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Neukölln Gegen Nazis

Neukölln Gegen Nazis
Bild: BA Neukölln/Line Kühl/Giulia Ottaviano

Neukölln ist laut. Neukölln ist vielfältig. Neukölln ist nicht immer einfach. Ein Stadtteil, der als Mikrokosmos die Themen abbildet, die alle Menschen bewegen: Die Suche nach Heimat, das Streben nach Glück. Bei uns leben Menschen aus Südosteuropa in zu engen Wohnungen, gleichzeitig werden Luxuswohnungen an gut betuchtes internationales Publikum verkauft. Alles existiert nebeneinander, heterogen und meistens friedlich.

Doch was manche nicht sehen (wollen): Auch in Neukölln gibt es Rassismus, Hass und rechte Gewalt. 2011 und 2012 richteten sich die rechtsextremen Angriffe überwiegend gegen antifaschistische Bildungs- und Jugendprojekte im Süden Neuköllns. Gegen Bürger*innen, die sich für Demokratie und gegen Faschismus stark machen. 2016 begann eine neue Serie rechtsextremen Terrors. Zielscheibe sind seitdem Menschen, die sich engagieren – für Geflüchtete, für demokratisches Miteinander, gegen Rechtsextremismus. Heute ist rechtsextreme Gewalt auch im Norden Neuköllns angekommen. Menschen, die hier eine neue Heimat gefunden haben, werden zur Zielscheibe von Hass, Zerstörung und Gewalt.

Rassistische Ressentiments haben sich verstärkt in der Mitte unserer Gesellschaft ausgebreitet. Ob die Terrorserie des NSU, die Morde von Hanau und Halle oder der Mord an Walter Lübcke – all diese Täter kamen nicht ‘aus dem Nichts’. Menschenverachtende Parolen – im Netz und auch bei Wahlkampfveranstaltungen – haben ihnen den Boden bereitet.

Allein seit 2016 gab es 72 rechtsextremistische Straftaten in Neukölln. 23 hiervon waren Brandstiftungen. Als Hauptverdächtige wurden im Dezember 2020 zwei Männer festgenommen. Jetzt sind wieder auf freiem Fuß. Wir wissen, dass Betroffene sich allein gelassen fühlen. Wir wollen alles dafür tun, das Vertrauen der Betroffenen und der gesamten Bevölkerung in Polizei und Justiz zu erhalten.

Wir alle tragen Verantwortung, wenn Menschen aufgrund Ihrer Hautfarbe, Herkunft, Religion oder Gesinnung angegriffen werden – weil sie vermeintlich fremd sind, weil sie angeblich nicht hierhergehören. Wir alle müssen dagegen aufstehen und Haltung zeigen und klare Zeichen setzen:

Wir sind viele. Wir sind unterschiedlich. Wir gehören zusammen. Wir sind stolze Neuköllnerinnen und Neuköllner. Zusammengewachsen aus allen Regionen dieser Welt. Mit vielen Sprachen und Kulturen.

Wir danken den mutigen Frauen und Männern, die uns ihre persönliche Geschichte erzählen.

Wir danken den vielen Menschen, Aktivist:innen und Vereinen, die in mühevoller Arbeit all diese Taten zusammentragen und sich – oft ehrenamtlich – um die Betroffenen kümmern.

Neukölln möchte mit dieser Seite ein Zeichen setzen. Unsere Solidarität und Aufmerksamkeit gilt allen Betroffenen von rechtsextremer Gewalt und Rassismus.

Die Konditorei Damaskus

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Die syrische Konditorei Damaskus in der Sonnenallee wurde bereits mehrfach Opfer von Angriffen durch Neonazis. Der Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel spricht mit den Mitarbeitern über die Übergriffe und gibt sein klares Statement gegen rechte Gewalt und Rechtsextremismus.

Ferat Kocak

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Ferat Kocak ist Politiker und Aktivist gegen Rassismus, Faschismus und rechten Terror. Sein Leben und das seiner Familie wurden massiv bedroht, als Nazis 2018 sein Auto in Brand setzten.

Christiane Schott

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Christiane Schott kämpft gemeinsam mit anderen Bewohner*innen der Hufeisensiedlung in Britz gegen den Nazi-Mob in der Gegend. Mit der BASTA-Initiative fordern sie Gerechtigkeit für die zahlreichen rechten Anschläge in Neukölln.

Ibraimo Alberto

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1981 kommt Ibraimo Alberto aus Mosambik als Vertragsarbeiter in die DDR. Nach einer Karriere als Boxer widmet er sich zwischen Schwedt und Berlin Projekten für Migrant*innen und Geflüchtete. In seinem Buch “Ich wollte leben wie die Götter” erzählt er eine Lebensgeschichte von Rassismus und Diskriminierung.

Tilmann Kötterheinrich-Wedekind

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Tilmann Kötterheinrich-Wedekind leitet das Ernst-Abbe-Gymnasium, eines der ältesten in Neukölln, und auch das bunteste. Seine Schüler*innen kommen aus über 20 Sprachgebieten. Aber das gefällt nicht jedem. Im Jahr 2019 wurde die Schule durch einen eindeutig rassistischen Angriff erschüttert.

Mirjam Blumenthal

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Mirjam Blumenthal, Politikerin und Aktivistin, ist seit vielen Jahren im Bezirk Neukölln aktiv. Sie ist ehrenamtliche Leiterin des Anton-Schmaus-Hauses, der Heimat der Falken. Sie erzählt uns von den vielen Angriffen durch Nazis auf den Jugendklub und seine Mitarbeiter*innen.

Nader Khalil

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Nader Khalil wurde in einem Flüchtlingslager im Libanon geboren und kam mit seiner Familie nach Deutschland. Er widmet sein Leben der Aufgabe, Einwander*innen das Leben in Deutschland zu erleichtern. Heute leitet er das Deutsch-Arabische Zentrum in Neukölln.

Heinz Ostermann

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Als er seine Buchhandlung Leporello in Rudow eröffnete, hätte Heinz Ostermann nie gedacht, dass er einmal zur Zielscheibe neonazistischen Hasses werden würde.