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Zwiegespräch - Künstler sehen Kunst

Dietrich Becker

Ende November 1989 besuchte ich das Völkerkundemuseum in Hamburg. Hier begegnete ich dem Afrikaforscher Karl-Heinz Krieg. Danach hatte ich immer wieder Gelegenheit, seine umfangreiche Sammlung vorwiegend westafrikanischer Stammeskunst zu sehen. Ich bin fasziniert und beeindruckt von der Ausdruckskraft, der Klarheit der Formen, dem Abstraktionsgrad, dem Phantasie- und Variantenreichtum der Objekte. Einige wenige Stücke konnte ich erwerben. Gerne lasse ich mich von ihnen anregen und beziehe sie in meine Bildwelt ein.
Dietrich Becker, September 2006

Biographie
1940 in Cammin/Pommern geboren
1958 Abitur in Wolgast
1958 - 1964 Landwirtschaftsstudium an der Universität Rostock; Teilnahme am Mal- und Zeichenzirkel der Universität bei Karl-Heinz Kuhn; Künstlerische Anregung durch Otto Niemeyer-Holstein und Kate Diehn-Bitt
seit 1966 freischaffend tätig in Kühlungsborn

Manfred Böttcher

…Ich hatte das Glück, Lachnit als Lehrer zu haben, Grundig, Eugen Hoffmann, und H. Th. Richter im Abendakt zu erleben. In Dresden gab es Malerei in breiter Front, wie wohl nirgendwo in Deutschland. Die Generation unserer Väter: Jüchser, Heuer, Wigand, Rosenhauer, Paul Wilhelm, Kretzschmar, Rudolph und andere mehr, Dix kam aus Hemmenhofen zu Besuch und druckte bei Erhardt – sie bestimmten das Klima, das trotz aller Schikanen für angehende Maler günstig war…
Manfred Böttcher 1995.- Zitiert nach: Manfred Böttcher. 1933 - 2001.- Hrsg. Ernst-Schroeder-Gesellschaft e.V.
Berlin.– Dresden 2002. S. 26

Biographie
1933 in Oberdorla, Thüringen geboren
1950 - 1955 Studium an der Hochschule für bildende Künste in Dresden bei Wilhelm Lachnit und Heinz Lohmar
1955 - 1958 Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste bei Heinrich Ehmsen; Umzug von Dresden nach Berlin, seit dem freischaffend als Maler tätig
lebte und arbeitete bis zu seinem Tod am 2. Januar 2001 in Berlin

Dieter Goltzsche

Wie Brecht frühe und fremde Theaterformen studierte, so studieren wir alles Mögliche: Philosophie, Psychologie, Natur und Kunst. Und das Staunen über Natur und Kunst ist es. Sagt nicht Scheffler: 'Kunstwerke kommen nicht nur aus der Natur, sondern auch von Kunstwerken!’ Offenes und verdecktes Stehlen- davon spricht ja Picasso – Kunst erleben.
Dieter Goltzsche, 1. August 2006

Biographie
1934 in Dresden geboren
1942 - 1949 Besuch der Volksschule
1950 - 1952 Lehre als Textilmusterzeichner
1952 - 1957 Studium an der Hochschule für bildende Künste in Dresden bei Hans Theo Richter und Max Schwimmer
1958 - 1959 Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste bei Max Schwimmer
seit 1959 freischaffend in Berlin
1978 Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste der DDR
1980 Dozent an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
1992 - 2000 Professur an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
1998 Hannah-Höch-Preis, Berlin
lebt und arbeitet in Berlin

Sabina Grzimek

Der Pappelblick
Der Blick zur Pappel, über Jahre gesehen und erlebt, ist jetzt BOESNER´s Zufahrt.
Vielleicht besser als die düsteren Feuerwehren, die daraus auftauchten zu DDR-Zeiten.
Der Wachschutz nach der Wende, der die Katzen vergiftete.
Die hastigen Gestalten, Abends, der Drogensuchenden.
Der Abschleppdienst von KAISER´s.
Aber schön war der Blick durch das Fernrohr des „Jungen aus der Marienburger Strasse“ auf die Pappel im Frühling 1972.
Sabina Grzimek, 30. Oktober 2006

Biographie
1942 in Rom geboren
1960 - 1961 Praktikum an der Meißener Porzellanmanufaktur
1961 - 1967 Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Heinrich Drake und Arno Mohr
1967 - 1969 freischaffend in Berlin-Prenzlauer Berg
1969 - 1972 Meisterschülerin an der Akademie der Künste der DDR bei Fritz Cremer
ab 1972 freischaffend tätig in Berlin und Erkner

Friedrich B. Henkel

Der Umgang mit alter oder neuer Kunst erfolgt fast täglich im normalen Prozess der Arbeit, manchmal nur im Unterbewusstsein.
Aus dem ernormen Fundus gesehener Bilder wird ausgewählt, um einen optischen Dialog zu führen. Oft ergeben sich auch Widersprüche, die wiederum eine Aufforderung zur Konsequenz sind. Immer ist es eine Herausforderung. Maßstäbe erwerben ist wichtiger als Formen übernehmen!
Friedrich B. Henkel, September 2006

Biographie
1936 in Zella / Rhön geboren
1950 - 1952 Holzbildhauerlehre bei N. Gille in Kirsingshof bei Dorndorf / Rhön
1953 - 1956 Fachschule für bildende und angewandte Kunst Leipzig, Abt. Plastik
1956 - 1958 Studium an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee bei Theo Balden und Waldemar Grzimek
1960 - 1965 Arbeit als Architekt im DEFA-Studio Babelsberg
1966 - 1969 Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste bei Fritz Cremer
1969 - 1970 Assistent an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee
1970 - 2004 freischaffend als Bildhauer und Grafiker in Berlin und Biesenthal tätig
lebt und arbeitet seit 2005 in Bernau und Biesenthal

Sabine Peuckert

Die Begegnung mit Hannah Höch´s Bildern und Objektsammlungen Anfang der 90er Jahre war mir Bestätigung über die Form der Collage, dem Irrsinn und der Faszination der alltäglichen Bilderflut Herr zu werden. Ihre Arbeiten sind labyrinthische Gärten mit zeitbezogenem Gewächs. Dem fühlte ich mich nahe.
Die Bilder von Werner Heldt begleiteten mich seit meinen ersten Zeichnungen von Berlin-Mitte.
Er vom inneren Raum in den Außenraum blickend.
Ich vom inneren Raum in den Außenraum blickend.
Die Stadt als Kulisse für Einzelwesenheit. Die Stadt wird zum Stillleben, Schwarz wird zur Farbe, Weiß ist Licht, Bewegtes und Starres sind verbunden. Rundung und Gerade sind in Spannung, die Bildflächen klar geordnet, seine Bilder waren für mich Lehrstücke.
Sabine Peuckert, Oktober 2006

Biographie
1951 in Ellichleben / Thüringen geboren
1973 erster Zeichenunterricht bei Wolfgang Leber im Werkstudio GRAFIK Berlin
1977 - 1982 Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
1983 - 2003 Lebens- und Arbeitsort Berlin-Mitte
1992 / 93 / 94 Arbeitsstipendien vom Berliner Senat und dem Kulturfond e.V.
2002 - 2004 Lehrauftrag an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
lebt und arbeitet in Berlin

Hanfried Schulz

die kunst ist ein großer garten
mit unzähligen schönen blumen und pflanzen. ein jeder kann sich daraus eine pflücken, einen strauß zusammenstellen oder einen kranz flechten
Hanfried Schulz, Sommer 2004

Biographie
1922 in Guben geboren; Lehre als Dekorationsmaler; Militärdienst und Kriegsgefangenschaft
1949 - 1955 Studium an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee bei Arno Mohr
ab 1955 freischaffend in Berlin tätig; Realisierung zahlreicher Wandbildaufträge gemeinsam mit Robert Rehfeldt
gestorben am 23. Mai 2005 in Berlin



Claus Weidensdorfer

… Zwei Menschenbeine in entspannter Lage, ein Arm, der stützt, der andere schwingt nach oben – er deutet auf weitere Figuren, fünf Dreiecke ergeben eine Geometrie, die den Mann im Bild an der rechten Stelle hält. Falls ich die Konzeption durchschaue – was sollte mich davon abhalten, sie auf ihre Anwendbarkeit für mich zu untersuchen?
Die Auseinandersetzung mit Vorbildern geht unmerklich vonstatten. Sie prägt künstlerische Wertvorstellungen ohne das Vorbild kopieren zu wollen. Zu dem vielen, was wir mit den Augen aufgesammelt haben, gehören auch die bereits vollzogenen Reflexionen der Gegenwart und Vergangenheit. Aus ihnen entstehen unsere eigenen Behauptungen in Zustimmung und Widerspruch.
Auf alle Fälle:
Man sollte sich keine schlechten Vorbilder suchen wie auch keinen schlechten Wein trinken.
Man verdirbt sich ansonsten den Geschmack.
(angeregt durch „Frühstück im Freien“ Edouard von Manet)
Claus Weidensdorfer, 20. Oktober 2006

Biographie
1931 in Coswig bei Meißen geboren
1951 - 1956 Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Erich Fraaß, Hans Theo Richter und Max Schwimmer
1956 - 1957 Arbeit als Kunsterzieher in Schwarzheide bei Senftenberg
1957 - 1966 Assistent für Grafik an der Pädagogischen Fakultät der Hochschule für Bildende Künste Dresden
1965 unter Anleitung von Elly und Heinz Schreiter erste Lithografien
1965 Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Leonhardi-Museum
seit 1966 freischaffend als Maler und Graphiker in Dresden tätig
1975 - 1989 Lehrauftrag für Naturstudium und Gestaltung an der Fachschule für Werbung und Gestaltung Berlin-Schöneweide
1989 Lehrauftrag an der Hochschule für Bildende Künste Dresden; Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste der DDR
1991 Dozent für Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
1992 - 1997 Professur für Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und Dekan des Fachbereichs I ( Malerei, Grafik, Bildhauerei und andere bildnerische Medien)
lebt und arbeitet in Radebeul bei Dresden


Karla Woisnitza

Die Welt ist voller Spuren. Ich hinterlasse Spuren. Ab und an trete ich in eine vorhandene Spur, um die eigene zu finden.
Vorgängen nachfahrend … - ein familiäres Schau-Stück (Spiel).
Karla Woisnitza, 11. August 2006

Biographie
1952 in Rüdersdorf bei Berlin geboren
1969 - 1973 Mal- und Zeichenzirkel bei Erika Stürmer-Alex
1973 - 1978 Bühnenbild-Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
1979 - 1989 Mitglied im VBK (DDR) Frankfurt (Oder)
1991 Externes Diplom für Malerei/Grafik an der Hochschule für Bildende Künste, Dresden
1994 Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste
2002 Altarbild für das Evangelische Gemeindezentrum Rüdersdorf
lebt und arbeitet seit 1980 in Berlin Prenzlauer Berg; Eintrag in Kürschners Handbuch der Bildenden Künstler



Horst Zickelbein

Eine uralte Einsicht (Ethik), wo gesagt ist, dass man sich mit jenem Grad an Genauigkeit zufrieden geben soll, den die Dinge zulassen - aber nicht Exaktheit suchen, wo nur Annäherung möglich ist.
VIBRATION, SCHWINGUNGEN ... STRUKTUR - FORM -
wie Peter Handke komme ich damit aus.
... vielleicht suche ich aber auch nur eine Letztbegründung, die Summe von Gedanken zuvor und danach: Schon lange bin ich der Überzeugung, dass die Malerei ihre narrativen Qualitäten eingebüßt hat - die Bilder haben sich von der Vorlage befreit ... allerdings bleibe ich einer Forderung von Friedrich Hölderlin unterstellt: 'Die fremden Formen müssen umso lebendiger sein, je fremder sie sind’.
Horst Zickelbein, September 2006

Biographie
1926 in Frankfurt/Oder geboren, Schulbesuch und Lehre als Dekorateur
1943 - 1947 Militärdienst und Kriegsgefangenschaft
1947 Rückkehr nach Frankfurt / Oder
1948 - 1950 Studium an der Fachschule für Grafik und Buchgewerbe in Berlin
1950 - 1955 Studium an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee bei Horst Strempel und Bert Heller
1955 - 1958 Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste bei Heinrich Ehmsen
1958 - 1995 freischaffend tätig in Berlin
1995 Übersiedlung nach Bornholm (Dänemark)



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