Pankower Künstlerin gewinnt Kunstwettbewerb Wisbyer Straße

Pressemitteilung vom 05.03.2008

Den Kunstwettbewerb Wisbyer Straße hat die in Pankow lebende Künstlerin Josefine Günschel mit ihrem Entwurf “innenhaut – aussenhaut” gewonnen. Die Entscheidung des Preisgerichts unter Vorsitz von Prof. Rainer W. Ernst erfolgte einstimmig. In der Begründung heißt es über den Entwurf der Künstlerin: “Es handelt sich um einen unkonventionellen Entwurf, der überraschende Eingriffe benutzt, um die Fußgängerüberwege zu markieren und für alle Verkehrsteilnehmer weithin sichtbar zu machen.
Der Entwurf sieht vor, Tapetenmuster aus verschiedenen Epochen (vom 19. Jahrhundert bis zur Moderne) stark vergrößert mit weißer Stammschutzfarbe auf die Rinden von 6 Stadtlinden an den Fußgängerübergängen aufzutragen. Mit dem Entwurf thematisiert die Künstlerin “den verloren gegangenen Charakter der Wisbyer Straße als Wohngebiet. Durch ein anheimelnd – wohnliches Dekor verwandeln sich die Bäume in sonderbare Fremdkörper, die in der Unruhe des Großstadtverkehrs eine sonderbare Irritation darstellen”. Im November 2007 hat das Bezirksamt Pankow, Abteilung öffentliche Ordnung in Kooperation mit der Abteilung Kultur, Wirtschaft und Stadtentwicklung einen Kunstwettbewerb für die Wisbyer Straße ausgelobt. Zu dem anonymen Wettbewerb wurden insgesamt fünf Künstler und Künstlerinnen eingeladen. Im Zusammenhang mit dem Umbau der Straße standen insgesamt 40.000 EUR für den Kunstwettbewerb und die in diesem Jahr geplante Realisierung des Siegerentwurfes zur Verfügung.
Die Wisbyer Straße ist eine stark befahrene Hauptverkehrsstraße, die den Autostrom der Autobahn ab Abfahrt Seestraße aufnimmt und in die Stadt weiterleitet. Die Hauptwirkung der Straße ist die eines unaufhaltsam durchfließenden Autostroms, einer Passage. Ziel des Kunstwettbewerbes war es, durch künstlerische Zeichen Punkte des Innehaltens zu schaffen, die die Passage strukturieren und thematisch die Aufmerksamkeit auf das Verschwinden des ehemaligen Charakters der Straße lenken.
Dazu der Bezirksstadtrat für Öffentliche Ordnung, Jens – Holger Kirchner :
“In einem Bezirk wie Pankow muss Kunst im öffentlichem Raum den ihr gebührenden Stellenwert haben. Der Kunstwettbewerb ist für den Bezirk ein Novum, da es sich erstmals um eine künstlerische Maßnahme im Zusammenhang mit einem Straßenbauprojekt handelt. Es ist geplant, in den kommenden Jahren weitere Kunstprojekte bei Straßenbauvorhaben zu realisieren.”