Flüchtlingsunterkunft "Refugium Buch"

Bildvergrößerung: Asylbewerberunterkunft in Buch
Flüchtlingsunterkunft Karower Chaussee

Zwischen der Karower Chaussee und der Croskurtstraße wurde auf dem Gelände der sogenannten Brunnengalerie eine Flüchtlingsunterkunft errichtet. Die Unterkunft besteht aus drei Gebäuden und verfügt über 556 Plätze. Ende April bezogen die ersten Bewohner die Unterkunft.

Die Einbeziehung des Wohnumfelds und die Gewährleistung bestehenden Aufklärungsbedarfs der Nachbarschaft sowie die Koordinierung ehrenamtlichen Engagements zur Unterstützung der Flüchtlinge übernimmt das für Buch zuständige Stadtteilzentrum, dessen Trägerin die Albatros gGmbH, E-Mail: kontakt@albatrosggmbh.de ist.

Warum benötigen wir eine weitere Unterkunft für Flüchtlinge?

Ob in Syrien, im Irak oder in Afghanistan – die Krisenherde dieser Welt zwingen immer mehr Menschen zur Flucht. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erwartet, dass die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland auf mehr als 200.000 im Jahr steigen wird. Dies ist nur ein kleiner Teil der rund 45 Millionen Menschen, die sich den Vereinten Nationen zufolge weltweit auf der Flucht befinden.
In Berlin leben derzeit etwa 20.000 Flüchtlinge und es kommen monatlich ca. 1.250 Menschen hinzu. In allen Bezirken werden deshalb neue Unterkünfte benötigt.

Warum können die Flüchtlinge nicht sofort in Wohnungen untergebracht werden?

Die Unterbringung der Flüchtlinge in den mobilen Unterkünften ist nicht optimal. Deshalb leben in Berlin bereits ca. 8.000 Flüchtlinge in Wohnungen. Der angespannte Wohnungsmarkt sowie der starke Anstieg der Flüchtlingszahlen zwingt das Land Berlin, kurzfristig Alternativen zu finden, damit die Menschen vor Obdachlosigkeit bewahrt werden. Die mobilen Unterkünfte lassen sich schnell errichten, verfügen über einen guten Standard, sind vergleichsweise kostengünstig und können im Bedarfsfall auch umgesetzt sowie anderweitig genutzt werden.

Ist die Fläche an der Karower Chaussee Trinkwasserschutzgebiet?

Das Gelände der sogenannten Brunnengalerie ist seit 2009 kein Trinkwasserschutzgebiet mehr.

Verhindert die Flüchtlingsunterkunft die wirtschaftliche Entwicklung in Buch?

Die gesamte Fläche der Brunnengalerie ist seit längerem zur Bebauung und zur Ansiedlung von Unter-nehmen, die im Biomedizinischen Campus keinen Platz mehr finden, vorgesehen. Die Flüchtlingsunter-kunft nimmt nur eine kleinere Teilfläche der Brunnengalerie in Anspruch, so dass auch weiterhin ausreichend Fläche für die Ansiedlung von Unternehmen zur Verfügung steht. Deshalb ist die Verschiebung der Unterkunft in den südlichen Bereich der Brunnengalerie nicht möglich.

Sind leerstehende Gebäude eine Alternative?

Entgegen einiger Vermutungen gibt es derzeit keine leerstehenden Gebäude in Buch, die innerhalb kurzer Zeit und kostengünstig als Flüchtlingsunterkunft umgebaut werden können. Dies betrifft u.a. folgende Immobilien:
  • Das Gelände an der Hobrechtfelder Chaussee verfügt über keine nahe gelegene Infrastruktur (Schule, Kita, Einkaufsmöglichkeiten, Krankenhaus etc.) Der Komplex steht lange Zeit leer und müsste nach den geltenden Baustandards umgebaut werden.
  • Das leere Gebäude des Paritätischen Seniorenwohnens am Schlosspark ist nach wie vor im Sanierungskonzept des Trägers zum Abriss und Neubau eines Pflegeheims vorgesehen.
  • Die Schulgebäude werden zur Sicherung der schulischen Versorgung vor dem Hintergrund des wachsenden Bedarfs weiterhin benötigt.
  • Die Gebäude der ehemaligen Polizeikaserne am Blankenburger Pflasterweg sind asbestbe-lastet. Sie stehen seit Jahren leer und sind durch Vandalismus und Brände nur noch in der Fassade erhalten und müssen abgerissen werden.

Reichen die Kita- und Schulplätze aus?

Durch die neue Flüchtlingsunterkunft wird die soziale Infrastruktur in Buch nicht überstrapaziert. Die Kinder in Karow und Buch können weiterhin mit ausreichend Kita- bzw. Schulplätzen versorgt werden. Einen Kita-Aufnahmestopp wegen der Flüchtlinge gibt es nicht.

Steigt die Kriminalität durch die Flüchtlingsunterkünfte?

Ein Anstieg der Kriminalität aus Flüchtlingsunterkünften heraus wurde von der Polizei an keinem der über 40 Standorte in Berlin festgestellt. Flüchtlinge sind keine Kriminellen, sondern Menschen, die ihr Leben gerettet und ihre sonstige Existenzgrundlage verloren haben.

Wer betreibt die Einrichtung?

Bauherr der neuen Unterkunft ist das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo). Die Baugenehmigung wurde vom Senat erteilt. Die Einrichtung soll von der gemeinnützigen Arbeiterwohlfahrt (AWO) betrieben werden. Die Qualitätsstandards der Unterkünfte werden regelmäßig überprüft und eventuelle Mängel behoben.

Wie können die Flüchtlinge unterstützt werden?

Wie bei den anderen Flüchtlingsunterkünften in Pankow gibt es auch in Buch ehrenamtliche Unterstützer. Ein Unterstützerkreis hat sich in Buch bereits gebildet. Weitere Unterstützer sind herzlich willkommen.
Ansprechpartnerin für ehrenamtliche Unterstützer sowie Stadtteilarbeit ist Frau Kindermann von Albatros gGmbH. E-Mail: willkommen-in-buch@albatrosggmbh.de oder Telefon 32 53 32 38
Sachspenden können im Bürgerhaus Buch, Franz-Schmidt-Str. 8-10, abgegeben werden.
Geldspenden können unter der Zweckbestimmung “Flüchtlinge in Buch”, Albatros gGmbH Commerzbank AG, IBAN:DE38 1008 0000 0669 5474 34, BIC:DRESDEFF100 überwiesen werden.

Wer gibt Infos vor Ort?

Ansprechpartner für Fragen rund um die Einrichtung sind:
  • Die AWO Mitte als Betreiber, Heimleiterin ist Frau Willuhn, Telefon: 94 87 985 20 E-Mail: willuhn@awo-mitte.de
  • Der Träger Albatros gGmbH koordiniert die Nachbarschaftsarbeit rund um die Unterkunft, Ansprechpartnerin ist Frau Kindermann, Telefon: 3253 3238, E-Mail: willkommen-in-buch@albatrosggmbh.de

Der Träger Albatros gGmbH bietet zusammen mit der AWO Mitte und anderen Kooperationspartnern sowie Bezirks- und Landespolitikern eine wöchentliche Sprechstunde ein. Sie findet jeden Mittwoch von 16-18 Uhr im Bürgerhaus Buch, Franz-Schmidt-Str. 8-10 statt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Sie kann per Email willkommen-in-buch@albatrosggmbh.de oder unter der Tel.: (030) 32 53 32 38 erfolgen.

FAQ`s zur Containerunterkunft in Buch

PDF-Dokument (910.2 kB)

Zweiter Brief des Bezirksamtes Pankow zur Flüchtlingsunterkunft Buch

PDF-Dokument (32.7 kB)