Vereinbarung über den sozialverträglichen Ablauf von Sanierungsmaßnahmen in der Wohnanlage Grellstr./Prenzlauer Allee unterzeichnet

Pressemitteilung vom 08.08.2017

Das Bezirksamt Pankow, vertreten durch die Abteilung Stadtentwicklung und Bürgerdienste, und die Deutsche Wohnen haben heute eine gemeinsame Erklärung über den sozialverträglichen Ablauf von Sanierungsmaßnahmen in der Wohnanlage Grellstraße / Prenzlauer Allee unterzeichnet. Das Bezirksamt Pankow, vertreten durch die Abteilung Stadtentwicklung und Bürgerdienste, hat mit Unterstützung der Mieterberatung Prenzlauer Berg die Deutsche Wohnen bereits frühzeitig gebeten, dieses Vorhaben transparent und sozialverträglich zu planen und umzusetzen. So wurde der Entwurf einer Sozialplanvereinbarung an die Deutsche Wohnen übergeben, auch wurde das Vorhaben im BVV-Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen am 27.06.2017 seitens der Deutschen Wohnen vorgestellt. Im Anschluss gab es intensive Verhandlungen der Abteilung Stadtentwicklung und Bürgerdienste mit der Deutschen Wohnen inklusive ein Treffen mit dem Vorstand am 27.07.2017, die nun mit dieser öffentlich-rechtlichen Vereinbarung erfolgreich zum Abschluss geführt werden konnten.
Bezirk und Unternehmen schließen die gemeinsame Vereinbarung, um ein Beispiel für die sozialverträgliche Umsetzung von Baumaßnahmen im Bezirk durch ein privates Wohnungsunternehmen zu schaffen. Es ist gemeinsames Ziel des Bezirks und der Deutsche Wohnen, etwaige Ängste und Befürchtungen der Mieter und Mieterinnen noch vor Beginn der Baumaßnahmen und vor Erteilung der bau- und erhaltungsrechtlichen Genehmigungen zu entkräften.
Die Wohnanlage befindet sich im sozialen Erhaltungsgebiet nach § 172 BauGB Ostseestr./Grellstr., einem sogenannten Milieuschutzgebiet. Die Deutsche Wohnen Gruppe plant in der 253 Wohnungen umfassenden Anlage aus dem Jahr 1937 umfangreiche Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen, um die einzelnen Wohnungen und das gesamte Quartier auf einen zeitgemäßen Standard zu bringen. So ist u. a. geplant, die Fassade zu erneuern, die Steigleitungen zu verstärken, teilweise neue Balkone anzubauen und die Außen- und Grünanlagen komplett zu überarbeiten. Um den hohen Bedarf nach Wohnungen in Berlin und speziell im Bezirk Pankow zu decken, plant die Deutsche Wohnen parallel zu den Modernisierungs- und Instandsetzungsarbeiten in der Wohnanlage Grellstraße /Prenzlauer Allee auch Wohnungsneubau. Durch Aufstockung im Blockinneren und Dachgeschossaufbau sollen 49 neue Wohnungen entstehen. Mit Hilfe eines lückenschließenden Neubaus mit 62 Wohnungen wird der Verkehrslärm im Inneren des Quartiers reduziert. Geplant ist, die komplette Maßnahme, inklusive Neubau, zwischen 2018 und 2020 zu realisieren. Für die Neubaumaßnahmen ist der Bauantrag noch zu stellen. Das Bezirksamt wird das Vorhaben auf seine Genehmigungsfähigkeit hin prüfen und im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützen. Bezirk und Unternehmen haben darüber hinaus vereinbart, die vom Bezirk beauftragte Mieterberatung Prenzlauer Berg in den gesamten Sanierungsprozess mit einzubinden. Sie wird gemeinsam mit dem Bezirksamt den Sanierungsprozess begleiten und die Einhaltung der vereinbarten Lösungen überprüfen.
Vollrad Kuhn, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste: „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, mit der Deutschen Wohnen diese Vereinbarung im Sinne einer sozialverträglichen Sanierung abzuschließen. Das war nicht selbstverständlich, zumal es hier um eine größere Anzahl von Wohnungen geht, die sich leider nicht mehr im Landeseigentum befinden. Nicht zuletzt hat der politische Wille, der auch im zuständigen BVV-Ausschuss zum Ausdruck gebracht wurde, zum erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen beigetragen. Wegen des zu engen Zeitrahmens und aus materiellen Gründen ist eine Umstrukturierungssatzung nach BauGB hier nicht anwendbar gewesen.“
Sylvia Hoehne-Killewald, Geschäftsführerin der Mieterberatung Prenzlauer Berg GmbH. „ Es war kein einfacher Prozess, allerdings haben wir hier gemeinsam mit dem Bezirk etwas erreicht, um die Sanierung für die Mieter so verträglich wie möglich zu gestalten. Wir werden im Rahmen unserer Möglichkeiten den Sanierungsprozess sehr genau beobachten und dabei stehen für uns in erster Linie die Mieter im Vordergrund. Die Deutsche Wohnen hat eine Vereinbarung mit dem Bezirk zum Ablauf einer sozialverträglichen Sanierung unterzeichnet. Das begrüßen wir an dieser Stelle und gehen davon aus, dass alle Beteiligten alles in ihrer Kraft stehende tun werden, um die Inhalte der Vereinbarung sicherzustellen.