Das Tier als Modell und das Schwein als Liebe
Es wird interessant in den längsten Nächten des Jahres. Wir laden Sie herzlich ein zur Ausstellung und zum Erscheinen der vierten Ausgabe von Prolog - Heft für Zeichnung und Text, Thema: Tier.
Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Tier genießt vielleicht die meiste Freiheit, bewirkt aber auch die höchste Spezialisierung, es verleitet zu Projektionen und spielerischem Umgang in der eigenen Arbeit. Darum hieß es auch im Anschlag zum Heft: „Tier“ ist das nächstverwandte Lebewesen, sehnsuchtsvoll beneidet und zu Wurst verarbeitet / es vertritt uns in der Fabel / als Mitbewohner ist es uns oft näher als manch andere Zweibeiner / in industrieller Produktion fungiert es als organischer Bestandteil von Maschinen / Du hast es in Dir und Dein Nachbar kann es werden.
Das Heft selbst verschreibt sich dem „Stand der Dinge“, dem spielerischen Umgang mit der Idee und ihrem Freibeutergeist. Deshalb ist das Thema „Tier“ im Darwin-Jahr auch nur ein Anlass, keine Notwendigkeit und bezieht sich mehr auf uns als freudefähige Kreatur mit Sehnsüchten und Ängsten. Amen.
Vom 10. Juni bis zum 21. Juni 2009 findet in der Galerie parterre die Ausstellung zur vierten Nummer des Prolog - Heft für Zeichnung und Text statt, hier erscheint auch das neue Heft. Die Auflage ist auf 500 Stück limitiert. Dazu finden verschiedene Veranstaltungen statt.
Die neue Ausstellung wird von allen am Heft beteiligten Künstlern, einer informellen Gruppe von Autoren und Künstlern, selbst organisiert und freundlich unterstützt von der Galerie parterre, die ihre Räume zur Verfügung stellt.
Das Heft
Wie in den vorherigen Ausgaben wurden Gedichte, Texte und Zeichnungen eingereicht. Endgültige Klarheit ist NICHT das Ziel. Prolog hat offenen dokumentarischen Arbeitscharakter. Auch darum wird das Heft schwarz-weiß gedruckt. Prolog versteht sich als künstlerische und methodische Plattform, sieht sich selbst im Ringen um Öffentlichkeit als Baustein neben anderen, als Versuch gegenseitiger Verdichtung und Versicherung, auch angesichts profit- und profilsüchtiger Elitenkultur.
Das Heft ist abhängig von seinen Machern. Es ist ein Forum für Text- und Bildarbeiter, also Lyriker, Schriftsteller, Zeichner, Künstler, Wissenschaftler, Filme- und Theatermacher, Laien und Liebhaber, zwischen frischem Enthusiasmus und lebenslang erprobter künstlerischer Positionierung.








