Präsentation und Einweihung der Medienstation Berlin-Buch am 20.03.2015

Pressemitteilung vom 13.03.2015

Der Bezirksstadtrat für Verbraucherschutz, Kultur, Umwelt und Bürgerservice, Dr. Torsten Kühne (CDU), lädt in Anwesenheit von Bucher Schülerinnen und Schülern zur Übergabe der Medienstation Berlin Buch “Methoden der Indoktrination in den Krankenanstalten in Berlin Buch 1933-1945” am Freitag, dem 20. März 2015, um 14.00 Uhr, in die Stadtteilbibliothek Buch in der Schlossparkpassage, Wiltbergstraße 19-23, 13125 Berlin, ein. Es handelt sich um ein von Bucher Bürgerinnen und Bürgern initiiertes, durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, den Berliner Senat und das Bezirksamt Pankow gefördertes Projekt. Der Besucher kann sich in der Medienstation mittels Touchscreen über die Geschichte der Bucher Krankenanstalten während der NS-Zeit informieren. Das kostenlose multimediale Angebot umfasst thematisch gegliederte Texte mit zahlreichen Originaldokumenten und Fotos aus den Jahren 1933 bis 1945 sowie Videos der Filmemacherin Alexandra Weltz-Rombach. Im Fokus der Medieninstallation steht die jüngste Dokumentation der Bucher Autorin Rosemarie Pumb, die seit vielen Jahren zum Thema Patiententötungen während der NS-Zeit recherchiert und zahlreiche Artikel und Publikationen veröffentlichte. Sie legt diesmal das Augenmerk auf die ideologische Durchdringung des beruflichen Alltags des Medizinstandortes und versucht der Frage nachzugehen, wie es möglich werden konnte, dass Ärzte und Pflegepersonal, entgegen ihrer ethischen Verpflichtung, das Leben zu schützen, Tausende ihrer Patienten in den Tod schickten.
Die folgenreichen Verstrickungen von Bucher Krankenhauspersonal mit dem nationalsozialistischen Regime sind bis heute nicht umfassend institutionell aufgearbeitet worden. Die Medienstation in der Bucher Stadtteilbibliothek soll einen Anstoß dazu geben. Sie ist von den Initiatoren nicht nur als Informationsort, sondern vor allem als virtuelles Warn-Mal konzipiert.