Direkt zum Inhalt der Seite springen

Der Bezirk Pankow entstand erst 1920 mit der Bildung der Einheitsgemeinde von Groß-Berlin im Norden der Stadt. Der Bezirk vereinigte die auf dem Barnim gelegenen ehemaligen Dörfer Pankow, Niederschönhausen, Rosenthal, Buchholz, Blankenfelde und Buch. Die heute noch erhaltenen historischen Baustrukturen in den einzelnen Ortsteilen vermitteln einen Eindruck der Entwicklung dieses Raumes.

Das Flüsschen Panke verlieh dem Ort seinen Namen. Der Name Pankow tauchte erstmals 1230 auf, als ein Pfarrer hier ein Stück Land erhielt. 1311 wird der Ort in einer markgräflichen Urkunde erwähnt. Das Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 enthält bereits ausführliche Angaben über Besiedlung und Besitzverhältnisse, die allerdings in den kommenden Jahrhunderten immer wieder wechselten. Geht man heute durch Pankow, lassen sich noch immer zwei Entwicklungsetappen unterscheiden. Zum Einen die dörfliche vom Mittelalter bis hinein ins 19. Jahrhundert zum Anderen der Aufschwung der Gründerjahre im 19. Jahrhundert.
Vom ersteren zeugen beispielsweise noch die Kirche von Pankow (erbaut aus Feldsteinen um 1230), der Anger und manches Ackerbürgerhaus. Die Bevölkerung nahm erst mit der Siedlungspolitik der preußischen Könige Friedrich I. und II. zu. Schon im 17. Jahrhundert hatte die preußische Königsfamilie das Schloss Schönhausen ausbauen lassen, das noch heute mit seinem großzügigen Schlosspark den Ort prägt. Weitere Parkanlagen wurden im Zuge der sich ausdehnenden Bebauung angelegt, wie der Brosepark, der Bürgerpark, die Schönholzer Heide und der Schlosspark Buch.
Die Gegend sollte belebt, die Wirtschaft angekurbelt, die preußische Hauptstadt und damit vor allem der Hof sollten versorgt werden. Mit der Ansiedlung von Handwerkern und Bauern aus den angrenzenden Ländern, wie z.B. die Hugenotten in Buchholz, stellte sich ein relativer Aufschwung ein. Das 19. Jahrhundert brachte den Umschwung vom Dorf zur Stadt. Die landschaftlichen Vorzüge des Raumes führten dazu, dass viele Berliner Bürger Niederschönhausen und Pankow als Aufenthaltsorte in den Sommermonaten bevorzugten und sich zum Teil villenartige Sommersitze errichteten. Bankiers, Fabrikanten, Künstler, Zeitungs-verleger und Ärzte fanden hier ihre neue Adresse. Nach und nach entstanden auch zahlreiche Schrebergärten für Arbeiter und ihre Familien.

1910 besaß Pankow bereits 45 000 Einwohner. Schrittweise vollzog sich Ende des 19. Jahrhunderts auch die industrielle Entwicklung. 1874 richtete die Schultheißbrauerei eine Mälzerei in der Mühlenstraße ein und in Wilhelmsruh entstand 1907 die Bergmann-Elektrizitäts-Werke AG. 1906 verlegte der Fabrikant Garbaty-Rosenthal seine Zigarettenfabrik in die Vorstadt. Sie wurde das größte Industrieunternehmen Pankows. 1898 erwarb die Stadt Berlin das Gut Buch und errichtete hier Heilstätten und Krankenhäuser, die später die Gesamtanlage des städtischen Klinikums Buch bildeten.

Die verkehrliche Verbindung der einzelnen Ortsteile zur Stadt Berlin Ende entwickelte sich auch in diesem Zeitraum. 1854 rollten zwischen den Orten in regelmäßigen Abständen Pferdeomnibusse und wenig später Pferdebahnen hin und her. 1895 fuhr die erste Elektrische Straßenbahn in der Wollankstraße.
Der endgültige Anschluss an Berlin 1920 brachte Pankow ein reges Baugeschehen mit einer Vielzahl von sozialen Siedlungsbauten, die neben den aufgelockerten, teilweise villenartigen Baustrukturen der einzelnen Ortsteile das Bild von Pankow wesentlich mitbestimmen.

Nach dem 2.Weltkrieg, in der Zeit von 1949 bis 1960, wurde das Schloss Schönhausen Amtssitz des Präsidenten der DDR. Viele Botschaften eröffneten in Pankow zu DDR-Zeiten ihre Residenzen.
In den 60er Jahren wurden in Heinersdorf und vor allem in Buch größere Wohngebiete in Plattenbauweise errichtet.

Im Zuge der Berliner Verwaltungsreform wurde am 1.1.2001 der Großbezirk Pankow, zu dem auch der ehemalige Bezirk Pankow gehört und nach dem der Großbezirk benannt wurde, gebildet.