Stadtteilmütter in Neukölln

Gruppenbild der 17 neuen Stadtteilmütter mit Senatorin Lompscher und Bezirksbürgermeister Hikel- September 2018
Bild: BA Neukölln

Als Modellvorhaben startete im Jahr 2004 erstmals die Qualifizierung von zwölf arbeitslosen Müttern mit Migrationsgeschichte zu Stadtteilmüttern in Neukölln. Die Idee der aufsuchenden Familienberatung auf Augenhöhe durch muttersprachliche Multiplikatorinnen hat sich seither zu einem echten Erfolgsprojekt entwickelt.

Bis heute wurden nahezu 500 Neuköllnerinnen mit überwiegend türkischer und arabischer Herkunft zu Stadtteilmüttern ausgebildet. Die Frauen nehmen an einem halbjährigen Qualifizierungskurs teil, in dem sie zu den Themengebieten Bildung, Erziehung und Gesundheit geschult werden. Nach erfolgreich abgeschlossener Qualifikation geben die Stadtteilmütter ihr erworbenes Wissen an andere interessierte Mütter weiter. Das Angebot der Stadtteilmütter umfasst zehn aufeinander aufbauende Familienbesuche, in denen wichtige Informationen zu den genannten Themengebieten vermittelt und gezielt die Anbindung in bezirkliche Angebote gefördert wird. Dabei liegt der Fokus auf Familien mit Migrationsgeschichte, die Kinder im Alter von 0-12 Jahren haben. Bis heute haben die Stadtteilmütter so rund 11.900 Neuköllner Familien erreicht und beraten.

Die Stadtteilmütter haben eine wesentliche „Brückenfunktion“ zwischen den besuchten Familien und den bezirklichen Angeboten inne. Als Sprach- und Kulturmittlerinnen leisten sie insbesondere für die Verwaltung und Bildungsinstitutionen besonders wertvolle Arbeit. Konkret kooperiert das Projekt sehr eng mit den Quartiersbüros, den Kindertagesstätten, Grundschulen, Familienzentren und Fachberatungsdiensten im Bezirk.

Damit leistet das Projekt Stadtteilmütter seit nunmehr 14 Jahren einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Bildungsgerechtigkeit in Neukölln. Neben den besuchten Familien profitieren aber auch die im Projekt tätigen Frauen, für die die Tätigkeit als Stadtteilmutter oftmals der entscheidende Schritt hin zur Arbeitsmarktintegration darstellt.

Derzeit sind rund 70 Stadtteilmütter in Neukölln aktiv. Der überwiegende Teil der vorher arbeitssuchenden Frauen ist im Rahmen einer Beschäftigungsmaßnahme tätig, ein kleiner Teil als geringfügig Beschäftigte. Elf Frauen sind über das Landesrahmenprogramm für Integrationslots*innen und Stadtteilmütter auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt.

Das Projekt wird von starken Kooperationspartnern unterstützt. Diese sind: Das Bezirksamt Neukölln von Berlin, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, das Jobcenter Berlin-Neukölln. Im Rahmen des Landesrahmenprogramms für Integrationslots*innen und Stadtteilmütter arbeitet der Bezirk eng mit der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales zusammen.
Träger des Projektes ist die Diakoniewerk Simeon gGmbH.

Bezirksbürgermeister Martin Hikel:
„Die Stadtteilmütter entfalten eine beeindruckende Strahlkraft in die besuchten Familien, in ihr eigenes Umfeld und auch in die unterstützten Bildungsinstitutionen hinein. Für mich ist aber auch die persönliche Entwicklung der Frauen sehr beeindruckend. Für viele von ihnen ist es der Einstieg ins Berufsleben oder der erste Schritt zu einer anschließenden Ausbildung. Für die Stadtteilmütter selbst ist ihre Tätigkeit ein wichtiger Schritt hin zur gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft. Deshalb machen wir uns weiterhin für ein Landesprogramm Stadtteilmütter stark, das sowohl der Zielgruppe der besuchten Familien als auch den als Stadtteilmütter tätigen Frauen gerecht wird.“

Logos der Förderstellen des Projektes Stadtteilmütter