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Prenzlauer Berg im Überblick

Der Berliner Apotheker Heinrich Prell gründete 1842 in der Neuen Jakobstraße 26 eine kleine Brauerei mit Bierstube. Nach seinem Tod erwarb Jobst Schultheiss die Brauerei samt Lagerkeller in der Schönhauser Allee 36 -39. Er gab dem Bier seinen später weltberühmt werdenden Namen und eröffnete in der Schönhauser Alle einen weiteren Ausschank mit Garten. Nach über 100 Jahren traditionsreichen Bierbrauens – von Mitte des 19.Jahrhunderts bis 1967 – wurde an diesem Standort 1991 die Kulturbrauerei im Zuge der Wende ins Leben gerufen und avancierte im Laufe der letzten Jahren zu einer der größten alternativen Kultureinrichtungen der Hauptstadt. 1995 erwarb die TGL Treuhand Liegenschaftsgesellschaft mbH die Immobilie und entwickelte seit Herbst 1998 das 25 000 qm große Areal mit seinen unter Denkmalschutz stehenden Bauten zu einem neuen Standort für Kultur und Kunst, Gewerbe und Dienstleistungen. Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen und Gespräche finden hier ebenso statt wie Ausstellungen, Instrumentalkurse, Parties, Discotheken und Veranstaltungen für Kinder statt. Betrieben wird die Einrichtung von einer gemeinnützigen GmbH. Bild von der Kulturbrauerei
Bild vom Planetarium Das Zeiss-Großplanetarium wurde von 1985 bis 1987 auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerkes gebaut. Die Innenkuppel wirkt überdimensional, ist aber nur 14,5 Meter hoch. Der Sternenhimmel wird mit Hilfe des sogenannten „Cosmoramas" an das künstliche Firmament gezaubert. Ob Winterhimmel über Berlin oder das Sternengeflimmer der südlichen Hemisphäre, allerlei technische Raffinesse verbindet sich zu einer tollen Show. Zeitreisen werden möglich und die vieltausendjährige Geschichte des Alls wird auf spannende 60 Minuten komprimiert.
Die Böse-Brücke entstand von 1912 - 1916 für eine Million Reichsmark und verbindet Prenzlauer Berg mit Wedding. Benannt ist das Bauwerk seit 1948 nach dem 1944 in Brandenburg hingerichteten Kommunisten Wilhelm Böse. Als die DDR am 13. August 1961 den Westteil Berlins abriegelte wurde eine Passierstelle eingerichtet. Am 9. November 1989 öffnete sich um 20.30 hier erstmals der "Eiserne Vorhang" in der DDR, so dass Tausende Ostberliner gen Wedding strömten - Bilder, die um die Welt gingen. Bild von der Böse-Brücke
Bild vom Jahn-Sportpark Auf dem östlichen Teil des 1825 eröffneten und 1912 an die Stadt verkauften ehemaligen Exerzierplatzes wurde 1913 ein Sportplatz angelegt. 1952 erhielt er anläßlich des 100 Ge-burtstages von Friedrich -Ludwig- Jahn (1778-1852) den Namen der „Turnvaters" Jahn. Der engagierte deutsche Erzieher und Initiator einer breiten Turnbewegung hatte 1811 für die Einrichtung des ersten Berliner Sportplatzes in der Hasenheide gesorgt. Das Stadion wurde zu den III. Weltfestspielen der Jugend und Studenten nach einem Umbau wiedereröffnet. In der Folgezeit fanden hier wichtige Fußballspiele statt und es war in die Streckenführung der internationalen Friedensfahrt der Radsportler einbezogen. Der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark bildet heute einen festen Treffpunkt für Sport- und Freizeitveranstaltungen. Eine interessante Plastik hat hier ihren Platz. Mann kann sie schon aus der Ferne, hinter der Freifläche auf einem Sockel entdecken. Die Bronzefigur „Fußballspieler" zeigt einen jungen Sportler, der im Begriff ist, einen Schuss abzugeben und stammt von einem italienischen Bildhauer.
Das Denkmal erinnert an den 1944 von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager Buchenwald ermorderten KPD-Führer Ernst Thälmann. Die 13 m hohe und 50 Tonnen schwere Bronceplastik des sowjetischen Bildhauers Lew Kerbel wurde 1986 zur Eröffnung des Thälmann-Parks mit 1332 neuen Wohnungen aufgestellt. Nach 1990 hat es viele Diskussionen um die Zukunft des Denkmals gegeben. Abrisspläne wurden indes aber wieder verworfen und so liefern sich Schmierfinken und eine Bürgerinitiative Duelle um das Erscheinungsbild der Plastik. Bild vom Thälmann-Denkmal
Bild von der Gethsemanekirche An der Ecke Stargarder Straße / Greifenhagener Straße befindet sich die Gethsemanekirche, deren Turm weit sichtbar empor ragt. Sie war für die Ereignisse im Herbst 1989 so etwas wie ein Bollwerk der Opposition gegen den an sein Ende gekommenen DDR-Staat. Die Kirche war Tag und Nacht geöffnet, das Portal von leuchtenden Kerzen erhellt. Als derartige Hochburg der Opposition standen natürlich sämtliche Aktivitäten unter strenger Beobachtung der Staatssicherheit. Anders als auf der Straße fiel hier die Tarnung jedoch schwer, da sie umstrittene Passagen natürlich nicht beklatschen konnten, andererseits aber oft vor dem Schlussgebet die Veranstaltung verließen. Der Bau wurde auf einem Grundstück, das die Gutsbesitzerwitwe Caroline von Griebenow der Kirche als Geschenk überließ, 1891 bis 1893 durch den Geheimen Baurat August Orth (1828-1901) als Klinkerbau in neugotischem Stil errichtet und 1893 eingeweiht. Sie ist die älteste protestantische Kirche im Ortsteil Prenzlauer Berg.
Mit dem Bau der Max-Schmeling-Halle wurde am 21.Juni 1993 begonnen, in Betrieb ist sie seit dem September 1996. Für 200 Mio DM entstand auf dem 17000 qm großen Grundstück an der Gaudystraße eine Lokation für Sport- und Musikveranstaltung mit bis zu 10000 Zuschauerplätzen. Ein Stahldach mit 6500 qm
und 10000 qm begrünte Dachfläche umschließen einen Bruttorauminhalt 318.000 Kubikmetern. Darüber hinaus gibt es ein Restaurant mit 200 Sitzplätzen und eine Dreifach-Sporthalle.
Bild von der Max-Schmeling-Halle
Bild vom Helmholtzplatz Das Areal an der Raumerstraße wurde 1897 nach dem Physiologen und Physiker Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz (1821 – 1894) benannt. Auf dem heutigen Helmholtzplatz befanden sich ab 1872 eine Ziegelei. Mehrfach wurde der Platz in der Folgezeit umgestaltet. Zuletzt wurde der Platz von 1999 bis 2001 in drei Bauabschnitten für 2,2 Millionen Mark saniert und ein Abenteuerspielplatz angelegt.
Auf einer 5000 qm großen Fläche an der Marienburger Straße gibt es seit 1999 eine Einrichtung, die gerade bei Kindern sehr beliebt ist. Marie nennen die Knirpse liebevoll den betreuten Abenteuerspielplatz der mit Beteiligung der Anwohner geplant und durch viel Eigeninitiative und europäische Fördergelder errichtet worden ist. Solarstrombetriebene Leuchten und ein Kiosk ermöglichen eine Nutzung bis in die Abendstunden. Durch den Umbau einer benachbarten Schulfreifläche konnte die Aufenthaltsqulität noch erhöht werden. Bild vom Abenteuerspielplatz Marie
Bild von Stadtbad Oderbergerstraße Alt, grau und verfallen, so präsentiert sich das Stadtbad Oderbergerstraße seit vielen Jahren seinen Betrachtern. Die nach Entwürfen des Baustadtrates Ludwig Hoffmann von 1899 - 1902 erbaute öffentlliche Reinigungsanstalt war eines der ersten Bäder Berlins. Um die zentral liegende Schwimmhalle mit Kreuzgradwölbung, seitlichen Arkaden und einer Galerie gruppieren sich nach englischem Vorbild in den Seitenflügeln Wannen-und Brausebäder. Seit das denkmalgeschützte Gebäude kurz nach der Wende geschlossen wurde, ist eine Bürgerinitiative um den Erhalt und die Sanierung der Einrichtung bemüht. Eine eigens gegründete Genossenschaft möchte die Immobilie erwerben und dann für 35 Mio DM sanieren. Geplant ist eine Kombination aus Bad, Sauna, Fitness, Restaurant und Geschäften. Die Finanzierung soll über eine Bank und einen Fonds für Kapitalanleger realisiert werden. Den Kaufpreis will die Genossensÿchaft aus den Anteilen ihrer Mitglieder von jeweils 100 Mark aufbringen, wozu die Zahl der Genossenschaftler von derzeit 90 auf etwa 1000 steigen soll.
Seit einigen Jahren hat sich der Öko-Markt am Kollwitzplatz etabliert und ist nur einer von zahlreichen Anziehungspunkten, der Touristen in die wohl quirligste Gegend des Prenzlauer Bergs ziehen. Der Platz und die gleichnamige Straße wurden im Jahre 1947 nach der Graphikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867 – 1945), die hier 50 Jahre lang wohnte, benannt. Ihr Mann, Dr. Karl Kollwitz, war der Armenarzt von Prenzlauer Berg. Die heutige Kollwitzstraße hieß zuerst Weißenburger Straße. 1875 erfolgte die Erstbenennung des heutigen Kollwitzplatzes als Wörtherplatz. Während des 2. Weltkrieges wurde auch das Wohnhaus der Familie Kollwitz zerstört. An der Stelle, wo es stand, ist zur Erinnerung an Käthe Kollwitz eine von F. Diederich ausgeführte Kalksteinnachbildung ihrer 1932 bis 1937 geschaffenen Plastik „Schützende Mütter" aufgestellt worden. Ein Denkmal von Gustav Seitz (1906 – 1969) erinnert seit 1959 an die Künstlerin. Der „Kolle", wie er liebevoll genannt wird, umgeben von vielen Szenencafés- und Restaurants, bietet den Besuchern Möglichkeiten zu ausgedehnten Nachtgesprächen. Bild vom Markt am Kollwitzplatz

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