinitiativen/Willkommensbündnis, Kirchen, Jugendarbeit, Sportvereine etc.)