Auszug - Sucht- und Schuldnerberatungsangebote in der Jugendberufsagentur Berlin  

 
 
24. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales und Bürgerdienste
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Soziales und Bürgerdienste Beschlussart: mit Änderungen im Ausschuss beschlossen
Datum: Di, 08.01.2019 Status: öffentlich
Zeit: 17:00 - 19:00 Anlass: ordentliche Sitzung
Raum: Wetzlar-Zimmer (Raum A 203)
Ort: Karl-Marx-Str. 83, 12040 Berlin
0970/XX Sucht- und Schuldnerberatungsangebote in der Jugendberufsagentur Berlin
   
 
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:SPDJugendhilfe
Verfasser:1. Blumenthal, Mirjam
2. Beitritt: Grüne, LINKE
Blumenthal, Mirjam
Drucksache-Art:AntragVorlage zur Kenntnisnahme - SB
 
Beschluss


Herr Szczepanski verliest einen Änderungsantrag von SPD und Grünen: „Das Bezirksamt wird gebeten die Art und den Umfang der Sucht- und Schuldnerberatungsangebote in der Jugendberufsagentur Berlin am Standort Neukölln und im Jugendberatungshaus zu prüfen. Ziel sollte eine angemessenere Ausgestaltung der Angebotsstunden sein. Der Bericht zur Prüfung soll der BVV bis zum zweiten Quartal 2019 vorliegen.“

 

Frau Gloeden verweist auf eine berlinweite Arbeitsgruppe, die die Arbeit der Jugendberatungshäuser angleichen möchte. Das Ergebnis dieser AG sollte abgewartet werden. Herr Szczepanski hält es trotzdem für sinnvoll, bezirkliche Angebote zu prüfen. Die Bezirke hätten sehr unterschiedliche Bedarfe, auch wenn es um Angebote für Jugendliche gehe. Neukölln müsse andere Angebote vorhalten als Steglitz-Zehlendorf. Im Antrag steckten die Fragen, ob das vorhandene Angebot angemessen sei, es die Bedürfnisse abdecke und ob man die Nutzung erhöhen könne. Herr Koglin benennt die Jugendberufsagentur als Steckenpferd der SPD. Das Angebot werde sehr unterschiedlich angenommen – im Gegensatz zum Jugendberatungshaus.

 

BzStR Biedermann schlägt vor, einen Menschen aus der Praxis zum Thema zu hören und bittet Herrn Rauter – Schuldner- und Insolvenzberater der AWO – von seinen Eindrücken in der Jugendberufsagentur zu berichten. Die Vorsitzende ist einverstanden mit dem Vorschlag und erteilt Herrn Rauter das Wort. Dieser berichtet von seinen Erfahrungen und der Frage, wie man die Jugendlichen besser erreichen könne. In der Jugendberufsagentur habe es in den Jahren 2017 und 2018 jeweils zwei Beratungsfälle gegeben. Insgesamt gebe es in Neukölln 964 mögliche Stunden für Schuldnerberatung. Deshalb habe man sich in Neukölln für das Modell entschieden, dass an Stelle der wenig nachgefragten Präsenzsprechstunde (an einem Tag in der Woche) von den Kolleg*innen in der JBA bei Bedarf jederzeit direkt mit der Schuldnerberatung telefonisch Kontakt aufgenommen wird und ein Beratungstermin ausgemacht wird.

 

Die Vorsitzende dankt Herrn Rauter für seine Erläuterungen. Herr Szczepanski berichtet expemplarisch von einer jungen Frau, die mit Schuldenproblemen zu ihm gekommen sei. Die Frage bestehe also darin, wie man an die jungen Menschen herankomme. Der Antrag sollte deswegen nicht auf eine Erhöhung der Stunden abzielen, sondern auf die Verbesserung der Ansprache. Herr Rauter ergreift das Wort und erklärt seine Hoffnung, über die allgemeine und unabhängige Sozialberatung an die Menschen heranzukommen. Die Netzwerke müssten funktionieren und die neuen Kolleg*innen im Netzwerk müssten von den Angeboten wissen.

 

Herr Ivanov fragt nach der Mehrsprachigkeit des Angebots. Herr Rauter sagt, dass es damit eher schlecht aussehe. Eigentlich würde nur auf deutsch beraten.

 

Frau Gloeden glaubt, die jungen Leute seien etwas gleichgültig geworden, wenn selbst eine mehrmalige Mahnung nicht mehr ausreiche. Das Angebot des Bezirks sei vorbildlich und ausreichend. Man könnte nicht an jede Tür klopfen. Sie lehne den Antrag ab. Die Vorsitzende entgegnet, junge Leute kämen schneller in die Verschuldung, als manche vielleicht denken und stünden häufig ohne gute Beratung ganz allein mit ihren Problemen.

 

Herr Koglin möchte prüfen, warum nur zwei Menschen das Beratungsangebot nutzten. Es brauche nämlich zweifelsohne Präventionsarbeit. Er hoffe auf den Änderungsantrag.

 

Herr Kringel ist der Meinung, es würde die ganze Zeit schon evaluiert. Der Auftrag, der im Antrag steckt, werde deshalb bereits ausgeführt. Herr Szczepanski versteht nicht, was den Ausschuss daran hindere sich wie bei der Schulpräventionsarbeit mehr Gedanken zu machen. Herr Rauter überlegt, ob man über noch mehr Jugendliche über Schulsozialarbeiter erreichen könne, über andere Internetauftritte oder andere Kanäle. Viele Kunden seien wahrscheinlich auch von der Jugendberufsagentur generell abgeschreckt, die eben nach Behörde klinge.

 

Da keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, bittet die Vorsitzende um Ab-stimmung. Im Ergebnis wird der Antrag bei Gegenstimmen der CDU und ohne Enthaltungen angenommen.


 
 

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