Stadtteilmütter in Neukölln

Gruppenbild Stadtteilmütter mit der Bürgermeisterin Frau Dr. Giffey
Bild: Anna Hermanns

Insgesamt wurden von 2007 bis 2017 rund 442 migrantische Frauen überwiegend türkischer und arabischer Herkunft zu Stadtteilmüttern in den Neuköllner Quartiersmanagementgebieten zu Themen wie Bildung, Sprache, Gesundheit und Erziehung ausgebildet. Rund 70 sind derzeit aktiv. Der überwiegende Teil der Frauen ist im Rahmen einer Beschäftigungsmaßnahme tätig, ein kleiner Teil auf geringfügig beschäftigter Basis. Ein weiterer Teil übt die Tätigkeit über das Landesrahmenprogramm für Integrationslots*innen und Stadtteilmütter aus. Durch die Ausbildung haben die Frauen Selbstvertrauen und in ihrer eigenen community auch eine starke Vorbildfunktion erlangt.

Das neu erworbene Wissen geben die Stadtteilmütter an migrantische Familien mit Kindern zwischen 0-6 Jahren und seit 2009 zudem an die Altersgruppen bis zu 12 Jahren bei Hausbesuchen weiter. Hierfür werden sie zum Thema Grundschule weiterqualifiziert.

Damit sind die Stadtteilmütter Türöffner für Familien, die sich in ihre communitiy zurückgezogen haben und anders nicht erreicht werden können. Eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Kindertagesstätten und Schulen ist damit unerlässlich. Ziel ist die Zusammenarbeit mit den Kitas, Elterncafes, den Schulstationen und den Lehrern, um auch die nachhaltige Anbindung der besuchten Familienmütter an außerhäusliche Angebote zu fördern. Eine enge Kooperation mit Erziehern und Lehrer erleichtert den Stadtteilmüttern die Zusammenarbeit mit den Eltern.

Von 2007 bis 2017 wurden rund 11.300 Familien Neukölln durch die Stadtteilmütter besucht. Ziel ist es in den nächsten Jahren so viele Familien wie möglich und weitere Stadtteilmütter auszubilden.

Das Integrationsprojekt verlangt nach starken Kooperationspartnern. Diese sind das Bezirksamt Neukölln von Berlin, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, und die gemeinsame Einrichtung (gE) JobCenter Berlin-Neukölln. Im Rahmen des Landesrahmenprogramm für integrationslots*innen und Stadtteilmütter arbeitet der Bezirk eng mit der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales zusammen.
Träger des Projektes ist die Diakoniewerk Simeon gGmbH.

Bezirksbürgermeisterin Dr. Giffey:
„Das Stadtteilmütter-Projekt ist eines der innovativsten und erfolgreichsten Projekte Neuköllns. Ziel muss die Überführung in eine vernünftige Regelfinanzierung sein. Viele Familien haben einen enormen Bedarf an Informationen zu den Themen Bildung, Sprache und Gesundheit. Um den Kindern Neuköllns eine frühstmögliche Chance auf Bildung zu geben, vermitteln die Stadtteilmütter insbesondere zu Kita-Anmeldungen und dem Schulsystem ihr Wissen. In der heutigen Zeit kann diese Verantwortung nicht auf Dauer nur über Programm-Mittel finanziert werden, sondern bedarf einer finanziellen Sicherung im Landeshaushalt.“

Logoleiste Stadtteilmütter