Einweihung einer Gedenk- und Informationsstele in Prenzlauer Berg am 15.07.2015

Pressemitteilung vom 13.07.2015

Auf Initiative des Clubs Deutscher Drehorgelfreunde (CDD) weiht der Bezirk Pankow am Mittwoch, dem 15. Juli 2015 um 12 Uhr, vor dem Einkaufszentrum Schönhauser Allee Arcaden in der Schönhauer Allee 80, 10439 Berlin, eine Gedenk- und Informationstele in Erinnerung an die Werkstätten zur Herstellung mechanischer Musikinstrumente in Prenzlauer Berg, ein. In Anwesenheit von Mitgliedern der Internationalen Drehorgelfreunde Berlin mit ihren Instrumenten sprechen zur Einweihung der Kulturstadtrat Dr. Torsten Kühne, der Initiator Jürgen Petschat und die Centermanagerin der Schönhauser Allee Arcaden, Andrea Eggers. Die Veranstaltung beginnt im Erdgeschoss der Schönhauser Allee Arcaden. Angezogen von der Aufbruchstimmung in der Hauptstadt des Deutschen Kaiserreiches kamen Ende des 19. Jahrhunderts auch Italiener nach Berlin. Viele von ihnen ließen sich vor den Toren der Stadt nieder, wo auf dem Gebiet des späteren Bezirks Prenzlauer Berg eine kleine italienische Kolonie entstand. Zu dieser Gemeinschaft gehörten Gastwirte, Wein- und Straßenhändler, Gipsfigurengießer, Musikanten sowie Musikinstrumentenbauer aus der Nähe von Genua. Die bekanntesten Hersteller mechanischer Musikinstrumente stammten aus der Familie der Bacigalupo. Gemeinsam mit dem Gastwirt Antonio Graffigna hatten die Orgelbauer Giuseppe Cocchi und Giovanni Battista Bacigalupo im Jahre 1891 in der Schönhauser Allee 78 (später 79) eine Firma zur Herstellung mechanischer Musikwerke wie elektrische Klaviere, Orchestrions und Drehorgeln gegründet. Bereits seit 1883 existierte in der Schönhauser Allee 73 mit der Fa. Frati & Co. die Drehorgelfirma eines weiteren Italieners, in der Cocchi und Bacigalupo auch gearbeitet hatten. Heute befinden sich an dieser Stelle die Schönhauser Allee Arcaden. Die handwerkliche Begabung der italienischen Drehorgelbauer ergänzte sich mit ihrer Musikalität. Die Instrumente aus der Werkstatt der Bacigalupo waren gefragt und verkauften sich bis nach Übersee. Mit dem Tod des letzten Firmeninhabers endete 1967 eine jahrzehntelange Unternehmensgeschichte und mit der Schließung der Werkstatt in der Schönhauser Allee 74a erlosch die Familientradition an diesem Ort endgültig. Die von den Bacigalupo gefertigten Instrumente aber erfreuen sich noch heute großer Wertschätzung und sind begehrte Sammlerstücke. Eine Veranstaltung des Bezirksamtes Pankow von Berlin, Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Museum/Bezirkliche Geschichtsarbeit – Museum Pankow. Infos unter Tel.: 030 90295-3917 od. Mobil: 0176-23434939.