Auszug - Vorstellung der Arbeit der Neuköllner Flüchtlingskoordination (NKF)  

 
 
4. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Integration
TOP: Ö 7
Gremium: Ausschuss für Integration Beschlussart: erledigt
Datum: Di, 25.04.2017 Status: öffentlich
Zeit: 17:00 - 18:35 Anlass: ordentliche Sitzung
Raum: Çigli-Zimmer Rathaus Neukölln
Ort: Karl-Marx-Str. 83, 12040 Berlin
 
Beschluss

Frau Krause stellt die Neuköllner Koordinierungsstelle für Flüchtlingsfragen (NKF) vor und hat zur Veranschaulichung ein Schaubild angefertigt, welches dem Proto-koll beigefügt ist

Frau Krause stellt die Neuköllner Koordinierungsstelle für Flüchtlingsfragen (NKF) vor und hat zur Veranschaulichung ein Schaubild angefertigt, welches dem Protokoll beigefügt ist. Die NKF ist Teil der Stabsstelle der Bezirksbürgermeisterin für Innovation und Integration.

 

Die NKF besteht aus Frau Krause, Frau Bröcker und Frau Thiemann. Frau Krause selbst ist seit Mai 2015 Angestellte des Bezirksamts, im Oktober 2015 kam Frau Bröcker dazu und im Januar 2016 noch Frau Thiemann als Reaktion auf die akute Flüchtlingslage. Die Anfangszeit der NKF war im Gegensatz zu heute, geprägt durch situatives Handeln. Dies hing mit der akuten Notlage zusammen in der sich das ganze Bundesgebiet befand. Die NKF hat sich methodisch auf eine vorausschauende und ganzheitliche Arbeitsweise umgestellt, um die bestmöglichen Voraussetzungen für erfolgreiche Integration, aber auch für effektive Arbeit der NKF zu gewährleisten.

 

Anhand des Schaubildes zeigt Frau Krause die unterschiedlichen Aufgabenbereiche der NKF auf. Die NKF ist eine Anlaufstelle für alle Bürger*innen, die Fragen haben und gleichzeitig auch eine Beratungsmöglichkeit zum Thema Flucht und Asyl suchen. Sollten die Fragen nicht im Zuständigkeitsbereich der NKF liegen, so erfolgt in der Regel eine Verweisberatung.

Die persönliche, punktuelle Betreuung von Geflüchteten ist nur in Einzelfällen vorgesehen. So beschreibt Frau Krause den Fall eines geflüchteten Vaters, der Probleme bei der Beantragung eines Rollstuhls für seinen gehbehinderten Sohn hatte und ihn somit seit seiner Ankunft in Deutschland tragen musste. Zusammen mit der Beauftragten für Menschen mit Behinderung, nahm sich die NKF der Problematik an und konnte sie zeitnah lösen.

 

Die Öffentlichkeits- und Informationsarbeit baut auf den Grundsatz der Transparenz, um bei diesem äußerst komplexen und sensiblen Thema keine Unstimmigkeiten/Gerüchte entstehen zu lassen. In diesem Aufgabenbereich ist es wichtig, dass auch die Fachbereiche des Bezirksamts übergreifend zusammenarbeiten - Beispiel hierfür ist die  Fachveranstaltungen  mit dem Jobcenter Neukölln.

 

Unter dem Überpunkt Netzwerkarbeit sind unterschiedliche Gremien zusammengefasst, die vom Team der NKF geleitet werden oder übergreifend als Arbeitsgruppe einbezogen werden. Beispielhaft wird die „AG Masterplan“ genannt, in der sämtliche Fachabteilungen über die Verteilung der Mittel des Integrationsfonds mitentscheiden.

 

Als weitere Teilbereiche stellt Frau Krause die Projektbeantragung und –entwicklung sowie die Projektberatung und -begleitung vor. Einerseits geht es um die Ausarbeitung, Entwicklung und Durchführung eigener Projekte, wie beispielsweise das Engagementbüro, welches in den nächsten Monaten noch vorgestellt wird. Auf der anderen Seite steht die Beratung von Trägern und Begleitung einzelner Projekte. Frau Krause weist eindrücklich darauf hin, dass die Öffnung der Projekte für die Zivilgesellschaft und andere sozial Benachteiligte ein wesentlicher Teil ihrer Begleitungs- und Beratungsarbeit sei.

 

Als letzten Punkt beschreibt Frau Krause die Ehrenamts- und Spendenkoordination. Zunächst erinnert Sie an die Zeit des großen Zuzugs von Geflüchteten im Jahr 2015, in der die ehrenamtliche Hilfe „überwältigend“, aber auch unkoordiniert war. Die Koordination und Strukturierung dieser Hilfe, aber auch die Vermittlung in Supervision oder andere Beratungsangebote stand damals wie auch heute im Vordergrund. Die Öffnung der Ehrenamtshilfe in alle Bereiche sei hierbei nicht zu vergessen und so ist es schon vorgekommen, dass ehrenamtliche Helfer nach ihren Interessen in die Seniorenarbeit vermittelt werden konnten. Bei Spenden würde sich dies ähnlich verhalten, einerseits den Überblick zu behalten und auf Bedarfe zu achten, aber auch die Vermittlung in andere Bereiche, wie beispielsweise in die Obdachlosenarbeit.

 

Fragen:

Herr Abed: Was ist hinsichtlich der Wohnungsnot für Geflüchtete in Neukölln geplant?

 

Frau Krause berichtet, dass dieses Problem von der NKF in mehreren Gremien angesprochen worden sei, ihr Aufgabenbereich sich aber eher darauf beziehe, die Geflüchteten „fit“ und wettbewerbsfähig für den Wohnungsmarkt zu machen. Sie verweist auf das Projekt von IMPULS e. V im Rahmen des bezirklichen Integrationsfonds. 

 

Frau Simon ergänzt, dass ein neues niedrigschwelliges, herkunftsübergreifendes Projekt zum Wohnungsmarkt geben wird. Hier liegt der Kern in einer gegenüber den Vermietern auch nachweisbaren Kenntnis über das Mietverhältnis und -objekt, um in der Zusammenarbeit mit den Wohnungsbaugesellschaften verbesserte Zugänge zu schaffen.

 

Frau Dr. Giffey ergänzt, dass die Wohnungsproblematik von Seiten des Senats ernst genommen wird und entsprechende Verabredungen mit den sozialen Wohnungsbaugesellschaften geschlossen wurden und der Fokus auf Wohnungsneubau – auch von bezahlbaren Wohnungen liegt. Des Weiteren ist zu beachten, dass sukzessive auch der Flüchtlingsstatus der Flüchtlinge weniger im Vordergrund stehen wird und diese Menschen somit ein Teil der deutschen Gesellschaft würden und für alle bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden müsse. Gezielte Projekte für Wohnraum für Geflüchtete würden die unterschiedlichen Unterkünfte, wie zum Beispiel in der Kiefholzstraße, der Gerlinger Str. als auch der Haarlemer Str. darstellen. Diese Unterkünfte seien zwar integrationspolitisch nicht ideal, stellen aber momentan die am ehesten machbare Lösung dar. Es wird alles daran gesetzt, das C&A-Gebäude in der Karl-Marx-Straße früher als geplant freizuziehen, damit auch die letzte Notunterkunft geschlossen werden könnte.

 

Herr Abed: Wie sieht die Nachnutzung des C&A-Gebäudes aus?

 

Frau Dr. Giffey weist zunächst darauf hin, dass die Nachnutzung nicht in der Hand des Bezirks liegen würde, sondern in der Hand des Eigentümers.

 

Frau Zielisch: Wie viele der 2015 nach Deutschland Geflüchteten, würden aller Voraussicht nach abgeschoben werden?

 

Frau Dr. Giffey weist Frau Zielisch darauf hin, dass dies nicht im Zuständigkeitsbereich des Bezirksamtes liegt, sondern in dem der Ausländerbehörde und dass dort Auskünfte zu Zahlen von Abschiebungen erfragt werden könnten.

 

Herr Hecht macht deutlich, dass er die positive Entwicklung des Images der Flüchtlingsunterkunft in der Haarlemer Straße seit dem Betreiberwechsel hervorheben möchte.

 

Frau Schoenthal bedankt sich ausdrücklich für die gute Arbeit der (NKF) bei Frau Krause und berichtet, dass die NKF stets eine verlässliche Anlaufstelle gewesen sei und selbst, wenn Auskünfte nicht direkt getroffen werden konnten, sich stets um eine Antwort gekümmert worden sei.

 

Frau Tanana bedankt sich bei Frau Krause für ihre Arbeit und für die Vorstellung im Integrationsausschuss.

 

Zurückkommend auf die Vorstellung des Organigramms der Stabsstelle und den Nachfragen stellt sich Herr Scharfenberg vor. Er ist der erste Freiwillige im sozialen Jahr mit Schwerpunkt Politik und Demokratie im Bezirksamt Neukölln. Er stellt kurz seinen Tagesablauf, seine Aufgaben und Tätigkeiten vor. Nachfragen zu seinem persönlichen Eindruck in Neukölln beantwortet er.


 
 

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