Enthüllung einer Gedenktafel und Informationsstele am 30.10.2015

Pressemitteilung vom 27.10.2015

Eine Gedenk- und Informationstele in Erinnerung an das ehemalige Jüdische Altersheim und die wechselvolle Geschichte des Gebäudes weiht das Bezirksamt Pankow auf dem Mittelstreifen in der Schönhauser Allee 22, am Freitag, dem 30. Oktober 2015 um 14 Uhr ein. In Anwesenheit des Staatssekretärs für Kulturelle Angelegenheiten Tim Renner und des Bezirksstadtrats für Verbraucherschutz, Kultur, Umwelt und Bürgerservice und Vorsitzenden der Gedenktafelkommission, Dr. Torsten Kühne sowie der Zeitzeugen Angelika Svendsen und Walter Frankenstein wird an der Fassade mit einer Tafel des Berliner Gedenktafelprogrammes und ergänzt um erläuternde Information mit einer Stele auf dem Mittelstreifen vor dem Gebäude an die Geschichte der 2. Altersversorgungsanstalt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und seines Stifters Moritz Manheimer erinnert.
Im Jahre 1880 stifteten Bertha und Moritz Manheimer die Mittel zum Bau eines jüdischen Altersheimes. Nach der Eröffnung der nach Plänen von Carl Schwatlo an der Schönhauser Allee entstandenen II. Altersversorgungsanstalt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin am 11. November 1883 und baulichen Erweiterungsarbeiten konnten hier seit 1892 bis zu 80 Frauen und Männer ihren Lebensabend verbringen. Infolge der staatlich verordneten Diskriminierung und Verfolgung nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten stieg die Zahl bedürftiger Juden, die im Altersheim in der Schönhauser Allee Aufnahme oder zumindest Verpflegung suchten. Am 17. August 1942 wurden die meisten Bewohnerinnen und Bewohner mit dem ersten »großen Alterstransport« nach Theresienstadt deportiert und später ermordet. Das zwangsverkaufte Grundstück ging 1944 in den Besitz der Stadt Berlin über, und in das Haus wurden ukrainische Zwangsarbeiterinnen einquartiert. In der DDR befand sich im Gebäude die Volkspolizeiinspektion Prenzlauer Berg, und noch bis 2001 wurde das Gebäude von der Berliner Polizei genutzt. Das nach jahrelangem Leerstand sanierte Gebäude ist heute Teil einer Anlage mit Eigentumswohnungen.
Eine Veranstaltung des Bezirksamtes Pankow von Berlin, Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Museum/Bezirkliche Geschichtsarbeit in Kooperation mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten. Weitere Infos unter Tel.: 030 90295-3917 od. 0176-23434939.